Nachhaltige Universität Witten/Herdecke: Ein Ziel mit viel Potenzial

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Die UWH hat zur Diskussionsrunde geladen. (Foto: UWH)
Witten: Universität Witten/Herdecke |

Eine Podiumsdiskussion mit Studierenden, Professoren und Universitätsleitung beendete die „Aktionstage Nachhaltigkeit“


Zum Abschluss der „Aktionstage Nachhaltigkeit“ bot das Audimax der Universität Witten/Herdecke (UW/H) ein beeindruckendes Bild: Dicht gedrängt im Kreis diskutierten rund 60 Teilnehmer über den Stand der Nachhaltigkeit an der Universität. Eingeladen hatten Studenten, um dem Präsidium und den Professoren in der Mitte des engen Kreises über die Schulter zu schauen, welche ihnen über zwei Stunden zu allen Fragen Rede und Antwort standen.
Auf dem Podium hatte die Universität einiges zu bieten: Michael Flohr und Johannes Geibel kamen als Duo vom „Netzwerk N“, welches Nachhaltigkeitsinitiativen an Hochschulen bundesweit vernetzt, um die Diskussion zu moderieren und eine Außenperspektive einzubringen. Prof. Dr. Reinhard Loske, ehemaliger Umweltsenator aus Bremen, der heute an der Wittener Universität als Professor für Politik, Nachhaltigkeit und Transformationsdynamik lehrt, lobte den Tatendrang der studentischen Initiativen, die einen enormen Beitrag leisten. Dies sei sogar „so viel Eigeninitiative der Studierenden wie wohl an keiner anderen Hochschule“, so Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko von der Wirtschaftsfakultät. Gleichzeitig sei es wichtig, in Zukunft nicht nur auf die Eigeninitiative der Studenten zu setzen, sondern auch Strukturen für nachhaltige Entwicklung dauerhaft zu etablieren.


Konkrete Ziele für Nachhaltigkeit

Auch die Studenten forderten auf dem Podium, nachhaltige Ziele in Zukunft noch handfester anzugehen. Die Professoren und der Präsident zeigten sich zuversichtlich und wurden auch schon konkret: Der geplante Neubau beispielsweise soll nach hohen Nachhaltigkeitsstandards entstehen, mehr Menschen sollen mit dem Fahrrad statt mit dem Auto kommen und auch das Essen könne regional und in Bio-Qualität angeboten werden. Präsident Prof. Dr. Martin Butzlaff betonte, die Universität habe es sich zur Aufgabe gemacht, dass ihre Studenten darin gestärkt werden, gesellschaftlichen Wandel zu gestalten. Dies sei ihr größter Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Für ihn bedeute Nachhaltigkeit letztlich eine „enkelgerechte Zukunft durch Verantwortungsfreude“. Diese Verantwortungsfreudigkeit und Bereitschaft zur Veränderung solle allen Studenten in Witten vermittelt werden. Aber er zeigte sich auch selbstkritisch, dass im Bereich des Betriebs, der Energieeffizienz und Ressourcennutzung noch ein erhebliches Potenzial bestehe.

Vom Reden zum Handeln kommen

Im Laufe der Diskussion konnte das Publikum immer wieder mit bunten Karten abstimmen, zum Beispiel zu der Frage: Wie weit ist die Universität in ihrer nachhaltigen Entwicklung? Viele gelbe Karten zeigten, dass „noch viel Potenzial vorhanden“ ist, während eine beachtliche Anzahl grüner Karten in der Luft verdeutlichten: „Wir sind auf einem guten Weg“. Aber es wurde auch Kritik von Studenten geäußert, die sich jederzeit in das Podium einbringen durften: „Nachhaltigkeit wird hier vor allem philosophiert. Es geht aber darum, Nachhaltigkeit umzusetzen und vom Reden ins Handeln zu kommen!“
Am Ende wurde deutlich: Nachhaltigkeit ist für die UW/H ein Thema von hoher Bedeutung, für das sich Studenten, Mitarbeiter und auch das Präsidium weiter gemeinsam engagieren wollen. Die Diskussion war Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe "perspektive n", die in diesem Sommersemester bereits in Friedrichshafen, Stuttgart, Greifswald und Berlin zu Gast war. Ziel war es, konkrete Schritte abzustecken, mit denen die nachhaltigkeitsorientierte Transformation der Universität Witten/Herdecke gelingen kann.

„Aktionstage Nachhaltigkeit“

Die „Aktionstage Nachhaltigkeit“ im Rahmen der Europäischen Nachhaltigkeitswoche sorgten für zehn Tage an der Universität Witten/Herdecke für viel Inspiration und Gesprächsstoff. Zehn Tage lang gab es an der Universität Vorträge und Workshops, Bio-Marktstände, Upcycling- und Kleidertauschaktionen sowie eine Fahrradtour.

(Text: UWH)
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