Einkaufen – eher online oder im Einzelhandel?

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Sie strahlten bei der Eröffnung der neuen Geschäftsstelle um die Wette (v. l.): Dr. Arnim Brux, Beratungsstellenleiterin Alexandra Kopetzki, Sonja Leidemann, Johannes Remmel und Wolfgang Schuldzinski.

Das Einkaufen im Internet wird zunehmend populärer. Doch es birgt auch Gefahren. Was ist zu beachten, wann sollte der Konsument lieber lokal einkaufen? Witten aktuell sprach mit Dr. Kathrein Becker von der Verbraucherberatung in Witten.

Zu welcher Art des Einkaufs raten Sie?
Dr. Kathrein Becker: Grundsätzlich haben sowohl der Einkauf im stationären Handel als auch der Onlineeinkauf ihre Vor- und Nachteile. Im Einzelfall sollte der Verbraucher prüfen, welche Form des Einkaufs für ihn am sinnvollsten ist. Das „Gesamtpaket“ ist entscheidend.

Welche Vorteile hat der Kauf im lokalen Einzelhandel?
Zum einen haben die Kunden hier den direkten Kontakt zum Verkäufer und erfahren eine persönliche Beratung. Sinnvoll ist der Einkauf in der Stadt, wenn der Verbraucher die Ware sofort prüfen möchte. Beim Onlineeinkauf erkennt man manche Qualitätsmerkmale erst, wenn die Ware in Augenschein genommen werden kann. Bei Nichtgefallen ist dann der aufwändige Rückversand zu organisieren. Auch muss der Verbraucher oft die Kosten des Rückversands tragen. Dies hängt im Einzelfall von der Ausgestaltung der Internetseite ab. Im Einzelhandel bleiben die Kunden zudem anonym bezüglich der persönlichen Daten, da beim Barkauf gar keine persönlichen Daten preisgegeben werden. Dies ist beim Onlinekauf anders.

Welche Probleme kann es beim Bezahlen geben?
Viele Bezahlsysteme im Internet sehen eine Vorleis-tung des Verbrauchers vor. Dies ist insbesondere bei der Zahlung per Vorkasse so. Erst nachdem der Händler das Geld erhalten hat, wird die Ware losgeschickt. Damit trägt aber der Verbraucher auch das Insolvenzrisiko des Verkäufers. Das ist im stationären Handel anders. Hier nimmt der Verbraucher die Ware sofort in Empfang. Der Käufer trägt damit beim Onlineeinkauf die Gefahr, dass unseriöse Internetverkäufer die Ware gar nicht losschicken. So existieren manche Internetseiten, die mit Lockangeboten die Verbraucher dazu bringen, beliebte Waren zu unschlagbar günstigen Preisen zu erwerben und diese dann in Vorkasse zu bezahlen. Tatsächlich sind die im Impressum genannten Unternehmen gar nicht existent. Um dies zu verhindern, sollten Verbraucher die betreffenden Internetseiten stets sorgfältig prüfen und nach Möglichkeit nur per Rechnung oder Lastschrifteinzug bezahlen. Um sicher zu gehen, dass es ich um einen vertrauenswürdigen Onlinehändler handelt, sollten Verbraucher auch auf Gütesiegel achten. Empfohlene Internet-Gütesiegel finden
sich auf der Internetseite http://www.internet-guetesiegel.de. Auch ist jeder Onlinehändler verpflichtet, im Impressum allgemeine Informationen über das Unternehmen offenzulegen. Dies bietet dem Verbraucher eine weitere Möglichkeit, die Seriosität des Verkäufers zu prüfen.

Gibt es auch Vorteile beim Einkauf im Internet?
Hier gibt es keine Öffnungszeiten und keine Grenzen. Großer Vorteil des Interneteinkaufs ist zudem die Waren- und Anbietervielfalt, die auch Preisvorteile mit sich bringen kann. Anders als im stationären Handel kann der Verbraucher schnell und übersichtlich verschiedene Angebote vergleichen. Der Vergleich fällt insbesondere mit Preisvergleichsportalen leicht. Verbraucher sollten
aber nicht ausschließlich auf den günstigsten Preis achten. Das Gesamtpaket ist auch hier entscheidend.

Worauf sollten Kunden beim Einkauf noch achten?
Ein wichtiger Hinweis für den Einkauf im stationären Handel ist, dass dem Verbraucher hier – im Gegensatz zum Onlineeinkauf – kein allgemeines Widerrufsrecht zusteht. Gefällt die Ware zu Hause nun doch nicht, ohne dass sie einen Mangel aufweist, ist der Händler nicht verpflichtet, die Ware gegen Rückzahlung des Geldes zurückzunehmen. Der Verbraucher ist dann auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen. Dies ist beim Einkauf im Internet grundsätzlich anders. Hier besteht ein Widerrufsrecht. Das heißt, der Verbraucher kann ohne Angaben von Gründen den Vertrag innerhalb von zwei Wochen widerrufen und sich so vom Vertrag lösen. Ausnahmen bestehen für Maßanfertigungen oder verderbliche Produkte.
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