Die Bäume haben Durst: Bürger können beim Wässern helfen

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30 Grad im Schatten, kein Wölkchen am Himmel, kein Regen in Sicht: Die Trockenperiode und Hitzewelle hält an und macht nicht nur den Menschen, sondern auch der Natur zunehmend zu schaffen. Für viele Straßenbäume wird die Situation inzwischen lebensbedrohlich. In dieser Notlage leistet die Feuerwehr dem Gartenamt heute Amtshilfe. Fünf Einsatzfahrzeuge löschen den Durst von 400 Bäumen mit jeweils 150 Litern Wasser.

"Das ist eine außergewöhnliche Situation, in der wir gerne helfen, dass Straßenbäume an besonders trockenen Stellen die Hitzewelle überstehen können", erklärt Branddirektor David von der Lieth den Einsatz. Gartenamtsleiterin Doris Törkel ergänzt: "Ich bin der Feuerwehr für die Unterstützung sehr dankbar, die Bäume haben es bitter nötig." Die dringende Bewässerung erfolgt im Stadt-Norden an der Heinrich-Heine-Allee, Fischerstraße, Dorotheenstraße, Rheinallee und im Rheinpark. Im Süden sieht das Gartenamt den größten Bedarf im Bürgerpark Rheinpark und entlang der Straßen Werstener Feld, Karl-Geusen-Straße und Kettwiger Straße.

Viel Wasser verdunstet über die Blätter

Die Hitze und die langanhaltende Trockenheit ohne ergiebige Niederschläge führt dazu, dass die Pflanzen viel Wasser über die Blätter verdunsten und durch die Wurzeln nicht nachziehen können. Die Pflanzen können sich in einem gewissen Rahmen auf natürliche Art und Weise schützen, in dem sie zum Beispiel die Blätter einrollen, die Blätter verfärben oder sogar abwerfen. So gibt es im Stadtgebiet bereits jetzt Bäume mit Laubabfall oder mit herbstlich gefärbten Blättern. Dies ist der naturgegebene Verdunstungsschutz von Gehölzen. Nach einem Laubabwurf treiben die Bäume jedoch in der Regel neu durch und bilden ein zweites Laub im selben Jahr. In Kombination mit schwierigen Standorten oder besonders lange anhaltenden Trockenperioden kann es auch zum Absterben von Bäumen kommen. Das gleiche gilt für Sträucher und Stauden in den Parkanlagen. Rasenflächen werden bei Trockenheit flächig braun. Nach ergiebigen Niederschlägen erholen sich diese Rasenflächen aber auch kurzfristig wieder.

Besondere Probleme haben Jungbäume, und dabei vor allem die Straßenbäume, die sowieso schon unter schwierigen Standortbedingungen in den Straßen wachsen müssen. Durch kleine Baumscheiben, die häufig stark verdichtet sind und so wenig Wasser zu den Bäumen laufen lassen, sowie durch die hohe Abstrahlung der umliegenden Gebäude ist das Anwachsen von Jungbäumen auch ohne die aktuelle Hitzeperiode schwierig geworden.
In Düsseldorf sind aktuell rund 4.000 Jungbäume in der sogenannten Anwuchspflege. Das bedeutet, dass diese Bäume unter anderem über drei Jahre von externen Firmen regelmäßig mit 100 bis 150 Litern gewässert werden. Dabei werden die Bäume im ersten Standjahr deutlich häufiger gewässert, als im dritten Standjahr, um den Jungbaum zum Wurzelwachstum anzuregen.

Neben der Amtshilfe durch die Feuerwehr und bei allem Einsatz der Stadtgärtner ist Hilfe seitens der Düsseldorfer sehr willkommen. Wer helfen möchte, sollte dem Baum vor seiner Tür einmal wöchentlich sechs Eimer Wasser geben, das ist besser als einmal am Tag nur ein bisschen zu wässern. Der Baum wird sich mit sattem Grün bedanken.

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