Die Kirche bleibt im Dorf und das Festival in der Kirche

Gehen neue Wege: Pastor Marian Szalecki und Stefan Reichmann laden Festival-Gäste in die Kirche St. Georg ein.                                      Foto: Caroline Gustedt
  • Gehen neue Wege: Pastor Marian Szalecki und Stefan Reichmann laden Festival-Gäste in die Kirche St. Georg ein. Foto: Caroline Gustedt
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Die Kirche in Haldern bleibt im Dorf. Und auch das Haldern Pop Festival. Und weil das so ist, und die Halderner darüber hinaus mit Pastor Marian Szalecki einen aufgeschlossenen, innovativen und experimentierfreudigen Kirchenmann haben, dürfen sich die Gäste des Haldern Pop Festivals in diesem Jahr auf ein außergewöhnliches Experiment freuen. Am Donnerstag, 11. August, 17 Uhr öffnet St. Georg nämlich die Türen für einen musikalisch-spirituellen Auftakt zum Haldern Pop Festival. Die Kirche als Raum für Klang und Kunst für Besinnung und Begegnung… für Festival-Initiator Stefan Reichmann und Pastor Marian Szalecki ein Experiment. So konsequent wie reizvoll, so unkalkulierbar wie geradezu logisch: Die Kirche sei prädestiniert für das Vorhaben und die Idee, die Stefan Reichmann im Rahmen einer Goldhochzeit an Marian Szalecki herantrug, so der Halderner Pastor. Reizvoll findet er den Brückenschlag zwischen der Keimzelle des Festivals, dem Messdienerkreis, und dem Festival der Gegenwart.

Auf Hochtouren laufen schon die Vorbereitungen, denn die Akustik des Kirchenraumes ist eine besondere Herausforderung für die Techniker, die aber, da sind sich die Verantwortlichen sicher, bis zum Konzerttag gemeistert werden wird. Eine weitere ‚Unbekannte’ ist das Publikum. Wer eine Festival-Karte hat, hat prinzipiell die Möglichkeit, einen der 200 Sitzplätze im katholischen Gotteshaus zu ergattern. Aber: „Wir möchten nicht, dass in der Kirche geraucht, gegessen oder getrunken wird!“ skizziert Stefan Reichmann die Spielregeln. Dafür gebe es nach jeder der drei Darbietungen eine halbstündige Pause. Reichmann hat die Disziplin der Festival-Gäste in den letzten Jahren schätzen gelernt: „Die Freiräume, die wir den Gästen eingeräumt haben, sind verantwortungsvoll genutzt worden, so dass ich hoffe, dass auch für diesen ungewöhnlichen Veranstaltungsort die Regeln eingehalten werden.“. Neugierig sind sie beide, der Organisator und der Pastor, und wenn es in diesem Jahr gut läuft, ist durchaus denkbar, ein Konzert in St. Georg im Rahmen weiterer Festivals zu wiederholen. Aber das wollen die Beteiligten erst einmal abwarten. Pastor Szalecki hat sich auch mit der Gemeinde abgestimmt: „Die Reaktionen auf unser Vorhaben waren durchweg positiv. Jetzt schauen wir, wie die Resonanz im Nachhinein sein wird“, ist der progressive Kirchenmann, gespannt. Schon mit der ganztägigen Öffnung des Gotteshauses war er vor einem Jahr mit Dienstantritt in Haldern in die Offensive gegangen, um Kirche und Menschen einander näher zu bringen. „Wir Kirchenleute sprechen oft eine zu abstrakte und abgehobene Sprache, die fernab von der Lebenswirklichkeit der Menschen existiert, die eigentlich diese Kirche ausmachen. Das Konzert in St. Georg ist doch eine tolle Möglichkeit, Menschen ins Gotteshaus zu holen und das Erlebnis von Raum, Klang und Gemeinschaft zu ermöglichen!“. Damit wird der Gedanke des Haldern Pop Festivals als Gemeinschaftsaktion vieler einmal mehr über die reine Dokumentation hinaus erlebbar.
Die Gäste dürfen sich neben Auftritten der belgischen „Isbells“ und des Norwegers „Moddi“ auch auf eine Premiere freuen: Die deutsche Formation SpringerParker präsentiert im Rahmen einer Uraufführung eine Oper als Klangexperiment zum Klimawandel, der in Norwegen in einzigartiger Weise eingefangen wurde: Eine russische Sopranistin, isländische Streicher… das Haldern Pop-Festival ist (auch) in der Kirche im Dorf

Autor:

Caroline Büsgen aus Emmerich am Rhein

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