Motorradtour an der Algarve
Motorradrennen und Meer

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Endlich – nach zwei jähriger Corona-Pause endlich wieder ins Ausland reisen. Eine Woche an die Küsten der Algarve und das Hinterland mit Mietmotorrädern und als Highlight zum Abschluss der Besuch der MotoGP in Portimao. So geplant und so geschehen.
Voller Vorfreude geht es im April Richtung Portugal. Wie immer mit kleinem Gepäck – wenn da nicht die Motorradausrüstung wäre. Da heißt es Gewicht sparen. Alles Überflüssige muss zuhause bleiben.

Was ist überflüssig?

Motorradhose, -jacke, -stiefel, -helm, -tuch und -handschuhe sind ein Muss. Regenkleidung? An der sonnenverwöhnten Algarve? Werkzeug? Hoffentlich nicht! Ein Navi? Ist mitgemietet. Schuhe zum Wechseln? Ist Luxus. Badesachen? Haben wir eh keine Zeit für. Reiseführer? Im Handy. Corona-tests? Besser ist es. Masken? Nur im Flieger. Was Schickes? Nö. Also alles wie immer. Mit unter 15 kg pro Nase starten wir Richtung Portugal. Die Motorräder – BMW 700 GS, auch wie immer. Diesmal werden sie sogar geliefert. Alles dabei? Topcase? Fehlt. Navi? Fehlanzeige. Reifen? Geht so.
Nun ja, wir nehmen‘s locker, sind ja im Urlaub.

Direkt zur Rennstrecke

Der erste Tripp führt natürlich direkt zur Rennstrecke. 30 km. Auf dem Weg dahin wollen wir unsere Parktickets für das Rennwochenende abholen. Ohne kommt man nicht zur Strecke. Wir folgen der Wegbeschreibung bei Google – die GPS-Daten sind ohne Navi ja nutzlos - und landen mitten auf einem Feld. Hier soll es Karten geben??? Wir verschieben das Rätsel auf später und folgen der Beschilderung Richtung Automotodrom. Das finden wir auch ohne Navi, denn jede Menge Teamtrucks mit den bekannten Sponsorenaufdrucken weisen uns den Weg. Und da sind sie alle: Repsol, Monster, Pramac, KTM, Honda, Yamaha, Suzuki, VR46 und alles, was wir sonst nur im Fernsehen miterleben. Und man kann zwischen allen herumfahren, auch außenrum um die Rennstrecke. Wir kriegen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Die Strecke außerhalb der Umzäunung folgt genau der Rennstrecke. Wir kurven in beiden Richtungen drum herum und können schon mal unsere Rundenzeiten verbessern. Es ist also alles angerichtet – bis auf unsere Parktickets. Der zweite Versuch führt uns auf den gleichen Acker – Google Maps ist zuverlässig! Der Online-Ticket-Service versichert uns die Richtigkeit der Adresse, also wollen wir morgen einen dritten Anlauf starten. Heute geht es erst mal zur Küste. Hier erwarten uns die Postkartenmotive der Algarve. Bei schönstem Wetter genießen wir das übliche Touristenprogramm. Die nächsten Tage besuchen wir eine Festung, eine Burg, fahren durchs Monchique-Gebirge, bis ans westlichste Ende Europas und natürlich zu unserem Kartenvorverkaufs-Feld. Wir reiben uns die Augen: Es wachsen Pavillons aus dem Boden, Autos und Moppeds rollen auf einen holprigen Parkplatz und dann erhalten wir mitten in der Pampa die begehrten Tickets.
Doch das sollte nicht die einzige Überraschung bleiben.

Eine Runde in Portimao

Auf dem Rückweg zum Hotel in Portimao kommen uns plötzlich Polizeiwagen und Motorrädern in voller Rundumbeleuchtung entgegen. Wir halten am rechten Straßenrand. Ein Unfall? Ein Schwertransport? Nein: Hunderte von Motorrädern, hupend, Fahrer winkend, fordern uns zum Mitfahren auf. Wir finden eine Lücke und schließen uns an. Doch wem? Oder was? Worum handelt es sich hier? Ein Korso durch Portimao? Wegen der MotoGP? Kleine Ausfahrt? Von wegen! Es geht die bekannten 30 km Richtung Automotodrom. Und jetzt? Was erwartet uns hier? Ein Musikevent? Eine Werbeveranstaltung? Was ist los? Wo fahren die alle hin? Polizeimotorräder haben die Straße extra für uns gesperrt. Freie Bahn bis – ja, ist es denn zu fassen – bis unter den Tunnel durch und rauf auf die Rennstrecke. Zusammen mit hunderten von Motorrädern aller Couleur, Rollern, Mofas, Gespannen. Auf der Start-Ziel-Geraden stellen wir uns hinten an, alles jubelt, grölt, winkt, knipst und filmt. Und dann setzt sich der Tross in Bewegung, hin zur ersten Kurve. Sollte es möglich sein? Ja, wir fahren eine Runde auf der Rennstrecke! Zum Glück sind wir weit hinten und haben richtig freie Fahrt. Na denn man los auf den berühmten Rollercoaster. Klasse! Wieder bei Start und Ziel setzt der Jubel von neuem an. So ganz verstehen wir immer noch nicht. Aber was soll‘s, wir nehmen‘s gerne hin und starten auf eine zweite Runde. Am höchsten Punkt der Achterbahn von Portimao halten wir an, zücken die Handys und halten diesen tollen Moment fest. Am Ende werden alle von der Strecke runter geleitet und verstreuen sich in alle Richtungen. Erst am Abend werden wir schlauer, als im Fernsehen von einem besonderen Rahmenprogramm zur MotoGP berichtet wird, bei dem der Lokalmatador Miguel Oliveira 800 Fans in Portimao abgeholt und über seine Rennstrecke geführt hat. Und wir waren dabei!

Toller Abschluss

Dieses Highlight war dann nur noch durch die Rennveranstaltung selbst zu toppen. Die Qualifyings fanden allerdings unter sehr widrigen Wetterbedingungen statt. Schon die ganze Woche war es ungewöhnlich windig an der Algarve. An der Westküste wurden wir fast umgeweht, und auf dem Foa konnten wir die BMWs kaum auf Spur halten. Samstags beglückwünschten wir uns dann zu unserer Entscheidung, das Gewicht des Fluggepäcks nicht mithilfe der Regenkleidung reduziert zu haben. Am Sonntag trocknete die Sonne Portugals jedoch alles schnell auf und wir konnten spannende Rennen in vollen Zügen genießen.
So flogen wir nach einer Woche wieder zurück, mit 15 kg Gepäck und mindestens genauso vielen tollen Eindrücken und bleibenden Erlebnissen.

Autor:

Birgit und Ignatz Haan aus Emmerich am Rhein

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