Bücherkeller entsteht neu – jetzt im ersten Stock

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Das ist ja schlimmer als bei Ikea: Birgit Dransfeld, Dierk Lamm und Bernhard Bandura schrauben, bis die Mutter ächzt. (Foto: Stan)
 
Das sieht doch schon nach was aus. Die Regale stehen, jetzt fehlt nur noch die Füllung.
Essen: Rathaus Kettwig | Förderverein für die Stadtteilbibliothek richtet sich in neuer Umgebung sein

Ein Wasserschaden ist kein Beinbruch. Vor allem bedeutet er nicht das Aus für eine Kettwiger Institution, die zwar immer noch Bücherkeller heißt, demnächst aber im ersten Stock des Rathauses residiert.


Text und Fotos von Henrik Stan


In gut einem Monat will man sich eingerichtet haben auf 16 Quadratmetern in einem leerstehenden Trakt, der mal die Außenstelle des Essener Jugendamts beherbergte. Zwei wesentliche Unterschiede zum früheren Domizil lassen sich sensorisch feststellen. Es ist heller, die Fenster geben die Blick auf den Kringsgat frei. Außerdem fehlt der Muff der letzten 30 Jahre.
"Es grenzt schon an ein Wunder, dass wir da unten den Betrieb so lange aufrecht erhalten konnten", stöhnt Alois Blasius vom Förderkreis Kettwiger Stadtteilbibliothek. Am Namen ändert sich nichts. "Allein schon wegen der Internetadresse", wirft Birgit Dransfeld in einer kurzen Schraubpause ein.

Möbel werden derzeit montiert

Denn momentan steht die Möbelmontage an. Und die gestaltet sich schwieriger als nach einem Großeinkauf im schwedischen Möbelhaus. Dierk Lamm darf sich als versierter Jurist und begnadeter Tennisspieler feiern lassen. Mit Werkzeugen ist er eher so mittelmäßig. "Jetzt gib' mir doch mal einen Hammer", fordert er. Er kriegt aber keinen und ruckelt stattdessen mit einer Zange an der neuralgischen Stelle herum. Es grenzt an Zauberei, dass das erste Regal dann doch an die Wand gerückt werden kann. Die Einrichtung leistete zuverlässige Dienste in diversen Bibliotheken, hat schon etliche Jahre auf dem Buckel und hält sicher noch einige weitere.
Auf einen Kellerfund (!) sind die Freunde der Kettwiger Stadtteilbibliothek schon fast übermäßig stolz. Die Spezialanfertigung aus hier und da angeschlagenem Pressspan diente als DVD-Regal, kommt nun aber als Präsentationsgestell für Taschenbücher zum Einsatz. "Man kann sich durch die Titel durchblättern", erklärt Bernhard Bandura. Das macht dann "flapp-flapp", so wie früher im Plattenladen.
Eingeräumt wird nach und nach, schön systematisch und nach Themen geordnet. Die Überschwemmung hat einen Großteil des Bestands vernichtet. "Von 8000 Büchern mussten wir 5000 entsorgen", so die Schadensbilanz von Alois Blasius. "Gerettet werden konnten eigentlich nur Bücher mit gestrichenem Papier", weiß der pensionierte Drucker.

Bücherspenden dringend erwünscht

Das besonders hochwertige Material findet fast ausschließlich für Kunst- und Architekturbände Verwendung. Entsprechend überschaubar fällt derzeit das Angebot aus.
Bücher müssen her! Bis zur Eröffnung im September möchte man volle Regale präsentieren und natürlich möglichst viel verkaufen. Spenden, einerlei ob Belletristik, Sach- und Kinderbücher, CDs oder DVDs können in der Stadtteilbibliothek abgegeben werden. Natürlich nur während der Öffnungszeiten. Der Erlös kommt wie gewohnt dem Etat der Leihbücherei am Kringsgat zugute. Das gilt auch für die Einnahmen der Literaturveranstaltungen, die der Förderkreis organisiert (aktuelle Veranstaltungen im Kasten). an den Öffnungszeiten des Bücherkellers ändert sich nichts. Wie gehabt gibt's große Literatur für kleines Geld jeden ersten Freitag zwischen 9 und 13 sowie an jedem letzten Dienstag von 15 bis 18 Uhr.

Lesungen

5. Oktober, 19.30 Uhr, Stadtteilbiliothek: Lars von der Gönna (Glossen)
11.Oktober, 15.30 Uhr, Stadtteilbibliothek: Björn Berenz (Kinderprogramm)
9. November, 19.30 Uhr: Ratssaal: Steffen Jacobsen (Thriller)
 Weitere Informationen und Kartenvorverkauf in der Buchhandlung Folgner, Hauptstraße 64 
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