„Wir in Berches vereinen das Beste aus Köln und Düsseldorf“

In diesem Jahr gibt es in Berghausen erstmals ein großes und kleines Dreigestirn.
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Berches. „Wir geben alles für Berches“. Das Motto des amtierenden Dreigestirns, Prinz Jörg I. (Jörg Möller), Bauer Michael I. (Michael Hinz) und Jungfrau Nobilia I. (Norbert Schmitz) ist mehr als nur ein einfaches daher gesagtes Versprechen. Denn nicht nur während dieser 5. Jahreszeit halten sie die Fahnen des Stadtteils hoch. Sie setzen sich seit vielen Jahren aktiv für den Fußballsport des SSV Berghausen ein – Jörg Möller und Michael Hinz als Jugendtrainer, Norbert Schmitz als Betreuer der ersten Mannschaft.

Wen wundert es da noch, dass die Idee, in die Rollen des närrischen Trios zu schlüpfen, im Vereinsheim des SSV Berghausen entstand. Sie plauderten gemeinsam vor dem Vereinsheim. „Das war an dem Tag, als die 11. Wagentaufe des KC Bercheser Jonge stattfand“, erinnert sich der Prinz noch ganz genau. Plötzlich fiel der Blick von Birgit Konstanty, Teil des Berghausender Traditionspaares, Susanne Möller, Frau vom Prinzen, und Prinzenführer Wolfgang Wollenberg auf die Truppe. Und schnell machte es klick: Da steht das neue Bercheser Dreigestirn. Mit der Idee hatten sich die Drei jedoch schon vorher beschäftigt. Mit Bier wurde auf die neuen Repräsentanten angestoßen. Nach der After-Veedelszoch-Party wurde dann ein entsprechender Vertrag auf dem Bierdeckel unterschrieben. Letzteres ist übrigens eine Parallele zu dem amtierenden Prinzenpaar, Prinz Wolfgang II. und Prinzessin Beate I. Hier hat der Prinz nach dem Karnevalsumzug in der City den „närrischen Vertrag“ unterschrieben.
Und es gibt noch mehr Parallelen zwischen dem Berghausener Dreigestirn und dem Langenfelder Prinzenpaar. Während Prinz Wolfgang II. als gebürtiger Kölner und Prinzessin Beate I. als gebürtige Düsseldorferin sozusagen für die Gemeinsamkeiten der beiden närrischen Hochburgen stehen, ist sich das Dreigestirn sowieso sicher, dass der Karneval in Berghausen das Beste aus dem Karneval der beiden Rheinmetropolen vereint: Das „Helau“ aus Düsseldorf sowie das Dreigestirn und das Kölsch aus der Domstadt.
Eigentlich befindet sich Berghausen ja nördlich vom Bieräquator, der quer durch Langenfeld verläuft – also auf der Düsseldorfer Seite. Auf dieser Seite sind Dreigestirne ja eigentlich tabu. Und so gibt es in Berghausen seit 1996 auch das einzige Dreigestirn mit dem närrischen Schlachtruf „Helau“. „Das war damals schon eine Besonderheit und auch nicht ganz so leicht in die Tat umzusetzen“, erinnert sich Wolfgang Wollenberg, seit der Geburtsstunde des Bercheser Karnevals einer der maßgeblichen Initiatoren. Die Idee entstand aus einer Partylaune heraus. Nachdem Dirk de Jager begeistert den Hit „Einmol Prinz zo sin“ mitsang, fasste er den Entschluss. „Das möchte ich in Berghausen in die Tat umsetzen.“ Wolfgang Wollenberg erinnert sich: „Die Pläne habe ich zunächst nicht so ganz ernst genommen. Doch er meinte es sehr ernst.“ Schnell habe sich dann die Idee entwickelt, ein Dreigestirn ins Leben zu rufen, da die Stadt Langenfeld bereits seit vielen Jahren ein Prinzenpaar hatte. Und so stellten Dirk de Jager als Prinz (wegen seiner roten Haare Pumi genannt), Klaus Becker als Bauer und Siegfried Schultk als Jungfrau das erste Bercheser Dreigestirn.
Im Jahre 1996 zog dann auch gleich der erste Veedelszoch durch Berghausen. Acht Gruppen waren dabei. „Der Prinz war nur mit einem Umhang und einem Hut samt großer Feder ausgestattet. Das Wurfmaterial war nach 200 Metern aufgebraucht. Die Jecken standen nicht am Wegesrand, sondern zogen mit den Gruppen einfach mit.“ Das ist heute selbstverständlich anders. Der Zug, bei dem auch Obst und Gemüse als Wurfmaterial selbstverständlich sind, hat sich über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. In diesem Jahr zieht er am Sonntag, 10 Februar, zum 18. Mal durch die Straßen des Stadtteils.
In diesem Jahr gibt es eine schöne Besonderheit in Berghausen. Zum ersten Mal in der Geschichte können die Berghausener Jecken ein Kinder-Dreigestirn begrüßen – ein rein weibliches. Prinz Lennart I. (Lena Riemer), Bauer Lucky (Luca Wenicker) und Jungfrau Marie (Marie Leciejewski) kommen alle wie die Großen aus den Reihen des SSV Berghausen. Sie sind bei den SSV Kids aktiv. Prinzenführerin ist Regina Mehring. Auf die Frage, was ihnen in dieser Session am besten gefallen hat, finden die Drei nicht so recht eine Antwort. Schließlich einigen sie sich auf „einfach alles, das ganze Drumherum.“ Und der Spaß an der Sache ist dem jungen Dreigestirn anzumerken. Und Bauer Lucky kann sogar auf eine beachtliche närrische Familientradition verweisen: Ihr Opa war im Bercheser Dreigestirn 2003 Bauer Klaus II., ihre Oma 2011 Jungfrau Angie I.
Auch gemeinsam sind das große und kleine Dreigestirn oft unterwegs. Dabei geben sie stets alles für Berches.

-Seit zwei Jahren hat der Berghausener Karneval ein neues Organisations-Team (IG Berches): Steffi Reuter, Gerd Gympel, Gerd Vollbach und Susanne Freitag.
-Der heutige Prinzenführer Wolfgang Wollenberg hat zusammen mit Jürgen Öxmann das erste Berghausener Traditionspaar gestellt. Wolfgang Wollenberg schlüpfte in die Rolle des Tanzmajors, Jürgen Öxmann in die des Tanzmariechens. „Eigentlich ist es üblich, dass der Tanzmajor mit dem Tanzmariechen eine Hebefigur vorführt“, sagt Wolfgang Wollenberg. „In unserem Falle war es allerdings umgekehrt.“ Hintergrund: Wolfgang Wollenberg misst 1,67 Meter, Jürgen Öxmann ist über 1.90 Meter groß.
Das Duo war bis zum 11. Veedelszoch in diesen Rollen aktiv – mit Ausnahme der Session 2000/2001, wo die beiden mit Bauer Reinhard das Dreigestirn bildeten.

Autor:

Stefan Pollmanns aus Langenfeld (Rheinland)

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