Mit Schauspielerin Esther Schweins Hintergünde der Musik ergründen: "Weltenbrand" mit dem Folkwang Kammerorchester Essen

Wann? 10.02.2017 20:00 Uhr

Wo? Zeche Zollverein, Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen DEauf Karte anzeigen
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Die Schauspielerin Esther Schweins wirkt bei einer multimedialen Aufführung mit dem Folkwang Kammerorchester mit. Foto: privat
Essen: Zeche Zollverein | Unter das Motto „Weltenbrand“ setzt das Folkwang Kammerorchester Essen im dritten Teil seiner „ExtraKlang“-Konzerte musikalische Werke, die ein Stück Kriegsgeschichte in sich tragen. Das Publikum erkundet am 10. und 11. März jeweils um 20 Uhr in der ehemaligen Zentralwerkstatt auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein gemeinsam mit der Schauspielerin Esther Schweins die jeweiligen Hintergründe der Musik, die der Dokumentarfilmer Axel Fuhrmann mit Film-, Brief- und Tondokumenten visualisiert.

Von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs über die Weimarer Republik bis zur Hölle des Zweiten Weltkriegs zieht sich eine Blutspur durch die Geschichte der Deutschen und ihrer Musik. Gemeinsam mit Esther Schweins (Schauspielerin, Regisseurin und Moderatorin) und Axel Fuhrmann (Autor, Regisseur und Produzent) erzählt das Folkwang Kammerorchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Johannes Klumpp in einer multimedialen Aufführung von den persönlichen Schicksalen in einer Zeit, in der die Welt brannte.

Als eine der großen Komponistenhoffnungen fiel Rudi Stephan im Jahr 1915 an der Ostfront. Das Folkwang Kammerorchester stellt seine expressive „Musik für 7 Saiteninstrumente“ der „Tzigane“ von Maurice Ravel gegenüber. Ravel selbst hatte sich seinerzeit auf französischer Seite freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet.
Im Dritten Reich kulminierte schließlich die humane Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Der Komponist Viktor Ullmann hielt sich im Ghetto Theresienstadt mit dem Verfassen von Musik am Leben, bevor er nach Auschwitz deportiert wurde, wo er starb. Das Folkwang Kammerorchester präsentiert mit dem „Streichquartett Nr. 3 op. 46“ eines von Ullmanns letzten Werken in einer Fassung für Streichorchester.
Mit Beethovens „Großer Fuge“ beschließt das Folkwang Kammerorchester den Abend und zeigt anhand des Beispiels, wie Musik auch unschuldig instrumentalisiert werden kann. Obwohl sich Beethoven selbst als Mann der Aufklärung verstand, wurde er später zum „deutschesten aller Komponisten“ stilisiert.

Info:

Das Folkwang Kammerorchester unterstreicht mit seinen „ExtraKlang“-Konzerten einmal mehr seine herausragende Stellung in der nationalen Orchesterlandschaft. Es verfolgt seit seiner Gründung im Jahr 1958 die Idee, Abschlussstudenten der Folkwang Universität der Künste auf professionellem Niveau beim Übergang ins Berufsleben zu begleiten. Dem 16-köpfigen Ensemble gehören Musiker im Alter bis zu 35 Jahren an. Als künstlerischer Leiter und Chefdirigent begeistert Johannes Klumpp mit dem Folkwang Kammerorchester das Publikum und erklärt ihm in den moderierten Konzerten, was ihn an der Musik des jeweiligen Programmes begeistert.
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