"neue Mitte Schwelm" setzt auf aktive Bürgerbeteiligung
Gestalten Sie IHR Schwelm!

Begleiten den Prozess der Innenstadt-Entwicklung: v.l. Michael Lindermann und Johannes Schulz (Sparkassenvorstände), Niklas Lippki (Leiter der städtischen Stadtplanung, FB Planen und Bauen), Jan Dießfeld (Planersocietät), Egbert Lethmate (städtische Stadtplanung, FB Planen und Bauen), Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und Heinz Barduhn, engagierter Schwelmer Bürger, der unter anderem den Bücherschrank betreut. Foto: Pielorz
  • Begleiten den Prozess der Innenstadt-Entwicklung: v.l. Michael Lindermann und Johannes Schulz (Sparkassenvorstände), Niklas Lippki (Leiter der städtischen Stadtplanung, FB Planen und Bauen), Jan Dießfeld (Planersocietät), Egbert Lethmate (städtische Stadtplanung, FB Planen und Bauen), Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und Heinz Barduhn, engagierter Schwelmer Bürger, der unter anderem den Bücherschrank betreut. Foto: Pielorz
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Die Innenstadt von Schwelm steht vor großen Herausforderungen. Die Digitalisierung von Einzelhandel, verändertes Einkaufsverhalten und die starke Konkurrenz der großen Nachbarstädte wie Bochum, Wuppertal und Hagen fordern neue Ideen für die Weiterentwicklung der Innenstadt zu einem attraktiven und zukunftsfähigen Einzelhandels-, Wohn- und Lebensstandort. Hierfür möchte die Stadt Schwelm ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erstellen. Das Konzept soll zukunftsweisende Leitlinien für die Innenstadt festlegen und auf heutige Anforderungen eingehen. Gleichzeitig sollen aktuelle Planungen und Vorhaben berücksichtig werden, die wichtige Impulse für die weitere Innenstadtentwicklung setzen. Die Bürger sollen bei diesem Prozess aktiv eingebunden werden.
Im Fokus stehen dabei der Neubau des Rathauses auf der Brache der ehemaligen Brauerei, die Auswirkungen auf die innerstädtische Stellplatzversorgung durch die Neuansiedlung des Rathauses und die Durchführung des Heimatfestes, die Errichtung eines Kulturzentrums, in dem die Volkshochschule, Musikschule und die Stadtbücherei Platz finden sollen. Außerdem geht es um die Einbindung des privaten Erneuerungsvorhabens „Schwelm-Center“, um den Bahnhof und das Bahnhofsumfeld einschließlich der Stellplätze. Das ISEK soll als Grundlage für die Bewerbung um Mittel der Städtebauförderung dienen. Mit der Förderung sollen kurzfristige sowie langfristige Maßnahmen in der Innenstadt umgesetzt werden. Der Auftrag zur Erarbeitung des ISEK wurde an die Planungsgruppe Stadtbüro und an die Planersocietät, beide aus Dortmund, vergeben.
Das alles soll und darf nicht ohne die Bürger geschehen. Bis zum 28. Februar steht eine Interaktive Karte bereit. Parallel gibt es die Möglichkeit, sich am Infopunkt im Foyer der Sparkasse (Hauptstraße 63) über den Prozess zu informieren sowie den dort jeweils dienstags und freitags 10 bis 12 Uhr Rede und Antwort stehenden MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung Ihre Ideen zu übergeben. In den Verwaltungsdienststellen liegt auch eine Postkarte bereit, die ebenfalls mit den Anregungen an die Stadt Schwelm geschickt werden kann.
„Die neue Mitte für Schwelm ist eine große Chance, unsere Stadt lebens- und liebenswerter zu gestalten. Das kann nur gelingen, wenn sich der Bürger aktiv auseinandersetzt und mitgestaltet. Wir wünschen uns, dass diese Möglichkeit der Anteilnahme genutzt wird und hoffen auf viele Anregungen“, erklärt Bürgermeisterin Gabriele Grollmann. Sie fügt hinzu: „In dem Begriff ‚Rathaus‘ steckt ja auch der ‚Rat‘ – und das bezieht sich durchaus darauf, dass wir dem Bürger Rat geben und er uns eben auch Ratschläge und Ideen mitteilen sollte. Es ist schwierig, eine Verwaltung zu führen, die bisher auf verschiedene Gebäude verteilt ist. Mit einem neuen Rathaus wird sich das ändern. Zugleich wollen wir noch stärker ein Mittelpunkt sein, wir wollen Transparenz zeigen und gemeinsam mit jedem Bürger unsere Stadt weiterentwickeln. Denn wir sind ja nicht nur Dienstleister in der Verwaltung, sondern auch Bürger, die hier leben.“

Chance zum Mitgestalten der Stadt

Natürlich, ein solcher Prozess wird nicht ohne Beeinträchtigungen möglich sein. „Aber diese Beeinträchtigungen sind hinnehmbar, wenn wir uns mit dem Prozess identifizieren. Auf der städtischen Homepage findet man unter dem optischen Symbol der neuen Mitte ebenfalls Hinweise. Wir haben in der Vergangenheit erlebt, dass die Bürger ein großes Interesse an der Entwicklung haben – über siebzig von ihnen haben die Infostände besucht. Vor allem die Nutzungsvielfalt von Räumen war eine immer wieder auftauchende Frage. Fuß- und Radwege sowie das Umfeld am Bahnhof waren weitere Aspekte, die angesprochen wurden. Die Rathaus-Diskussion wird bereits seit 2010 geführt – negative Aspekte bezüglich des Neubaus habe ich nicht gehört“, so Niklas Lippki, Leiter der städtischen Stadtplanung, Fachbereich Planen und Bauen.
Die Bürgermeisterin ergänzt: „Der Neubau ist eine Konsolidierungsmaßnahme. Vor dem Hintergrund von Brandschutz und energetischen Aspekten, aber auch des Arbeitgeberschutzes und der Verpflichtung, das Mitarbeiter sich an ihrem Arbeitsplatz auch wohlfühlen sollen, ist der Neubau mehrheitlich unstrittig. Selbst im Zuge der Digitalisierung muss man doch sehen, dass trotzdem Köpfe gebraucht werden. Prozesse werden sich verändern, aber Ansprechpartner werden bleiben.“ Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass die Schwelmer das Angebot der Beteiligung auch annehmen.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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