Private Altersvorsorge / Die richtige Strategie ist wichtig

Private Altersvorsorge
Die richtige Strategie ist wichtig

Beim Blick auf die jährliche Renteninformation fragen sich viele: Wird die gesetzliche Rente im Alter ausreichen, um meine Ausgaben zu finanzieren? Bereits erfolgte Niveaukürzungen, die bis 2040 anteilig steigende Versteuerung sowie mögliche Abschläge für einen vorgezogenen Ruhestand sprechen dagegen. Private Altersvorsorge ist für einen entspannten Ruhestand also eher Pflicht als Kür.

Auch der Staat motiviert schon seit längerem mit Zulagen und Steuerersparnissen zur privaten Vorsorge, beispielsweise in Form der Riester-Rente. „Aber die wiederkehrende Berichterstattung in den Medien, Riester sei gescheitert, und die damit einhergehende Diskussion um neue oder andere geförderte Altersvorsorgeprodukte verunsichert die Menschen zunehmend“, beobachtet die Verbraucherzentrale NRW in ihren Beratungen.

Doch wie sieht eine gute Strategie für die private Altersvorsoge aus? „Die wichtigsten Voraussetzungen lauten: Über die persönlichen Ziele nachdenken, sich gut informieren und dranbleiben. Neben staatlich geförderten kommen auch andere Finanzprodukte in Frage. Und das müssen nicht unbedingt private Rentenversicherungen sein“, sagt Dana Rittig,, Beraterin für Geldanlage und Altersvorsorge bei der Verbraucherzentrale Schwerte .
Für alle, die privat vorsorgen wollen, hat sie folgende Tipps:

Versicherung der Arbeitskraft:
Zuallererst gilt es, die Arbeitskraft mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern. Denn eine noch so gut angelegte Strategie für die Altersvorsorge ist zum Scheitern verurteilt, wenn man aufgrund einer Erkrankung den Job nicht mehr ausüben kann. Berufsunfähigkeitsversicherungen unterscheiden sich in den Bedingungen erheblich. Daher sollte man sich vorher ausführlich informieren und mehrere Angebote einholen.

Reserven aufbauen und Wünsche erfüllen:
Grundsätzlich sollten Kredite vermieden beziehungsweise zurückgezahlt werden. Mit einem ausreichend positiven Saldo auf dem Girokonto, zum Beispiel ein Nettomonatseinkommen, werden hohe Dispo- oder noch höhere Überziehungszinsen vermieden. Da das Leben nicht vorhersehbar ist und auch mal die Waschmaschine ersetzt werden muss oder eine Reparatur am Auto notwendig wird, sollte mit zwei bis drei Monatsnettoeinkommen eine Reserve auf einem Tagesgeldkonto zur Verfügung stehen.

Bevor man von weiteren Überschüssen Geld für die private Vorsorge spart, ist noch zu überlegen, welche Ziele und Träume in fünf oder zehn Jahren erfüllt werden sollten. Will man in fünf Jahren in einer neuen Küche kochen, muss auch dafür gespart werden, zum Beispiel über solide Banksparpläne .

Langfristig fürs Alter vorsorgen:
Sind Sicherheitspuffer und Sparplan für zusätzliche Wünsche ausreichend ausgestattet, kann die Strategie für die langfristige Geldanlage und private Altersvorsorge festgelegt werden. Vier Fragen stehen hier im Mittelpunkt: Wie hoch ist die Risikobereitschaft? Wie flexibel kommt man an das Geld? Wie hoch ist der Zins beziehungsweise die Rendite? Kann von staatlicher Förderung oder Steuervorteilen profitiert werden? Ob dann Riester, Rürup und / oder betriebliche Altersversorgung mit staatlicher Förderung in Frage kommen, muss individuell geprüft werden.

Kosten und Erträge prüfen:

Neben staatlich geförderten Vorsorgemöglichkeiten gibt es auch mehrere andere Optionen. Vorteil dabei: In Notsituationen kann auf das angesparte Geld zurückgegriffen werden. Das ist bei geförderten Finanzprodukten nicht immer gegeben. Nicht gefördert vorsorgen bedeutet aber auch, dass jeder Euro aus dem eigenen Portemonnaie stammt. Dementsprechend müssen Kosten und Erträge in einem guten Verhältnis stehen. Insbesondere klassische und fondsgebundene Rentenversicherung erfüllen dies nicht. Eine Alternative bieten Investmentfonds, vor allem Exchange Traded Funds, kurz ETFs genannt.

Ziele regelmäßig überprüfen:
Zu einer guten Strategie gehört die regelmäßige Überprüfung der Ziele. Ist zum Beispiel das Sicherheitspolster durch die Autoreparatur aufgebraucht, sollte wenn möglich zunächst der Puffer wieder aufgefüllt werden, bevor die Altersvorsorge weiter ausgebaut wird.

Unabhängige und neutrale Beratung zu Geldanlage und privater Altersvorsorge bietet die Verbraucherzentrale in Schwerte nach telefonischer Terminvereinbarung unter Rufnummer 02304/94226-0 an. Bis zu 90 Minuten Orientierung und Hilfe bei der Planung der eigenen Finanzen kosten 190 Euro. Aufgrund der aktuelle Situation finden die Beratungen ausschließlich telefonisch statt.

Weitergehende Informationen gibt´s telefonisch unter 02304/94226-0 bei der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Schwerte, Westwall 4 oder auf www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsangebote

Kurzauskünfte gibt es auch am Verbrauchertelefon mittwochs von 11 bis 13 Uhr unter 0900-1-89 79 62 für 1,86 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise variieren.

Autor:

Simone Höltke (Verbraucherzentrale NRW in Schwerte) aus Schwerte

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