„Ein kleines Dankeschön an das Leben“ - Gründerin des Velberter Heilkräutergartens stellt Salben her und unterstützt „Not neben Dir“

Hannelore Terschanski setzt ihr Wissen über Heilkräuter für den guten Zweck ein. Foto: von Lauff
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Ob Ringelblume, Malve oder Thymian - ihr Wissen über die heilende Kraft der Pflanzen ist unerschöpflich. Hannelore Terschanski hat einen Weg gefunden, wie sie damit anderen Menschen in Not helfen kann: Sie stellt rein pflanzliche Heilbalsame her.

Schon im Alter von sieben Jahren war Hannelore Terschanski von der Kraft und der heilenden Wirkung der Pflanzen fasziniert. In der Kräuterdrogerie ihrer Großeltern lernte sie früh den richtigen Umgang mit Heilkräutern kennen und deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

„Ich erinnere mich noch an die langen Spaziergänge mit meinen Großeltern. Sehr anschaulich wurden mir dabei die Heilpflanzen Stück für Stück bekannt gemacht“, so die 74-jährige Velberterin. „Geruch, Geschmack und Aussehen wurden mir mit den Jahren ganz vertraut.“ In den Ferien half sie dann als Jugendliche in der Wuppertaler Drogerie mit und nutzte jede Gelegenheit ihrem Großvater bei der Zubereitung von Heilmitteln über die Schulter zu schauen. Doch ihr beruflicher Werdegang ließ sie damals eine andere Richtung einschlagen.

Die gebürtige Velberterin absolvierte eine Ausbildung bei der Sparkasse, aber auch zu dieser Zeit verbrachte die junge Frau ihren Urlaub häufig in der Apotheke. Heute selbst Großmutter dreier Enkelkinder, hat sie einen Weg gefunden ihr Wissen an die junge Generation weiterzugeben und gleichzeitig Menschen, die Hilfe brauchen finanziell zu unterstützen. „Vor 25 Jahren gründete ich mit ein paar Mitstreitern einen Heilkräutergarten an der Bergischen Straße. Von der Stadt Velbert erhielten wir damals eine Patenschaftsurkunde“, erinnert sich die inzwischen schwerstbehinderte Frau. „Aus einem Teil der Ernte dieses Gartens und meines eigenen Gartens, begann ich irgendwann Salben herzustellen und diese erfreuten sich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis großer Beliebtheit.“

Vor vier Jahren hörte die Rentnerin dann von dem Verein „Nor neben Dir“ und war sofort Feuer und Flamme. „Ob Insektenstiche, Herpes oder Hämorriden, gegen jedes Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen“, so Hannelore Terschanski, die ihr Wissen über die Herstellung von Heilkräuterbalsamen in zahlreichen VHS-Seminaren abrundete. „Alles ganz natürlich, ohne Farb-, Duft und Konservierungsstoffe“, darauf legt die engagierte Velberterin Wert, daher werden die Balsame auch immer frisch hergestellt.

Allein in den letzten beiden Jahren kamen aus dem Verkauf der Balsame auf Spendenbasis, rund 1800 Euro dem Velberter Verein „Not neben Dir“ zugute. „Die Cremes soll sich jeder leisten können. Wichtig ist nur, dass der Erlös zu 100 Prozent an die Kinder geht.“ Die Hände in den Schoss legen sei nicht ihr Ding, so Terschanski. Und so filtert sie unermüdlich Melisse, Rose, Steinklee und Efeu in ihrem Simmertopf, ganz schonend, wie sie betont, damit die wertvollen Inhaltstoffe nicht verloren gehen, um sie anschließend mit feinsten Ölen in kleinen Tiegelchen zu verrühren. Und die Resultate können sich sehen lassen: Steinkleesalbe gegen Krampfadern, Melissenbalsam gegen Herpes, Efeusalbe gegen Rheuma und nicht zu vergessen: die durchblutungsfördernde, wundheilende Ringelblumensalbe. „Die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich“, so Terschanski. Mehr als 200 Salben habe sie während der letzten Haupterntezeit hergestellt.

Noch heute lässt es sich die ältere Dame, trotz Behinderung, nicht nehmen dienstags von 15 bis 18 Uhr in „ihrem“ Heilkräutergarten an der Bergischen Straße 15 zu arbeiten. Doch leider leiden Pflege- und Instandhaltung zurzeit an Personalmangel, daher ihr Appell: „Wer Lust hat Pflanzen zu pflegen, zu ernten und viel Wissenswertes zu lernen, ist bei uns gern gesehen, denn nur so kann das Wissen um die heilende Kraft der Pflanzen an die jüngere Generation weitergegeben werden. Mein Engagement ist ein Dankeschön an das Leben.“
Infos: www.heilkräutergarten-velbert.de.

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