Bürgermeister Thomas Görtz und Krimiautor Erwin Kohl assistieren vorbildlich bei der Fairtrade-Kochshow im Xantener Rathaus

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Schon seit einigen Jahren sind die Fairtrade-Aktivisten Hendrik Meisel und Klaus Hamelmann mit ihrer Fairtrade-Kochshow in ganz Deutschland unterwegs. Auch von Abstechern in Nachbarländer hinein war kurz die Rede, als das Team am vergangenen Wochenende Xanten einen Besuch abstattete.

Eingeladen worden war das Kochduo von einer Xantener Steuergruppe, die sich der Intensivierung des Handels mit Fairtrade-Produkten in der Domstadt verpflichtet fühlt. Die Eine-Welt-Gruppe Xanten e.V. um Herrn Dr. Wolfgang Schneider als Vorsitzenden gehört mit zu diesem großen Team und freute sich darüber, die Kochshow als ein weiteres attraktives Angebot im Rahmen ihres 30-jährigen Vereinsjubiläums präsentieren zu können.

Bereits im Oktober 2012 war die Stadt Xanten von der Organisation TransFair e.V. als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet worden. So gibt es nicht nur in vielen Geschäften Fairtrade-Waren zu kaufen, auch zwei Schulen, zum einen die Marienschule, zum anderen die Gesamtschule Xanten/Sonsbeck tragen das Gütesiegel "Fairtrade-Schule".

Von den beiden Herren kümmerte sich Klaus Hamelmann um die Technik, Hendrik Meisel um das Kochen. Meisel stand allerdings nicht allein hinter dem sprichwörtlichen Kochtopf, Bürgermeister Thomas Görtz und Redakteur Erwin Kohl assistierten dem "Chefkoch" in perfekter Weise. "Es war an einem Vormittag, als Erwin sich um das Mittagessen kümmerte, als Herr Görtz anrief und fragte, ob er nicht auch Interesse daran habe, in einer Kochshow mitzuwirken", erzählte Ehefrau Bettina vor dem Beginn der Kochshow, und da Erwin recht gern koche, habe er zugesagt, fügte sie hinzu. Während des Kochvorgangs erwiesen Kohl und Görtz sich als zuverlässige und fähige Helfer. Görtz, der im ehelichen Haushalt höchstens mal Kartoffeln schält, schnitt viele Gemüsestücke in geschickter Weise klein, nur beim "Zermatschen" einer Banane stieß er an seine Grenzen, das aber nur, weil das Kochduo eine Box mit Utensilien, so auch die Gabeln, vergessen hatte.

Auch Profis stoßen gelegentlich an ihre Grenzen!!!

Auf dem Menuplan standen Quinoa-Salat mit Ziegenkäse und Reis-Kugeln mit karamellisierten Chilli-Cashewnüssen, und ein Dessert aus flambierten Bananenstückchen auf einer One World-Quark-Creme. Diese Gerichte wurden natürlich mit Produkten aus fairem Handel gekocht, aber nicht nur! "Wir plädieren auch für den günstigen Einkauf in guten regionalen Geschäften", pries Meisel an diesem Abend die Erzeuger vom Niederrhein.  

Wie die vielen Videos, die Hamelmann immer wieder auf Wunsch von Meisel einspielte, zeigten, könnten viele der Bauern in Afrika, Asien und Lateinamerika unter viel besseren Bedingungen produzieren, wenn sie in FairTrade-Kooperativen anbauen könnten. Die Kooperativen sorgen nämlich dafür, dass die Menschen in Ländern wie der Dominikanischen Republik, in Peru, in Ghana und in Bolivien, um nur einige von ihnen zu nennen, nicht nur adäquat entlohnt werden, sondern auch frei von gesundheitsgefährdenden Stoffen produzieren können. Kinderarbeit ist in dieser Art von Produktionsgemeinschaften ebenfalls verboten!

Während der Zubereitung der Mahlzeiten wusste Meisel das Publikum prima mit lockeren Sprüchen und amüsanten Anekdoten, aber auch mit interessanten Gesprächen mit Görtz und Kohl zu unterhalten. So erfuhr das Publikum zum Beispiel, dass Görtz den Gästen im Rathaus nur fair gehandelten Kaffee und fair gehandelte Limonade anbieten lässt und dass es in der Regel ein Jahr dauert, bis ein „Erwin Kohl-Krimi“ im Buchhandel erscheint. Als besonders unterhaltsam entwickelte sich die Koch-Phase, in der Kohl und Seidel in Gedanken einen Krimi miteinander verfassten. Im Mittelpunkt des Geschehens stand eine Erbtante, die natürlich Isolde heißen müsse, wie Kohl als Mann vom Fach zu erklären wusste. Dass Kohl gerade begonnen hat, seinen nächsten Krimi zu schreiben, interessierte im Übrigen auch so manchen der Gäste.

In kleinen weißen Schüsselchen boten die Köche den Besuchern ihrer Show die fertigen Gerichte an nach getaner Arbeit an, und, wie es nicht anders zu erwarten gewesen war, zeigten sich die Gäste alle sehr zufrieden. "Mit Gewürzen ist der Chefkoch ja nicht gerade sparsam umgegangen", stellte einer der Besucher, Wolfgang Heinich, nach der Show fest, aber es sei das richtige Maß gewesen.

„Die Show war sehr unterhaltsam, aber auch sehr lehrreich“, freute sich Maria Cavalcanti- Heinich von der Eine-Welt-Gruppe. Für Bürgermeister Görtz war der Abend eher schweißtreibend, aber in einer ungewöhnlich positiven Art, wie er belustigt zu verstehen gab. Noch lange wurde an dem Stand, den die Eine-Welt-Gruppe in mühevoller Kleinarbeit im Treppenhaus des Rathauses aufgebaut hatte, eingekauft und gefachsimpelt. Viele Besucher nahmen sich fair gehandelten Kaffee und Wein, aber auch Jutetaschen und sogar Spekulatius – passend zur Saison - mit nach Hause.
  

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