40 Jahre Eisenbahnmuseum - 2017 wird groß gefeiert

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Zweimal eine 01 - da schlägt das Herz von Dampflokfreunden höher. Die linke im Bild ist die 008, sie wird künftig an der Spitze eines historischen Reisezugs zu bewundern sein. Leider nur als museales Objekt, weil diese Schnellzuglokomotive nicht betriebsfähig ist. In diesem Bild ist sie gemeinsam mit einem betriebsfähigen Exemplar zu sehen. Die 1066 gehört den Ulmer Eisenbahnfreunden und stattete Bochum einen Besuch ab.
 
Es gibt immer was zu tun: Hier erhält die betriebsfähige Lok des Museums ein überholtes Drehgestell.

1969 wurde das Bahnbetriebswerk Dahlhausen stillgelegt. Dass sich dort einmal das größte private Eisenbahnmuseum Deutschlands entwickeln würde, ein Museum von internationalem Rang, hat zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen können. Und doch ist es so gekommen.

1977 gründete die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte an der Dr.-C.-Otto-Straße ein Museum. Seit 2011 wird es von der Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum betrieben. Das Areal umfasst rund 46.000 Quadratmeter. Zwischen dem 14-ständigen Lokomotivschuppen mit 20-Meter-Drehscheibe, Wasserturm, Bekohlungsanlage und weiteren Ausstellungshallen hat sich ein quicklebendiger Abenteuerspielplatz für Große und Kleine etabliert. 2017 feiert das Museum sein 40-Jähriges.

Programm zum Jubiläum

Zum Jubeljahr gehört selbstverständlich auch ein umfangreiches Programm. Eher unauffällig ist der Saisonstart. Ab Mittwoch, 1. März, sind die Tore für Besucher wieder geöffnet. Zahlreiche Veranstaltungen stehen bereits seit einiger Zeit fest, weitere kommen noch hinzu. Einen Höhepunkt des Jahres markiert das Wochenende 29./30. April. Dann feiert sich das Eisenbahnmuseum selbst, auch schaut man zu diesem Termin auf 50 Jahre Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte zurück.
An den Wochenenden 25./26. März und 11./12. November kann man (oder auch frau) im Rahmen der Museums-Workshops wieder selbst Hand anlegen. Speziell für kleine Eisenbahnfreunde gibt es die Kindertage im Museum, sie finden 2017 am 16. Juli und am 20. August statt. Die Herbst-Museumstage mit Fahrbetrieb satt gehen am Wochenende 16./17. September über die Gleise. Dazu gibt's Themenfahrten, die alljährliche Extraschicht, eine Dampfmodellausstellung und, und, und...
Alle Details im Netz unter www.eisenbahnmuseum-bochum.de.

Nationales Projekt des Städtebaus

Gewerkelt wird auch. 2014 gab das Bundesbauministerium die Finanzierung einer Weiterentwicklung des Museums bekannt. Drei Millionen Euro aus dem Sondertopf "Nationale Projekte des Städtebaus" wurden für die Gesamtanlage bewilligt. Im Zuge dieser Maßnahme wird unter anderem ein neues Empfangsgebäude (der Stadtspiegel berichtete) gebaut.
Damit steht das im wesentlichen ehrenamtlich betriebene Museum in einer Reihe mit internationalen Kulturerbe-Stätten. Zur „Sanierung eines ehemaligen Bahnbetriebswerkes auf der Basis großen bürgerschaftlichen Engagements als Beitrag zur Entwicklung der Industriekultur und Naturlandschaft“ - so lautete die offizielle Begründung.

Die abgespeckte Variante

Im August beginnt der Bau des Empfangsgebäudes, für den ein Budget von 2,63 Millionen Euro festgelegt wurde. Der ausgewählte Entwurf hätte sich in diesem Rahmen allerdings nicht realisieren lassen. So musste er um rund 350.000 Euro abgespeckt werden. Ursprünglich war vorgesehen, den in den Bau integrierten Turm mit einem Aufzug und einem Treppenhaus auszustatten, um von dort eine Dachterrasse zu erreichen. Dies wurde verworfen, der Turm wird funktionslos bleiben. "Ich habe dabei genau wie meine Kollegen durchaus Bauchschmerzen", räumt Prof. Dr. Wolfgang Fiegenbaum, Vorstand der Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum, ein. Letztlich müsse man aber zur Kenntnis nehmen, wenn sich Entwürfe den finanziellen Gegebenheiten anpassen müssen. Weiteres Geld war vom Bund - über die drei Millionen Euro für das gesamte Museum hinaus - nicht zu bekommen. Gleichzeitig müsse man die Maßnahme bis Ende 2018 komplett umgesetzt haben, um nicht eine Rückforderung der Förderung zu riskieren. Daher gilt in diesem Fall: Bauen mit einem realistischen Kostenrahmen, der auch gehalten werden kann.
Fiegenbaum: "Unabhängig davon, dass ich es schade finde: So richtig viel verlieren wir nicht." Er begründet: "Von der Aussichtsfläche aus hätten Besucher den Betrieb auf der Drehscheibe und den angrenzenden Gleisen nicht verfolgen können. In der Sichtachse steht das heute zum Empfang genutzte Gebäude. Außerdem verdecken Platanen den Blick."

Zukünftig auch samstags geöffnet

Ein neues Empfangsgebäude - und noch ein paar Neuerungen. "In der Zukunft wird das Museum auch samstags öffnen. Das war bisher nicht möglich, weil unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter an diesem Tag an den Fahrzeugen arbeiten und ein zeitgleicher Besucherbetrieb nicht möglich ist. Im nächsten Jahr werden wir aber unsere Werkstatthalle wieder an das Schienennetz angebunden haben. Dann kann dort gearbeitet und zeitgleich im Ringlokschuppen geschaut werden", erklärt Wolfgang Fiegenbaum.

Ein außergewöhnlicher Reisezug entsteht

Im Bereich des "Platanen-Platzes" ist eine Gastronomie mit Biergarten vorgesehen. Der heute dort eher provisorisch abgestellte Schlaf- und Speisewagen mit Holzaufbau kommt wieder zurück aufs Gleis. Nicht für Fahrten: Im Verbund mit dem Salonwagen, der einst Kanzlern von Hitler bis Brandt diente, jeweils einem weiteren Liege- und Schnellzugwagen und der Dampfschnellzuglokomotive 01 008 vorweg entsteht ein sehenswerter Reisezug, der sich in seiner Gesamtheit den Besuchern in einer der Fahrzeughallen präsentieren wird.
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2 Kommentare
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Volker Dau aus Bochum | 27.02.2017 | 17:57  
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Volker Dau aus Bochum | 27.02.2017 | 18:02  
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