Lotte Minck legt mit "Cool im Pool" einen neuen Loretta-Luchs-Kriminalroman vor

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Eins muss man Lotte Minck lassen: Über das Essen schreibt kaum jemand so sinnlich wie sie. „Cool im Pool“, der mittlerweile sechste Roman um die Hobby-Detektivin Loretta Luchs, ist da keine Ausnahme. Wenn die Ich-Erzählerin die Kochkünste ihrer Freundin Isolde preist, säße man gern mit am Tisch. Ihre Routine im Aufklären von Kriminalfällen darf Loretta allerdings erst nach etwa 130 Seiten unter Beweis stellen, was für die Reihe nicht untypisch ist. Ein überaus witziger Prolog macht dieses Manko – so es denn eins ist – jedoch mehr als wett. Die folgende Schilderung einer Hochzeit mit Hindernissen unterhält ebenfalls prächtig, Seitenhiebe auf das „weiß glitzernde Paralleluniversum“ der Brautmode inbegriffen. Die kitschfreie Liebesgeschichte zwischen Loretta und ihrem Liebsten Pascal ist da ein willkommener Kontrapunkt.
Die Krimihandlung bietet ein klassisches Puzzle aus Indizien. Ein Paar hat systematisch begüterte Männer ausgenommen, wobei sich die Opfer am Ende schämen, auf die Masche hereingefallen zu sein. Als der männliche Teil des Betrügerduos tot im Swimmingpool eines Hotels liegt, löst das aus verständlichen Gründen nicht überall Trauer aus. Die Auflösung des Mordfalls ist für einen leichten Kriminalroman erfreulich plausibel. Loretta und der Leser haben dabei durchaus ein gewisses Verständnis für den Täter.
Loretta-Fans dürfen sich auf einige Verweise auf die vorhergehenden Romane freuen. Auch Neueinsteiger werden jedoch an „Cool im Pool“ ihre Freude haben. Allzu viel Lokalkolorit darf der detailverliebte Leser aus dem Ruhrgebiet allerdings nicht erwarten. Immerhin gibt es einige Dialoge in schönstem Ruhrgebietsdeutsch, für die vor allem Lorettas Freund Frank sorgt: „Ker, Loretta, is dat schön.“
Lotte Minck: Cool im Pool. Droste. ISBN 978-3-7700-1526-9
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