Mikolaschek und Heßler in der Pauluskirche

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Mikolaschek an der Orgel. (Foto: Veranstalter)

Am Freitag, 14. Juni, wird der in Marl geborene Komponist und Organist Michael Mikolaschek ein weiteres außergewöhnliches Orgelkonzert in der Pauluskirche in der Bochumer Innenstadt geben. Diesmal wird er neben Jazz-Klassikern auch drei eigene Kompositionen sowie zwei Stücke des Duisburger Komponisten Hans-Joachim Heßler spielen.

Von seiner im Jahr 2011 erschienenen CD Sounds and Visions spielt Mikolaschek neben der Jazz-Fantasie und dem Stück Spheres 2 2/3 auch das Werk Auf leisen Flügeln. Das letztere Stück ist Anton Webern gewidmet. Es geht um Engel und übersinnliche Wesen, die um uns herum sind und die sich dem rationalen Geist entziehen. Von sprödem Charakter, verbindet es tonale und atonale Fragmente zu einer eigentümlichen Tonsprache. Eine schwebende und fremdartige Melodie, der wir von ferne lauschen.

Aus dem umfangreichen Orgel-Repertoire von Hans-Joachim Heßler spielt Mikolaschek neben dem Werk D.S.C.A. auch die Choralphantasie Lobet den Herren. Als Vorlage für dieses Stück diente Herrn Heßler das bekannte geistliche Lied „Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren“, dessen Text Joachim Neander im Jahr 1680 verfasst hat. Herr Heßlers Komposition zerlegt die Choralmelodie in einzelne Bausteine (Motive) und verarbeitet diese mit den kontrapunktischen Mitteln der Imitation, Augmentation und Diminution. Der Kontrapunkt ist eine im ausgehenden Mittelalter entstandene Kompositionslehre und die wichtigste Kompositionstechnik der Renaissance und des Barock.

Vor allem bei Johann Sebastian Bach hat die Lehre mit ihrem Prinzip punctus contra punctum, was soviel bedeutet wie „Note gegen Note“, einen Höhepunkt gefunden. Imitation bedeutet, dass die melodischen Bausteine auf unterschiedliche Weise nachgeahmt werden (wörtlich, als Sequenz, in Umkehrung etc.). Augmentation bedeutet eine Vergrößerung (die melodischen Bausteine erklingen langsamer, z.B. im halben Tempo), wohingegen Diminution eine Verkleinerung bedeutet (die melodischen Bausteine erklingen schneller, z.B. im doppelten Tempo).
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Ulerich Marré, M.A. aus Essen-Ruhr | 12.06.2013 | 12:37  
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