Mit der VHS zu Fuß über die Alpen

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(Foto: VHS)
 
(Foto: VHS)

Es war eine Premiere in vielerlei Hinsicht: In diesem Sommer haben 15 wanderlustige Bochumerinnen und Bochumer mit der Volkshochschule (VHS) in acht Tagen zu Fuß die Alpen überquert. Für die Volkshochschule Bochum war es die erste Studienreise dieser Art und auch für viele Teilnehmer ein einmaliges Erlebnis: „Für mich war es das Highlight des Jahres“, schwärmt Heike Göhler (40), eine Teilnehmerin der vom Fachbereich „Natur & Umwelt“ organisierten, geographischen Exkursion. Ein voller Erfolg für die VHS Bochum, welche nun auch im nächsten Jahr eine Alpenexkursion anbieten wird.

Gemeinsam mit André Baumeister, der als Geograph und Alpenexperte der Ruhr-Universität Bochum die Exkursion leitete, und Katja Holzmüller, Fachbereichsleiterin an der VHS, machten sich die Wanderinnen und Wanderer zwischen 28 und 65 Jahren auf den Weg von Oberstdorf nach Meran in Südtirol. Auf einer der schönsten Routen in den Ostalpen haben sie dabei viel Interessantes zur Entstehung der Alpen, zur Geologie, zur Landschaftsentwicklung, zur Pflanzenwelt, zum Klima und zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpenraum erfahren.

Täglich mussten rund tausend Höhenmeter mit dem eigenen Rucksack bewältigt werden. Jeder Exkursionsteilnehmer hatte zwischen acht und 15 Kilo zu tragen. Um Gewicht zu sparen, wendeten sie deshalb verschiedene Tricks an und verzichteten auf so manchen „Luxus“: anstelle eines Handtuchs trockneten sich manche mit einem DIN A4-Blatt-großen Mikrofasertuch ab. Ein kleines Utensil war jedoch unentbehrlich und gehört zweifelsohne in jeden Alpenrucksack: Ohrstöpsel. Denn übernachtet wurde hauptsächlich in Alpenvereinshütten und das bedeutet Schlafen auf einem Matratzenlager. Urgemütlich kann das sein, aber ganz lautlos geht das
nicht.

Trotz der Anstrengungen und Einschränkungen, war die Stimmung großartig und auch die Begeisterung für Natur und Landschaft kannte keine Grenzen. „Ich bin beeindruckt, was ich hier alles über die Entstehung von Gebirgen oder über die Geologie der Alpen erfahren habe“, berichtet Siegfried Groß, mit 65 Jahren der älteste Teilnehmer der Tour. „Früher fand ich die Landschaft in den Bergen einfach nur schön. Jetzt kann ich sogar einen Blockgletscher von einem einfachen Schuttfächer
unterscheiden.“

Fast immer hochsommerliche Temperaturen und ein strahlend blauer Himmel bescherten den Alpenbezwingern beste Fernsicht und fantastische Fotomotive. Am dritten Tag jedoch mussten sie in dichtem Nebel die Seescharte auf 2599 Metern überqueren. Der Aufstieg über den Grat zum Gipfel war selbst für Schwindelfreie eine Herausforderung. Als die Gruppe den Gipfel des Großbergkopfes auf 2293 Höhenmetern erreichte, setzte auch noch Regen ein. „Nach so einem Tag schmeckte der warme Apfelstrudel im Württemberger Haus besonders gut“, erzählt VHS-Fachbereichsleiterin Katja Holzmüller.

Die vorletzte Etappe führte die VHS-Teilnehmenden dann zum Höhepunkt
der Exkursion: die Überquerung des Gurgler Ferners. Für die meisten war
es die erste Gletscherüberquerung überhaupt. Alle legten die
Sicherheitsgurte an. In zwei Seilschaften aufgeteilt, stapfen die
Bochumer Bergwanderer den Gletscher hinauf. Am Gurgler Eisjoch
erreichten alle den höchsten Punkt der Exkursion: 3151 Meter über dem
Meeresspiegel. Die Überquerung des Alpenhauptkamms, der gleichzeitig die
Staatsgrenze nach Italien bildet, war geschafft.

Wen das Fernweh gepackt hat und wer mehr über die Alpenüberquerung erfahren möchte, der kann in einem Webblog auf der Internetseite der VHS unter www.vhs-bochum.net nachlesen. Zusätzlich bietet die VHS am Donnerstag, 21. November, von 18 bis 19.30 Uhr einen Vortrag zur Alpenüberquerung an, der einen Vorgeschmack auf die Alpen-Exkursion 2014 geben wird.

Anmeldungen zum Vortrag und Vormerkungen zur Exkursion 2014 nimmt die VHS unter der Telefonnummer 02 34 / 910 - 15 55 entgegen.
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