"Originell wie Pippi, frech wie Nina Hagen" - Die „Tinitussis“ geben nicht viel auf musikalische Normen

Beim Videodreh darf es gerne auch mal wie in der Villa Kunterbunt zugehen: farbenfroh und gut gelaunt machten „Die Tinitussis“, Begründer des Pippi Langstrumpf-Rocks, den Park der Villa Dickmann unsicher. | Foto: privat
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  • Beim Videodreh darf es gerne auch mal wie in der Villa Kunterbunt zugehen: farbenfroh und gut gelaunt machten „Die Tinitussis“, Begründer des Pippi Langstrumpf-Rocks, den Park der Villa Dickmann unsicher.
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„Spielt einfach Punk, so schnell wie ihr nur könnt“, forderte Akkordeonspielerin Jule ihre „Tinitussis“ bei einer der ersten Proben der Band auf. Gesagt, getan, drauflos gejammt. Die Parole aus dem Jahr 2011 hat gefruchtet, die Euphorie und Leichtigkeit hat bis heute überlebt.

Was damals noch etwas schräg klang, hat sich auch im Laufe der Jahre nicht wirklich verbessert.
Noch immer kann die Damen-Combo um Tini, Jule, Birgit und Nicole keine Noten lesen oder mehr als zwei Akkorde spielen. An den Musikunterricht der Schule gibt es, wenn überhaupt, nur rudimentäre Erinnerungen. „Wir sind ziemlich mies“, sind sich die Bottroperinnen völlig unverblümt einig.
Doch dass nicht jeder Ton sitzt, ist bei ihrem genre-unabhängigen Soundmix aus Rock, Punk, Balladen und neuerdings auch Reggae überhaupt nicht erforderlich.

„Es ist phänomenal, wie uns die Leute abfeiern!“

Bei dem, was sie mit ihren Instrumenten anstellen, haben die „Tussis“ einfach eine Menge Spaß, was auch der treuen Fanschar gefällt.
„Es ist unglaublich, dass uns die Leute so gut finden. Manche kommen auch von außerhalb und feiern uns regelrecht ab! Es ist phänomenal“, erklärt Bassistin Birgit.
Selbst Heavy-Metal Fans zählen schon zu den regelmäßigen Gästen, die die Gigs der Band im Cafe Nova in Essen-Borbeck oder im Cottage verfolgt haben. Stagediving inklusive. Was den Tinitussis an musikalischer Tiefe fehlt, machen sie mit ihren authentischen, ausschließlich deutschen Texten wieder wett.
Ihre bislang „komponierten“ 15 Lieder spiegeln die alltäglichen Themen des Lebens wie beispielsweise Liebe, Enttäuschung, Träume oder Shopping wider. Und welche Frau ärgert sich nicht über Chauvi-Idioten und natürlich viel zu volle Kleiderschränke? Frech und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, wird Machos im gleichnamigen Song schon mal gedroht, sie gewaltsam von ihrem liebsten Stück zu trennen.
Dabei sind die beiden Generationen der Band – die jüngste ist 28 Jahre, die Älteste 53 Jahre alt – stets kreativ und originell. Sei es beim Videodreh zu ihrem Song „Im Traum“ (zu sehen auf YouTube), wo sie gleich ein ganzes Himmelbett im Park der Villa Dickmann aufgebaut haben. Oder bei der Vorbereitung zu Konzerten, bei denen die Frauen gleich ihr eigenes Merchandise mitbringen. So wird ihre Fangemeinde regelmäßig mit CDs in selbstdesignten Covern, T-Shirts, Taschen und sogar Ohrringen überrascht.
Wenn sich vorher keine Gelegenheit ergibt, müssen Musik-Interessierte allerdings noch ein wenig warten, um den ungewöhlichen Sound der vier Damen live erleben zu können. Der nächste gesetzte Auftritt ist erst wieder beim Neujahrs Rock im Cottage.

Bis dahin lohnt sich ein Blick auf die offizielle Homepage der Band www.die-tinitussis.de, wo neben Songtexten auch eine Hörprobe wartet.

Beim Videodreh darf es gerne auch mal wie in der Villa Kunterbunt zugehen: farbenfroh und gut gelaunt machten „Die Tinitussis“, Begründer des Pippi Langstrumpf-Rocks, den Park der Villa Dickmann unsicher. | Foto: privat
Spielen nicht immer ganz akkurat, aber dafür viel, laut und gerne: Die Tinitussis live on stage. | Foto: Sabine Sandforth
Autor:

Christian Gensheimer aus Essen-Nord

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