Karneval in Terrorzeiten

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Karneval ist ein Grund, um ausgelassen zu feiern. Doch manch einer macht in diesem Jahr einen Bogen um große Veranstaltungen in den Karnevalshochburgen. (Thiele)

Die fünfte Jahreszeit ist da: Nicht nur für eingefleischte Jecken ist das ein
Grund, ausgelassen zu feiern. Jedoch ist in diesem Jahr eine Anspannung
greifbar. Und manch einer macht deshalb einen Bogen um große Veranstaltungen
in den Karnevalshochburgen.

Die Angst vor einem Anschlag ist da, und auch angesichts der Übergriffe in der Silvesternacht bleibt ein mulmiges Gefühl. Ja, in Zeiten von Terrorwarnungen
und Co. gucke sie anders auf den Karneval, bestätigt uns Conny Straßmann, Präsidentin des heimischen Karnevalsclubs CCCS. „Das hat sich im Hinterkopf
festgesetzt. Man denkt immer: ‚Es ist alles weit weg.‘ Ist es aber nicht. Ich hoffe,
dass alles ruhig bleibt.“ Seit 47 Jahren ist Conny Straßmann im CCCS aktiv,
seit 19 Jahren ist sie dort Präsidentin. „Karneval bedeutet mir noch genau so viel wie früher. Es ist mein Hobby und mein Leben. Drei bis vier Veranstaltungen am
Wochenende gehen für michaber nicht mehr“, verrät sie.
An Rosenmontagsumzügen beteiligt sich der CCCS seit drei Jahren nicht mehr. In
umliegenden Städten, weiß Conny Straßmann, fänden alle Umzüge wie geplant statt − mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. Sie hoffe, dass die Polizei wachsam bleibe und auch Gaststätten, in denen gefeiert werde, einen Plan B hätten und beispielsweiseTaschenkontrollen durchführten.
Das Feiern, so ihre Überzeugung, sollte man sich trotz allem nicht vermiesen
lassen. „Man sollte sich nicht zu sehr zurückdrängen lassen“, meint auch Melanie
Appel von den Roten Funken. Sie hat den Karneval im Blut. Ihr Vater wurde kürzlich für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt, Melanie Appel selbst ist seit 30 Jahren im Verein aktiv. „Karneval macht einfach tierisch viel Spaß“,
lächelt sie. Gemeinsam mit rund 20 bis 30 Mitgliedern ihrer Karnevalsgesellschaft
wird sie am Rosenmontag (8.Februar) zum Umzug nach Dortmund fahren. „Ich hoffe und denke, dass Dortmund gut gerüstet ist. Eine hundertprozentige
Sicherheit gibt es nicht. Die gibt es aber auch nicht, wenn man die Straße überquert.“
Sie selbst fahre ohne mulmiges Gefühl nach Dortmund. „Wachsam sollte man auf jeden Fall sein“, meint Melanie Appel.
Einige wenige Mitglieder der Roten Funken hätten sich dafür entschieden, nicht
mitzufahren. Dafür hat Melanie Appel Verständnis. Jeder müsse für sich selbst entscheiden, ob er sich ins jecke Treiben. Oder eben nicht.
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3 Kommentare
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Wolfgang Höffchen aus Castrop-Rauxel | 07.02.2016 | 10:51  
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Claudia Jacobs aus Mülheim an der Ruhr | 08.02.2016 | 15:11  
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Roland Nelke aus Castrop-Rauxel | 07.03.2016 | 07:54  
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