Vattenfalls Braunkohle-Verkauf: Schrecken ohne Ende

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Braunkohle Tagebau. (Foto: Pixabay)
Braunkohle ist Auslaufmodell - verbindlicher Plan zum gesicherten Kohleausstieg notwendig

Mit Blick auf die Pläne der schwedischen Regierung, die deutsche Braunkohle-Sparte des staatseigenen Vattenfall-Konzerns an die tschechische EPH-Gruppe zu verkaufen, warnt NABU-Präsident Olaf Tschimpke vor dramatischen Fehlentwicklungen in der Energiepolitik. „Braunkohle ist ein Auslaufmodell. Deshalb müssen die dreckigsten und ältesten Braunkohlekraftwerke ihre klima- und gesundheitsschädlichen Emissionen schnell drosseln und die Tagebauschäden abgemildert werden. Deutschland und Schweden müssen diesen schmutzigen Deal verhindern.“



Am konkreten Beispiel Vattenfall werde deutlich, dass die Klima- und Energiepolitik an Glaubwürdigkeit verliere, wenn schmutzige Kraftwerke der großen Energiekonzerne an ausländische Investoren verhökert würden. Statt des Verkaufs, muss Vattenfall das Kohlegeschäft beenden und so zur Energiewende in Deutschland beitragen. Der potentielle Käufer EPH gehört zu den rückständigen Unternehmen, die auf eine Renaissance der Kohle setzen und nur sehr geringe Mittel für die Sanierung der enormen Umweltschäden durch den Kohletagebau zurückstellen.

„Wir müssen davon ausgehen, dass die undurchsichtigen Unternehmensstrukturen dazu führen können, dass die EPH-Gruppe keine Verantwortung für die Region und ihre Menschen übernimmt und sich zurückzieht, sobald das letzte Geld abgezogen wurde“, so Tschimpke weiter. Die schädlichen Emissionen der Braunkohle-Kraftwerke haben nicht nur gravierende Folgen für das Klima, auch die Tagebaue sorgen für Langzeit-Probleme, insbesondere für unsere Flüsse und die Trinkwassererzeugung. Denn mit dem Wasser, das die Tagebaugebiete verlässt, gelangen Schwefelsäuremoleküle und Eisenhydroxid in die Flüsse und verteilen sich zum Beispiel aus der Lausitz bis nach Berlin. Durch die Eisen-Schlammauflage ist auf vielen Flussabschnitten kein Sauerstoffaustausch zwischen Wasseroberfläche und Boden mehr möglich: der Fluss kann nicht mehr atmen. Das erklärt der NABU anschaulich in einem Video-Clip.

Aus NABU-Sicht müsse sichergestellt werden, dass die Betreiber der Tagebaue ihrer Verantwortung für Klima, Mensch und Natur gerecht werden. „Deshalb muss die Bundesregierung einen umwelt- und sozial verträglichen Kohleausstiegsplan verbindlich im nationalen Klimaschutzplan 2050 verankern, den die Große Koalition noch vor der Sommerpause vorstellen will“, so NABU-Energieexpertin Tina Mieritz.
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