Die Mercaden - Super oder Tinnef?

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Jo und Olaf kloppen sich wieder. (Foto: André Elschenbroich)
Dorsten: Stadtspiegel Dorsten |

Joachim "Jo" (Gernoth) und Olaf (Hellenkamp) arbeiten für den STADTSPIEGEL Dorsten. So wöchentlich wie möglich verfassen sie das "Nicht ganz ernst gemeinte Streitgespräch". Diese Rubrik befasst sich mit den unterschiedlichsten Themen, die mit einem deutlichen Augenzwinkern aus den zwei Blickwinkeln "Alles super!" und "Alles Tinnef" betrachtet werden. Heute geht es um das geplante neue Lippetorcenter namens "Mercaden".

Jo sagt: Alles Tinnef!

Bauruinen haben etwas und manchmal sind sie besser als Neubauten. Also ich setze mich mal wieder freiwillig in den Ameisenhaufen Lippetor. Was uns einst als das Ende der dörflichen Dorstener Einkaufslandschaft galt, ist jetzt eine Bauruine. Schick vernagelt vom „Investor“. Eigentlich müsste das Ding schon abgerissen sein und das neue Center stehen - wie in Bergisch Gladbach. Ich lach mich kaputt. Spekulationen, und der Schuhkarton, der da den Weg zum Wasser versperren soll, der ist in ein paar Jahren auch wieder pleite. Nichts gegen den Investor, aber die Politik setzt sich selbst unter Zugzwang. Bestes Beispiel der Media Markt: Sichtbeton anstelle von Glasfassade... Deshalb: Muss man ein Center in Dorsten haben? Reichen nicht ein paar schöne Kneipen, eine lebenswerte Kanalpromenade und bezahlbares urbanes Wohnen? Fragt doch mal den Bürger. Schicke Läden gehen auch ohne Center. Siehe Mensing. Wir können besser die Lippetor-Ruine pflegen, als wieder eine Neue zu bauen. Und, lieber Olaf, wie lecker wäre ein Weizen im Kanalfährhaus oder im Goldenen Anker Junior. Und danach würde ich dann in mein Appartement mit Balkon zum Kanal aufsuchen. Genug geträumt. Richten wir uns auf eine lange Bauphase und eine kurze Lebensdauer der „Mercaden“ ein.

Olaf sagt: Alles Super!

Man muss zerstören, um Neues zu schaffen. Das ist die Grundaussage der Industrial-Band „Einstürzenden Neubauten“. Und die teile ich. Denn alles hat seine Zeit. Die Zeit des alten Lippetorcenters ist eindeutig abgelaufen. Das alte Ding muss weg und ein neues Ding muss her. Sicher, ich war vor ein paar Jahren schon auf einigen Presseterminen, in dessen Rahmen sich Investoren und Kreative selbst in den Himmel lobten. Was daraus geworden ist, sehen wir heute am Westwall 61. Trotz allem sollten wir vertrauen können. Vertrauen auf Entscheidungsträger, Geldgeber und Architekten. Klar kann man es nicht allen recht machen, und wenn das Gebäude steht, wird es auch wieder Nörgelköppe geben, die Fehler suchen. Wie bei Deinem Beispiel mit der Sichtbeton-/Glasfassade. Mal im Ernst: Ist doch egal! Nein, ich freue mich schon auf die Mercaden (obwohl der Name doof ist). Ich würde lieber heute als morgen den Shopping-Tempel betreten. Das bringt frischen Wind in die Stadt, viele profitieren davon und dem Image wäre es auch zuträglich. Ein paar schöne Kneipen, wie Du sie Dir wünscht, haben in Dorsten eh keine Chance. Entsprechende Gastronomie wird in dem neuen Projekt berücksichtigt. Also: Her mit der Abrissbirne und los geht es mit dem Bau des neuen Centers!

Bürgerinformation

Informationen aus erster Hand gibt es für alle Interessierten im Rahmen einer Bürgerinformation am Mittwoch, 17. April, um 19.30 Uhr im Rathaus der Stadt Dorsten. Klicken Sie hier.
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