Afrikafreunde Wulfen: Big Five für Muona

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Hannes Schürmann, Peter Brzezinski, Bernhard Heming, Günter Hessing und Ritschi Vadder engagieren sich für Afrika.
 
Das Krankenhaus in Muona bietet medizinische Versorgung für die lokale Bevölkerung.
 
Der Unterricht in der Jungenschule erfolgt unter einfachsten Bedingungen.
Muona (Malawi): Muona |

Seit über 40 Jahren hat die Wulfener St. Matthäus Kirchengemeinde eine besondere Verbindung zu Hilfsprojekten ins afrikanische Malawi. Darunter eine Partnerschaft mit Ordensschwestern vom Orden der göttlichen Vorsehung. Diese Nonnen wurden regelmäßig mit Spendengeldern von Sternsingaktionen oder beispielsweise Pfarrfesten unterstützt. Federführend in dem Ort Muona waren zunächst Schwester Rita und später Schwester Virgo. Sie verrichteten ihren Dienst vorrangig für ein örtliches Krankenhaus und eine Mädchenschule, wohin auch die Spendengelder aus Wulfen geflossen sind.

Nachdem fünf afrikabegeisterte Wulfener im Oktober 2006 die Missionsstation im Süden von Malawi besucht hatten, haben sich aus dieser Verbindung die Afrikafreunde Wulfen gegründet. Seit diesem Besuch engagieren sich Hannes Schürmann, Peter Brzezinski, Bernhard Heming, Günter Hessing und Ritschi Vadder für Bildungsprojekte in dem Dritte Welt Land. „1996 besuchten wir erstmals den Kontinent und seitdem lässt uns Südafrika nicht mehr los“, berichtet Richard Vadder. „Danach haben wir im zwei-Jahres-Rhythmus die Länder Südafrika, Namibia, Botswana, Tansania, Mosambik, Swasiland, Kenia, Uganda und Sambia bereist. Im Jahre 2006 war Malawi das Ziel. Wir hatten schon im Vorfeld geplant, die dortige Missionsstation in Muona, zu besuchen“, resümiert Ritschi Vadder. „Der Empfang durch die Schwestern vor Ort war sehr herzlich“, erinnert er sich. „Wir haben dann das beschriebene Krankenhaus und die Mädchenschule besichtigt. Durch das Hospital wurden wir von William Allan, dem Krankenhausverwalter, geführt. Und Mr. Allan wurde später für uns auch die Schlüsselfigur, was unser Schulprojekt anbelangt.“

Wulfener sammeln für Schulprojekt


Denn nicht nur die Mädchenschule am Ort besichtigte der Besuch aus Wulfen, auch ein Abstecher in die nebenan gelegene, staatliche Jungenschule gehörte zum Programm. Und was die Urlauber da sahen, hat sie nicht nur sehr bewegt, sondern auch ziemlich geprägt. „Im Gegensatz zu den Mädchen saßen die Jungen in den Klassenräumen auf dem blanken Estrich. Es gab weder Schulmöbel, noch Farbe an den Wänden oder geschweige eine funktionsfähige Tafel. „Als wir abends zusammen saßen und den Tag Revue passieren ließen, haben wir uns gesagt: Hier müssen wir was tun. Es müsste doch möglich sein, zumindest einen Schulraum mit Möbeln auszustatten“, sagt Günter Hessing.

Zurück in Wulfen, gingen die fünf Männer auf Sammeltour. Unter anderem durch Vorträge oder Spendenaufrufe. So kamen damals 3.425 Euro in wenigen Monaten zusammen. Davon wurde dann in Malawi ein Tischler mit der Fertigung der Ausstattung beauftragt. Vadder: „Wir hatten erst überlegt, Material von hier zu schicken. Aber die Transportkosten waren immens hoch. Und durch die Fertigung vor Ort schafft man dort auch wieder Arbeitsplätze.“ Mit dem Geld konnten die Big Five, wie sie mittlerweile in Afrika genannt wurden, zunächst zwei Klassenräume ausstatten. Ein weiterer folgte kurz darauf. Darüber hinaus wurden Türen eingesetzt und Fenster gesichert. Denn ohne diese Maßnahmen wären die Möbel schnell wieder weg gewesen.

Den vertrauensvolle Umgang mit dem Geld vor Ort regelt William Allan, den sie persönlich kennengelernt haben. Er mailt Richard Vadder auch regelmäßig die Nachrichten über die neuste Entwicklung zu. Nachfolgende Malawibesucher aus den Niederlanden und Schottland fanden die Idee der Wulfener so gut, dass sie sich dem Schulprojekt angeschlossen haben. Mittlerweile sind alle 10 Klassenräume der Schule mit Möbel ausgestattet. Als nächstes plante William den Bau eines Training Centers, ein Ausbildungszentrum für junge Männer und Frauen, vor allem Schulabbrecher, die dort eine „Technische Ausbildung“ erhalten sollen, um so irgendwann auf eigenen Beinen zu stehen. Dank weiteren Aktivitäten bzw. Spendengelder aus Wulfen konnte das Gebäude erstellt werden.

Die Wulfener Spendengelder wurden vorwiegend für die Inneneinrichtung des Centrums, für Toiletten, Möbel und einer Dach-Solaranlage für die Beleuchtung des Hauses verwendet. Die Fertigstellung erfolgte 2012. Als drittes Projekt wurden Klassenräume einer weiteren, benachbarten Schule in Muona renoviert. Wie schon beim ersten Projekt, wurden auch hier Klassenräume einer Grundschule mit Spendengeldern renoviert. „Unser jüngstes und viertes Projekt haben wir „Mama Malawi“ getauft. Hier geht es um die finanzielle Unterstützung von Schülern, die sich nach der 8-jährigen Grundschulzeit den Besuch einer weiterführenden Schule finanziell nicht leisten können.“, berichtet Günter Hessing. Und weiter: „Konkret geht es um fünf Schüler bzw. Schülerinnen mit unterschiedlichen Schicksalen, denen die Ausbildung an einer weiterführenden Schule ermöglicht werden soll.“ Der Projektname Mama-Malawi wurde gewählt, weil die Mehrzahl der Schüler Halb- oder Vollwaisen sind. Eltern können nicht ersetzt werden, aber die Big Five wollen versuchen den Kindern, mit ihrer Unterstützung, eine Zukunft zu ermöglichen.

Flutkatastrophe in Malawi

Zwischenzeitlich hat sich im Januar 2015 eine Flutkatastrophe im südlichen Malawi ereignet, wovon auch Muona betroffen ist. Mehr als 170 Menschen sind Anfang des Jahres beim Hochwasser im ostafrikanischen Malawi ums Leben gekommen, 120.000 sind obdachlos. Die malawische Regierung hat mehr als ein Drittel des Landes zum Katastrophengebiet erklärt und um internationale Hilfe gebeten. Nachdem William Allan die Wulfener kontaktiert bzw.um Hilfe gebeten hatte, haben sie 2.800 Euro als Soforthilfe nach Malawi überwiesen. Mit diesem Geld konnten in den drei Flut-Flüchtlingslagern Chapinga, Mbwazi and Osiyana 538 Familien mit Lebensmittel versorgt werden. Mittlerweile wurde für diverse Hilfsprojekte von 2007 an bis heute insgesamt 13.742 Euro nach Malawi überwiesen. Dabei versichern die Wulfener, dass alle Spendengelder zu 100 Prozent, also ohne Abzüge für beispielsweise Verwaltungskosten, auch nach Afrika überwiesen werden.

Erst kürzlich bedankte sich William mit folgenden Worten: „Im Namen der Flutopfer in Muona und im Auftrag der Muona Foundation bzw. dessen Mitglieder, möchte ich mich bei den BIG FIVE, ihren Familien und allen, die für die Rettung der Flutopfer, für Kauf von Hilfsgütern herzlich bedanken. Der liebe Gott segne euch alle für Eure Hilfsbereitschaft, für die bedürftigen Menschen in Muona.“ Die Afrikafreunde Wulfen schließen sich an und möchten sich ebenfalls bei allen Spendern, besonders bei der Caritas/Kleiderkammer Wulfen und Eine-Welt-Gruppe, herzlich bedanken. Ein weiterer Besuch wird derzeit geplant, voraussichtlich im Oktober 2016 geht es wieder nach Afrika.

Wer spenden möchte, kann dies unter dem Stichwort Malawi oder Malawihilfe bei der Volksbank Dorsten tun. Konto-Nr. 900 031 409 oder SEPA: DE 35 4266 2320 0900 0314 09 BIC: GENODEM1DST. Von diesem Konto können bei Einzahlungen Spendenquittungen von der Kirchgemeinde Wulfen ausgestellt werden.

Hier ein kleines Video, das Muona und die Krankenstation zeigt (auf Niederländisch):



Fotos und Text: Bludau / Afrikafreunde Wulfen
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