Belgische, deutsche und geflüchtete Jugendliche drehen Kurzfilme

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Die Jugendlichen arbeiten mit dem Greenscreen-Verfahren (Foto: Maarten Stynen)
Beim Projekt "Filmen ohne Grenzen" im Dortmunder U arbeiten Jugendliche aus verschiedenen Herkunftsländern zusammen.

Friday ist seit fünf Monaten in Deutschland. Seine Odyssee führte den 17-Jährigen, der als Christ aus Nigeria floh, über Libyen nach Dortmund. Nun sitzt er zusammen mit anderen Jugendlichen auf der Etage U_ZWEI im Dortmunder U und gestaltet eine Puppe aus Draht und Schaumstoff – sein Alter Ego in einem Dokumentarfilm, der derzeit auf der Etage für kulturelle Bildung im U entsteht. In dem Kurzfilm, der die Geschichte seiner Flucht erzählt, werden Trickfilm-Sequenzen mit der Puppe die Szenen in Afrika und auf der Flucht bebildern.

Der junge Mann ist Teil einer 17-köpfigen Gruppe aus deutschen und belgischen Jugendlichen, die seit einer Woche gemeinsam an Dokumentar- und Animationsfilmen arbeiten.

„Beyond Boundaries“ heißt das Projekt, das mit dem Erasmus-Programm der EU gefördert wird und sich inhaltlich mit dem Thema Grenzen beschäftigt. In den drei Kurzfilmen, an denen die Jugendlichen im U arbeiten, geht es um die Grenzen zwischen Europa und dem Rest der Welt, aber auch um Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit oder zwischen „normal“ und „unnormal“.

Während ihrer Workshop-Woche in Dortmund verwandeln die Jugendlichen zwei Räume der U_ZWEI in eine Näh-, Bastel- und Filmwerkstatt: In einer Ecke entstehen die Miniatur-Kulissen für die Trickfilm-Szenen, in einer anderen werden Puppenkleider genäht, während hinten eine grüne Leinwand auf den nächsten Greenscreen-Dreh wartet.

Für die Jugendlichen geht es Ende April im belgischen Turnhout weiter: Dort werden die letzten Szenen gedreht, werden die Filme geschnitten und fertig gestellt. In Dortmund feiern sie Premiere bei den Jungen Medientagen im U vom 9. bis zum 12. Juni.

„Wir werden versuchen, die Filme auch bei Festivals zu platzieren, zum Beispiel beim Dokumentarfestival ,Dok Leipzig“, sagt Vera Schöpfer von der Jungen Akademie für Dokumentarfilm YOUNG DOGS, die das Projekt gemeinsam mit den Partnern vom belgischen Animationsfilmstudio Kidscam leitet.

„A good Christian“ lautet der Arbeitstitel des Films über Fridays Flucht. Es kommt nicht auf die Religion an, so die Botschaft des Films, sondern auf den einzelnen Menschen: Der junge Afrikaner machte auf seiner Flucht ganz unterschiedliche Erfahrungen mit Menschen verschiedener Religionen.

Auch andere Projektteilnehmer lassen ihre persönliche Geschichte in die Filme einfließen: Ein Mädchen, das an der Schlafkrankheit Narkolepsie leidet, bringt ihre Grenz-Erfahrungen zwischen Traum und Wachsein mit Hilfe der Greenscreen-Technik und Computer-Nachbearbeitung auf die Leinwand.
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