Goldene Zeiten am Borsigplatz

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Die Bewohner benennen die Straßen im Viertel um und machen so aus der Oesterholzstraße die Goldenes-Zeitalter-Straße. Eine Aktion von Henrik Mayer und Reinigungsgesellschaft. (Foto: Borsig 11)
 
Hundert Chancen erhält jeder Bewohner, um zur Veränderung des Viertels beizutragen. Mit der Währung können Kunstprojekte finanziert werden. (Foto: Borsig 11)

Im ersten Halbjahr des Projekts „Public Residence: Die Chance“ der Machbarschaft Borsig 11 am Borsigplatz haben sich zahlreiche Nachbarn kreativ beteiligt

und zur Verwirklichung von Projekten beigetragen, die das Quartier verändert haben und inzwischen von den Bewohnern weitergeführt werden, wie die Givebox oder das Geschmacksarchiv.

Auch die Umbenennung von Straßen kann weiter mit Chancen realisiert werden. Derzeit sucht die Tänzerin Dorothea Eitel Komplizen für Kunstaktionen im öffentlichen Raum, Frank Bölter braucht noch Hilfe beim Bier brauen, Olek Witt ist auf der Suche nach schauspielerischen Talenten und Rolf Dennemann sammelt Geschichten der Bewohner, um mit ihnen zusammen einen Krimi zu schreiben. Aktionen, Gespräche, Veranstaltungen und vieles mehr sind geplant.

E.D.K., die Einsatzzentrale für Dorotheas Kunstaktionen rund um den Borsigplatz, eröffnet am 10. Januar von 10 bis 18 Uhr in der Oesterholzstraße 103. Besucher können Kunst-Komplize werden, sie starten mit der Künstlerin Dorothea Eitel an einem öffentlichen Ort einen ARTrequest und finden Fürsprecher. Oder sie rufen an und bestellen ARTprivat zu sich nach Hause. Die in der Einsatzzentrale diensthabenden Künstler sind auf An- und Zuruf zur Stelle! Kontakt: dorothea@borsig11.de.

Besucher sind im Kunst-Café in der Oesterholzstraße 103 immer willkommen. Die Künstler brauchen die Chancen der Bewohner, um Projekte verwirklichen zu können. Die Bewohner sind der Auftraggeber. Einhundert Chancen Startgeld erhält jeder Bewohner des Borsigplatz-Quartiers bei Borsig11. Wer mithilft, kann darüber hinaus weitere Chancen verdienen, um Projekte zu unterstützen, wie beispielsweise das der Künstlerin Angela Ljiljanic. Sie lebt mit weiteren Künstlern für ein Jahr am Borsigplatz und verwirklicht dort mit der Bevölkerung gemeinsam Kunst.

Ihre jüngste Aktion: Das Borsigplatz-Geschmacksarchiv. Zusammen mit Quartiersbewohnern hat Ljiljanic in Hochbeeten Gewürze und Gemüse gepflanzt, um mit den geernteten Zutaten ein Archiv des Borsig-Geschmacks in hundert Einmachgläsern anzulegen. Die Bewohner des Viertels haben aus den selbstangebauten Früchten Marmeladen, Gelees und Öle hergestellt, von denen nur sie selbst wissen, was sie enthalten, denn etikettiert sind die Gläser und Flaschen nicht.

„Am Borsigplatz tut man gut daran, sich auf die Entfaltung einer Kultur auszurichten, die man als kosmopolitisch und weltgewandt bezeichnet. Dieses Quartier hat das nötige Temperament, um nicht in der vermeintlichen Glorifizierung der guten alten Zeiten zu verharren“, sagt die Künstlerin zu ihrern neuen Heimat.

„ Wir haben für die Restlaufzeit des Projekts bis Mai nächsten Jahres das Ladenlokal Oesterholzstr. 103 angemietet, um dem Kunstprojekt einen festen Ort zu geben, insbesondere in der kalten Jahreszeit“, erklärt Volker Pohlüke von der Machbarschaft Borsig 11.
Und Guido Meincke, ebenfalls von der Machbarschaft, ergänzt: „das Goldene Zeitalter ist eine Zeit, die jetzt anbricht. Es geht ja in Public Residence: Die Chance darum, die Kreativität der Bewohner des Borsigplatz-Quartiers zu wecken, sie an der Gestaltung des eigenen Umfelds zu beteiligen und zum Selber-Machen anzuregen. Die Veranstaltung ist also als Aufruf zu verstehen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, hier und jetzt – nicht einer Vergangenheit nachzutrauern oder auf bessere Zeiten zu warten. Und als Hinweis darauf, dass dies schon geschieht.“

Das Ladenlokal in der Oesterholzstraße, das den Künstlern als Atelier dient, ist die Basis, von der aus die Aktivitäten im öffentlichen Raum ausgehen.“ Zu diesem Zweck wurde der Ort vorübergehend „vergoldet“. Angela Ljiljanic über den neuen Kunstort:“Die Eröffnung des „Goldenen Zeitalters“ richtet sich an ein Publikum, das möglicherweise keine Kunst konsumieren möchte. Der Ort des Zusammentreffens tarnt sich im öffentlichen Raum und durch seine Alltäglichkeit.“

Neben der Einsatzzentrale für Dorotheas Kunstaktionen., die am 10. Januar startet, gibt es am gleichen Tag noch einen weiteren Termin: Das Abfüllfest des Dortmunder Schwarzbräus.

Zusammen mit Anwohnern hat der Künstler Frank Bölter in der Vorweihnachtszeit auf dem kleinen Borsigplatz einen Tag lang Bier gebraut, das in der Zwischenzeit gegoren ist und beim „Abfüllfest“ am 10. Januar verflascht wird.

Bier brauen braucht Geduld, denn der Gerstensaft muss in der Flasche noch 27 Tage lang weiter reifen, bevor er getrunken werden kann. Besucher werden gebeten, ausgekochte Bügelflaschen mitzubringen, in die das Bier dann gefüllt werden kann. Kontakt: frank@borsig11.de.
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