„Ein großes Stück Hoffnung“

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Seit mehr als 30 Jahren setzt sich der Elterntreff am Klinikum für krebskranke Kinder und ihre Familien ein. (Foto: Schmitz)

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, ist das für die ganze Familie eine schwere Zeit.

Zu den Sorgen um Gesundheit und Leben des kleinen Patienten kommen Termine bei Ärzten und in Kliniken, das Familienleben und die Geschwisterkinder leiden unter der Belastung und der Zeitnot der Eltern.

Seit mehr als 30 Jahren setzt sich in Dortmund der Elterntreff leukämie- und tumorerkrankter Kinder für die Eltern, die Geschwister und die Kranken selbst ein. Am 19. Februar 1985 wurde der Verein offiziell eingetragen, doch die Arbeit in einer Selbsthilfegruppe betroffener Eltern gab es schon drei Jahre vorher.

Anneliese Welzel und Christel Lamotte sind Mütter krebskranker Kinder, und gemeinsam mit dem damaligen Stationsleiter Dr. Harald Neugebauer entstand die Idee, mit Eltern anderer krebskranker Kinder Kontakt aufzunehmen. „Die Situation in den Krankenhäusern war damals eine ganz andere“, erinnert sich Hans-Jörg Banack, der rund ein Jahr später zum Verein kam. „Krebs als Krankheit war ein Tabu.In den Krankenhäusern gab es große Krankenzimmer mit bis zu sechs Betten-Belegung. Krebskranke Kleinkinder wurden gemeinsam mit Schulkindern oder Jugendlichen untergebracht, Eltern-Kind-Einheiten, so wie wir sie heute kennen, gab es gar nicht.“

Dass Eltern bei ihren kranken Kindern übernachten konnten, war nicht vorgesehen, stattdessen gab es stark eingeschränkte Besuchszeiten. Die Kinderonkologie steckte noch in ihren Anfängen, und für viele Patienten waren die Heilungsprogosen nicht gut. Anneliese Welzel suchte den Kontakt zu einer Bottroper und einer Bonner Selbshhilfegruppe, und aus diesen ersten Schritten ergab sich eine umfangreiche Vereinstätigkeit.

Das Kernstück der Vereinsarbeit bilden heute die Stationsmütter. Sie bieten auf der Station „K41“ intensive Beratungen, aber auch ganz einfach Gespräche an: „Wenn man erfährt, dass das eigene Kind Krebs hat, fällt man in ein ganz tiefes Loch. Man hört die Diagnose und die Prognose für die Heilung, doch man kann einfach nicht glauben, dass das Kind wieder ganz gesund werden kann“, beschreibt Monika Schmidt-Steup.

„Wir als Stationsmütter sind dafür da, um anderen Eltern zu sagen: Ihr könnt das schaffen, wir haben das auch geschafft.“ Oft sind es die alltäglichen kleinen Gespräche, die den Kindern in der Klinik helfen. „Wir haben einen ganz anderen Zugang zu den Kindern, wir greifen die Themen auf, die wir bei den Kindern vorfinden“, ergänzt Brigitte Rüsse. Insgesamt sechs Stationsmütter sind abwechselnd vor Ort im Klinikum.

In 30 Jahren konnte der Verein mit Spendengeldern im siebenstelligen Bereich die Situation der Kinder verbessern. Mit Treffen außerhalb der Kliniken werden die Familien gestärkt, ein regelmäßiges Elterncafé dient als Ort zum Austausch, doch der Verein hat auch noch Wünsche:
„Zuallererst bessere Heilungschanchen, eine kinderfeundlichere Klinik. Dann ein bisschen mehr Zeit für die Patienten“, zählt Banack auf.

Für die eigene Vereinsarbeit wünscht sich Banack einen geräuschlosen Übergang in die nächste Generation, „und weiterhin die tolle Unterstützung durch Spender.“ Das nächste Projekt ist schon in Arbeit: Im Innenhof der Kinderklinik entsteht ein Therapiegarten.
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