Dortmund übernimmt Aufgabe als Transit-Zentrale

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Dezernentin Diane Jägers: Wir stellen die Fläche zur Verfügung, vom Land kommen Leichtbauhallen wie in Selm für die neue Erstaufnahme auf dem Parkplatz Buschmühle. (Foto: Archiv)
 
Frank Ortmann, DRK: Die Hilfsbereitschaft ist riesengroß. Wir bitten um Geduld, um es zu organisieren. (Foto: Archiv)

Hier wird nicht von Willkommenskultur geredet, hier wird sie gelebt. Das stellte das Dortmunder Stadtoberhaupt fest. Nicht nur die rund 4000 Flüchtlinge, die in den vergangenen drei Tagen auf einem Zwischenstopp in Dortmund am Hauptbahnhof ankamen, auch die Dortmunder Wohlfahrtsverbände wurden von einer Welle der Hilfsbereitschaft überrollt.

Viele, viele Menschen bildeten nachts im Hauptbahnhof eine Menschenkette, andere sortierten Kleidung und Spenden.
„Uns hilft die große Hilfsbereitschaft der zahlreichen Freiwilligen auch bei der Aufgabe in den kommenden Wochen den Menschen ein ordentliches Dach über dem Kopf zu bieten“, sagt Oberbürgermeister Sierau.
Die 76 Mio. die vom Bund finanzschwachen Kommunen zugesagt worden wären, werden jetzt an den Start gebracht und auch das Land habe Hilfen zugesagt, die Aufgaben zu stemmen.

"Überrollt von Ehrenamtlichen"

„Wir werden überrollt von Ehrenamtlichen“ freut sich Andreas Gora, Sprecher der Wohlfahrtsverbände über das große Engagement der Dortmunder. Von Freitagmittag bis zum Montag hätten sich schon rund 300 Menschen auf der Internetseite gemeldet und Hilfe angeboten. „selbst eine Lehrer WG hat spontan ihr freies Zimmer für Flüchtlinge angeboten“, berichtet er vom vielfachen Wunsch der Dortmunder den Flüchtlingen zu helfen. Und er hofft, momentan nicht die Hilfsbereiten zu verprellen, wenn derzeit die große Welle der Hilfsbereitschaft noch verarbeitet werden muss.
Auch das DRK war überrascht vom riesigen Engagement am Keuning-Haus. Um die Nachhaltigkeit der Hilfen zu sichern hoffen die Wohlfahrtsverbände, dass sich die Dortmunder direkt in den Unterkünften, wie die Turnhalle an der Kreuzstraße, die jetzt noch bezogen werden, melden, wenn die Menschen, die dort angekommen sind, etwas zur Ruhe gekommen sind.

Nach Ankunft erstmal durchatmen

„Die Flüchtlinge waren vier bis fünf Wochen unterwegs, sie müssen erst mal durchatmen“, erklärt Frank Ortmann und er fügt hinzu: „Wir brauchen Menschen, die helfen. Und wir brauchen sie langfristig.“
Ein Sofa mit einem zettel „Für euch!“ vor eine Einrichtung zu schieben, helfe nicht, nennt Sozialdezernentin Birgit Zoerner ein Beispiel, das Hilfe willkommen, jedoch sinnvoll und geplant sein müsse.

Hier können Dortmunder helfen:

Wer helfen möchte, kann sich informieren auf der Homepage der Stadt: Dortmunder Flüchtlinge.
Hier gibt es den Kontakt zu den Heimen, die direkt angefragt werden können.
Außerdem können Interessierte ihre Hilfe auf einem Formular anbieten.
Die Wohlfahrtsverbände, welche die Flüchtlinge in den Unterkünften betreuen, weisen darauf hin, dass es wegen der großen Welle der Hilfsbereitschaft etwas dauern kann, die Anfragen zu bearbeiten.
Damit die richtige Hilfe zur richtigen Zeit am richtigen Ort landet, rät die Stadt derzeit von Sachspenden ab, besser sei es, in den Heimen nachzufragen.

Stadt baut Aufnahme an der Buschmühle


Ab Oktober sollen in Leichtbauhallen auf dem Parkplatz an der Buschmühle Flüchtlinge aufgenommen, untersucht, geröntgt und registriert werden.
Die Stadt hofft, dass die Menschen in dieser neuen Erstaufnahme nur bis zu 48 Stunden bleiben müssen. Geplant ist, dass hier rund 20 Beamte jeden Tag rund 300 Flüchtlinge ins Asylverfahren bringen.
Diese neue Erstaufnahme soll die bestehende in Hacheney entlasten.
Die beheizten Hallen werden mit Zwischenwänden für jeweils 75 Menschen unterteilt, hinzu kommen Sanitär-, Röntgen- und Bürocontainer.
Das Land finanziert die Erstaufnahme, die auch von European Homecare betrieben wird. Die Bezirksvertretung stimmte einstimmig für die Einrichtung an diesem Standort, wegen seiner guten Anbindung und Nähe zu Hacheney. Dort sollen vor allem Schwangere, Kranke und Traumatisierte sowie allein reisende Jugendliche aufgenommen werden. Die Stadt hofft dann mit beiden Einrichtungen täglich in 12-Stunden-Schichten rund 600 Menschen ins Asylverfahren bringen zu können. Rechtsdezerntin Diane Jäger bedankt sich bei der Bezirksvertretung für die schnelle Zustimmung zum Standort Buschmühle.
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