Heuern und Feuern

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DGB-Chefin Jutta Reiter: Im Gastgewrbe hat in einem Jahr jeder Fünfte seinen Job verloren. (Foto: Archiv)

20.649 Menschen haben im Jahr 2012 in der Dortmund ihren Job ver-loren und sind arbeitslos geworden. Die sozialversicherte Beschäftigung hingegen ist noch gestiegen um fast ein Prozent Prozent auf 208.886 im Herbst letzten Jahres. Das teilt der DGB Dortmund mit.

Dieser Beschäftigungsanstieg hat das Entlassungsrisiko der Beschäftigten aber nicht grundlegend ändern können. Gemessen am Beschäftigungsstand in der Region sind immerhin fast zehn Prozent der regulär Beschäftigten im Laufe des vergangenen Jahres arbeitslos geworden. Trotz der Arbeitgeberklagen über Fachkräftemangel ist in vielen Betrieben Heuern und Feuern immer noch an der Tagesordnung.

Deutlich unterdurchschnittlich ist das Risiko der Arbeitslosigkeit für Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe; hier haben im Laufe des vergangenen Jahres 1.457 Menschen bzw. 5,9 Prozent der sozialversichert Beschäftigten den Job verloren. Im Baugewerbe lag der Anteil bei 15,7 Prozent und im Gastgewerbe waren es sogar mehr als 20 Prozent der Beschäftigten, die sich arbeitslos melden mussten.

Im Schnitt hat damit im Gastgewerbe der Stadt gut ein Fünftel der Beschäftigten im Laufe des Jahres den Job verloren. Dies zeigt, in welch starkem Maße in diese Branche eingestellt und entlassen wird.
„Dramatisch schlechter ist aber die Situation im Verleihgewerbe. In keiner anderen Branche sind absolut wie anteilig mehr Beschäftigte in Dortmund arbeitslos geworden“, so die Vorsitzende des DGB Dortmund Jutta Reiter.

„Absolut haben in unserer Stadt 3.158 Leiharbeitskräfte 2012 ihren Job
verloren, und das bei insgesamt etwa 6000 Beschäftigten im Verleihgewerbe. Das heißt: Mehr als 50 Prozent der Leiharbeitskräfte wurden bei uns in Dortmund über Arbeitslosigkeit ausgetauscht. Damit ist das Entlassungsrisiko in dieser Branche mehr als fünfmal so hoch wie in den anderen Branchen. Hier zeigt sich wieder einmal, in welch starkem Maße unternehmerische Risiken der Verleiher auf die Leiharbeitskräfte und die sozialen Sicherungssysteme verlagert werden. Diese Vorgehensweise ist nicht weiter hinnehmbar, weder für die Betroffenen noch für die Gesamtgesellschaft. Wir benötigen dringend eine stärkere Regulierung der Leiharbeit“, fordert Reiter.
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