Stadt Dortmund: Ausbildungsquote muss erhöht werden - Kämmerei hantiert mit falschen Zahlen

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"Die Berechnungsgrundlage der Kämmerei ist für uns nicht nachvollziehbar. Auch die Verwaltung konnte in einer Sitzung des Finanzausschusses keine Auskunft über die eigene Berechnungsgrundlage geben", sagt Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN. (Foto: DIE LINKE)
Dortmund: Rathaus |

Bei durchschnittlich 6,4 Prozent liegt die bundesweite Ausbildungsquote in ausbildenden Betrieben. Nicht so bei der Stadtverwaltung Dortmund. Diese erreichte in den Jahren 2012 und 2013 laut eigenem Personalbericht nur eine traurige Ausbildungsquote von 3,9 bzw. 5,1 Prozent. "Das ist viel zu wenig" meint die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN und forderte den Rat auf, die Ausbildungsquote auf den Bundesdurchschnitt anzupassen – also zu erhöhen.


Das Pikante: Erst durch eigene intensive Recherche kamen die Linken & Piraten an diese viel zu niedrigen Werte. Bis zuletzt hatte die Kämmerei behauptet, dass die Ausbildungsquote bei der Stadt Dortmund mit 6,6 Prozent überdurchschnittlich gut sei.

"Die Berechnungsgrundlage der Kämmerei ist für uns nicht nachvollziehbar. Auch die Verwaltung konnte in einer Sitzung des Finanzausschusses keine Auskunft über die eigene Berechnungsgrundlage geben", sagt Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.

Kowalewski: "Die im Personalbericht zugrunde gelegten Vollzeit-Planstellen sind zur Berechnung einer Ausbildungsquote unüblich. Gemeinhin berechnet sich diese Quote vielmehr auf der Grundlage der Gesamtanzahl der Beschäftigten. Das heißt: Auch die Zahl der Teilzeitbeschäftigten muss in die Berechnung mit einfließen."

Mit diesem Rechenmodell ergibt sich für die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN ein anderes Bild. Denn in der Realität lag die Ausbildungsquote der Stadt Dortmund im Jahr 2012 bei unterdurchschnittlichen 3,4 Prozent und im Jahr 2013 bei 4,5 Prozent.

"Durch eine leichte Steigerung der Zahl der Auszubildenden ist für das Jahr 2014 eine Ausbildungsquote von rund 5 Prozent anzunehmen", so Kowalewski. Doch das sei natürlich längst noch nicht genug.

Eine Steigerung der Ausbildungsquote sei insbesondere vor dem Hintergrund der Altersstruktur in der Verwaltung dringend geboten, um zukünftig eine funktionierende Verwaltung zu gewährleisten. Konkret hieße eine Erhöhung der Ausbildungsquote, zusätzliche 15 bis 20 Azubi-Stellen bei der Stadt einzurichten. Zudem müsse es doch für die Verantwortlichen der Stadt Dortmund selbstverständlich sein, ihren jüngsten Bürgern eine berufliche Perspektive zu bieten, so Kowalewski. Leider jedoch habe der Rat am Donnerstag den Antrag der Linken & Piraten abgelehnt. "Ich bedaure es, dass die anderen Fraktionen nicht bereit sind, die Ausbildungsquote bei der Stadtverwaltung auf Bundesdurchschnitt anzuheben", so Kowalewski.
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