Thier-Galerie lockt Leute in die Dortmunder City

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Die Thier-Galerie zieht Käufer in die Innenstadt. Aber profitiert die gesamte City vom Shoppingcenter oder verlagern sich die Besucherströme nur? (Foto: Schmitz)

Welche Auswirkungen hat die Thiergalerie auf die Dortmunder City?

Schon vor der Eröffnung der Shopping-Mall gab es eine Studie, jetzt wurde eine zweite Studie ausgewertet.

Welche möglichen Auswirkungen die Thier-Galerie hat, sollte von vornherein untersucht werden. So wurde schon vor Eröffnung der Thier-Galerie im Jahr 2011 durch BBE Handelsberatung, Köln, und zum Vergleich im Jahr 2014 durch das Gutachterbüro Stadt + Handel, Dortmund, eine Untersuchung der Einzelhandelssituation in der Innenstadt durchgeführt.

Beide Studien beinhalteten eine Zählung der Passantenfrequenz an sieben gleichen Standorten sowie eine Vollerhebung des Einzelhandelsbesatzes der City. Einbezogen wurden auch die äußere Wallseite und der Hauptbahnhof.

Verschiebung Richtung Einkaufszentrum

Insgesamt betrachtet, hat sich das Passantenaufkommen an den Zähltagen von 386 070 (23./26. März 2011) auf 405 220 (21./24. Mai 2014) erhöht. Der Westenhellweg weist ein wachsendes Passantenaufkommen auf, dabei ist eine Verschiebung des Ortes des absolut höchsten Passantenaufkommens in Richtung Thier-Galerie zu beobachten. Die höchste Passantenfrequenz wurde auf dem Westenhellweg im Bereich Galeria Kaufhof gezählt (69 170 Passanten, erhoben an einem Samstag).

Viel Publikum auf dem Westenhellweg

Am östlichen Ostenhellweg sowie an den Zählpunkten, die sich an ein Zielpublikum wenden (Klepping- und Brückstraße), sind (absolut) annähernd stabile Passantenfrequenzen zu beobachten. Für den westlichen Teil des Ostenhellwegs ist erwartungsgemäß ein rückläufiges Passantenaufkommen festzustellen. Auf der Höhe von C&A sank die Passantenfrequenz auf 35 590 (Erhebung samstags). Dies entspricht aber immer noch den Frequenzen eines kleinen Oberzentrums. Zur Stärkung des Ostenhellwegs wurden unterschiedliche Maßnahmen initiiert, wie z. B. ein in die Fördermaßnahme „Stadterneuerung City“ eingebetteter Verfügungsfonds.
Beim Vergleich der Einzelhandelslagen zwischen 2011 und 2014 (A-, B- und C-Lagen) zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der Passantenfrequenz: Die Innenstadt zeichnet sich insgesamt durch eine stabile Einzelhandels-Hauptlage aus, die sich in Folge der Ansiedlung der Thier-Galerie in Richtung des Westenhellwegs verschoben hat (Westenhellweg in Höhe Thier-Galerie 2014: A-Lage, 2011: C-Lage, westlicher Abschnitt des Ostenhellwegs 2014: B-Lage, 2011: A-Lage). Bei den übrigen Lagen hat es keine wesentlichen Veränderungen gegeben.

92 leere Landelokale

Die Anzahl leerstehender Ladenlokale in der Dortmunder City war zwischen 2011 (84 Leerstände) und 2014 (74 Leerstände) insgesamt rückläufig. Wachsende Leerstandszahlen sind im Bereich der Hansastraße (u.a. Westfalenforum) und im östlichen Bereich der City (Rosenviertel) zu verzeichnen. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Leerstandsentwicklung und der Ansiedlung der Thier-Galerie ist nicht ersichtlich. Eine durch das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt im Februar 2015 durchgeführte Leerstandserhebung ergab, dass es aktuell 92 Leerstände in der City gibt, die zum Teil renovierungsbedingt sind.

City ist sehr vielfältig

Ergänzend zum Einzelhandel verfügt die City über eine erhebliche Anzahl an zentrenergänzenden Nutzungen. Diese prägen zum Teil eigene Lagebereiche, wieden Alten Markt durch Gastronomie. Das Fazit der Untersuchungen: Insgesamt ist die City sehr vielfältig und gut aufgestellt, was auch durch die „Arbeitsteilung“ und die Alleinstellungsmerkmale der einzelnen Quartiere innerhalb der City deutlich wird. Von der Stadt wurden in den letzten Jahren bedeutende Projekte zur Aufwertung der City initiiert und umgesetzt.
So zum Beispiel der Boulevard Kampstraße, die Aufwertung des öffentlichen Raums in der Brauhausstraße und Betenstraße oder die Errichtung des Fußballmuseums.

Weitere Projekte sollen die City aufwerten

Darüberhinaus sind weitere Projekte wie z. B. die Aufwertung des Umfelds am Hauptbahnhof und der Stadteingänge geplant. Damit werden Impulse zur Weiterentwicklung der Innenstadt gesetzt. Einen weiteren wesentlichen Baustein zur Attraktivitätssteigerung der City bilden das City-Marketing und Initiativen, die von Anliegern getragen werden.
Für das Jahr 2017 ist eine weitere Untersuchung geplant, um die City-Entwicklung auch zukünftig zu beobachten und die Ergebnisse vergleichen zu können.
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