Unternehmertag in Dortmund

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Beim Unternehmertag (v.l.): Regierungspräsident Gerd Bollermann, Kommendedirektor Prälat Dr. Peter Klasvogt, Peter Kardinal Turkson, Erzbischof Hans-Josef Becker, Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Wilhelm Bonse-Geuking. (Foto: pdp)
 

„Gute Geschäfte sind gut für das Gemeinwohl.“ Auf diese Kurzformel brachte Peter Kardinal Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates „Gerechtigkeit und Frieden“ seinen Vortrag beim Unternehmertag im Westfälischen Industrieklub Dortmund.

Dazu hatte am Freitagabend die  Kommende Dortmund zusammen mit der Paderborner Bank für Kirche und Caritas und dem Bund Katholischer Unternehmer eingeladen. Erzbischof Hans-Josef Becker begrüßte rund 170 Unternehmer und Führungskräfte bei der Veranstaltung mit dem Titel „Erfolgreich nachhaltig – Unternehmensführung in ethischer Verantwortung“. Ein weiterer Hauptreferent war Wilhelm Bonse-Geuking, der bis Ende letzten Jahres Vorsitzender der RAG-Stiftung und Aufsichtsratsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik Industries AG war.

Kirche schätzt das Anpacken von Herausforderungen

„Als Kirche dürfen wir beim Thema ‚Führungskräfte‘ nicht nur über Führungskräfte reden. Wir müssen mit den Führungskräften von Unternehmen reden“, beschrieb Erzbischof Becker das Ziel der Unternehmertage, die einmal jährlich in Dortmund stattfinden. Die Kirche schätze an Führungskräften der Wirtschaft, dass nicht wenige Unternehmerinnen und Unternehmer in ihren Firmen Herausforderungen anpacken würden, die sich der ganzen Gesellschaft stellten. Vier dieser Herausforderungen benannte Erzbischof Becker in seiner Begrüßung:

"Die Würde älterer Menschen"

„Der demografische Wandel und die Würde älterer Menschen“, „Kindererziehung und die Wertschätzung der Familie“, „Soziale Benachteiligung und die Option für die Benachteiligten“ sowie „Integration und Vorurteilsfreiheit in der einen Menschheitsfamilie“.
Auf diese Herausforderungen ging auch Peter Kardinal Turkson ein, als er  die Handreichung des Päpstlichen Rates mit dem Titel „Zum Unternehmer berufen!“ vorstellte. Mit diesen Überlegungen wende er sich an den Unternehmer als „ehrbaren Kaufmann“. Unternehmer stünden heute unter hohem Kostendruck und müssten hohe Qualität zu möglichst günstigem Preis anbieten. Angesichts vielfältiger Krisenphänomene komme es darauf an, kreativ und flexibel zu reagieren und verantwortungsvoll mit den Mitarbeitern sowie sparsam mit den Ressourcen umzugehen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeitern

„Die jüngsten Krisen und Skandale führen deutlich vor Augen, welch gravierende Folgen Politik- und Staatsversagen für die Allgemeinheit haben, wie verheerend sich der Missbrauch von Finanz- und Wirtschaftsmacht auf die Gesellschaft auswirkt“, erläuterte Kardinal Turkson. Kurzfristige Gewinnmaximierung gehe auf Kosten des Engagements für das Gemeinwohl. Die Achtung der Menschenwürde und die Orientierung am Gemeinwohl bildeten aber das Fundament der Sozialverkündigung der Kirche. Unternehmer sollten den Erfolg und den Wert ihres Handelns nicht nur an der Rendite messen, sondern auch an praktischen sozialethischen Prinzipien.
Dem stimmte auch Wilhelm Bonse-Geuking zu. Mit Blick auf die Handreichung des Päpstlichen Rates „Gerechtigkeit und Frieden“ stelle sich der unternehmerisch tätige Leser aber die Frage, „wie er die Grundsätze des Dokuments im täglichen Leben, im harten, oft auch unfairen, ja rechtswidrigen Wettbewerb überhaupt umsetzen kann und soll.“

Ohne Gewinn wird Idee nicht real

Ohne Gewinnperspektive, so Bonse-Geuking, werde ein Idee nicht Realität. Er sprach sich dafür aus, ausgehend von dem Dokument des Päpstlichen Rates eine „Brücke zur täglichen Praxis“ zu schlagen. Zum weitaus größten Teil gingen die deutschen Unternehmer und Manager ihren Aufgaben pflichtbewusst und mit Augenmaß nach. Sie sollten ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden. Dazu sei das Dokument „Zum Unternehmer berufen“ des Päpstlichen Rates eine „wertvolle Hilfe zur richtigen Zeit“.
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