IKG schließt Projektwoche mit Präsentationen und Festakt ab

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    Dortmund: Immanuel-Kant-Gymnasium |

"Wie wollen wir zusammen leben?"


Unter diesem Motto stand die Projektwoche zum 20jährigen Jubiläum "Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage" (SoR) am IKG.

In mehr als 40 Workshops setzten sich die Schüler aller Jahrgangsstufen an 3 Tagen mit dieser Frage auseinander und präsentierten am Abschlusstag die Vielfalt ihrer Arbeitsergebnisse- und dies in beeindruckender Weise.

Präsentation der Workshop-Arbeiten


Auch wenn das auf zweieinhalb Stunden angelegte Zeitfenster für die Präsentation der großen Anzahl an Projekten für den Besucher natürlich nicht ausreichte, um sich über alle Workshop-Ergebnisse zu informieren, so konnte doch bereits bei einem Rundgang durch die Pausenhalle ein nachhaltiger Eindruck von dem im Rahmen der Workshops an den Tag gelegten Engagement gewonnen werden.

Workshops


Literarische, künstlerische und musikalische Projekte, geschichtliche Projekte für klein und groß.
Workshops, die sich mit Flucht und Migration, Rechtsextremismus und Zivilcourage, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit beschäftigt haben.

Ergebnisse


Entsprechend vielfältig waren die Ergebnisse: Neben unzähligen Plakaten konnten am Freitag Theater- und Musikstücke gesehen werden, es sind Choreographien und Poetry-Beiträge entstanden, es wurden Filme gedreht, Graffiti gesprüht, ein Kochbuch sowie ein internationaler Kalender sind entstanden.

Gebärdentheaterstück


Stellvertretend für die überzeugenden Leistungen der Workshop-Teilnehmer möchte ich die Szenen eines Gebärdentheaterstücks nennen, das in Kooperation mit der Dortmunder „Rheinisch Westfälischen Realschule für Gehörlose“ erarbeitet wurde.

Die Darbietung war so perfekt, dass es für den Besucher nicht erkennbar war, ob die Akteure dem IKG oder der Realschule für Gehörlose angehörten.

85 Prozent fanden Projektwoche sinnvoll


Das Ergebnis der Abschlussbefragung ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sich die überwältigende Mehrheit der Schüler offensichtlich in den Projekten sehr gut aufgehoben fühlte.

Auch wenn man vorschnell zu der Ansicht gelangen könnte, dass für viele Schüler "alles besser ist als Unterricht", so belegen die Einschätzungen der Kollegen, mit denen ich im Rahmen der Präsentation gesprochen habe, dass die Schüler mit großem Eifer an ihren Projekten gearbeitet und sich jeweils sehr kritisch und engagiert mit der Thematik auseinandergesetzt haben.

AG "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage" setzt neue Impulse


Leider war es über einen längeren Zeitraum etwas still um das Projekt geworden und nur wenige Aktionen erinnerten an den 1995 vergebenen Titel.

Dieser Zustand änderte sich vor 3 Jahren, als zunächst Nicole Tröger und später Matthias Oidtmann ans IKG kamen und die SoR-SmC AG gründeten.

Durch das Engagement der Kollegen und der AG Teilnehmer konnte das Projekt wieder in die Spur gebracht und durch mehrere Aktionen (z.B. Menschenkette 2012) wieder in den Fokus gerückt werden.

Festakt


Mit dem Festakt in der Aula fand die Projektwoche ihren Abschluss.

Nach dem musikalischen Auftakt des Bläserkreises begrüßte der Schulleiter Markus Katthagen die zahlreichen Gäste und bedankte sich bei allen, die zum großartigen Gelingen der Projektwoche beigetragen hatten und unterstrich die Bedeutung, sich mit der Thematik Rassismus mit all seinen Facetten auseinanderzusetzen.

Frau Sylvia Löhrmann (Ministerin für Schule und Weiterbildung, NRW) erinnerte die Zuhörer an das Jahr 1993, als in ihrem Wohnort Solingen ein Brandanschlag auf ein Zweifamilienhaus ausgeübt wurde, das von Menschen türkischer Abstammung bewohnt war.

Bei dem Verbrechen mit rechtsextremem Hintergrund starben fünf Menschen.

Sie betonte, dass die Aktion "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage" auch über 20 Jahre nach diesem schrecklichen Ereignis eine wichtige Funktion hat, denn angesichts der von Rassismus geprägten Vorkommnisse der letzten Wochen, Monate und Jahre ist der Kampf gegen Rassismus ein wichtiges Element des sozialen Miteinanders.

Schulpate Norbert Dickel


Jedes Projekt ist leichter durchzuführen, wenn es neben der innerschulischen Unterstützung externe Kooperationspartner gibt und womöglich noch "Promis" mit ins Boot genommen werden können.

Für das SoR Projekt konnte Norbert Dickel als Pate gewonnen werden, der bei den Borussen als „Held von Berlin“ gefeiert wird und seit etlichen Jahren als Stadionsprecher und Net-Radio Kommentator aktiv ist.

Bevor er in der Aula einen Patenvertrag unterschrieb, wies er in seiner Rede darauf hin, dass es ihm sehr leicht gefallen sei, die ihm angetragene Patenschaft zu übernehmen, da sich auch der BVB dem Kampf gegen Rassismus verschrieben hat, was aktuell in der Bierdeckelaktion „Kein Bier für Rassisten“ Ausdruck findet.

Wenn es noch eines letzten minimalen Motivationsschubes für seine Zusage bedurfte, so konnte er sie in der Tatsache finden, dass er in der Kantstraße wohnt.

"Was brauche ich um Fuß zu fassen?"


Nachdem die Teilnehmer der Interviewrunde ihre Sicht auf dasSoR Projekt unter dem Aspekt „gestern, heute und morgen“ dargestellt hatten, schilderten zum Schluss der Veranstaltung 3 junge Erwachsene, die als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland gekommen waren, ihre Erfahrungen, die sie vom Moment der Einwanderung vor 2-3 Jahren bis zum heutigen Tag gemacht haben.

Alle kamen ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland und können mittlerweile voller Stolz auf verschiedene Schulabschlüsse verweisen. CHAPEAU 

Mit dem Musikbeitrag „WE ARE THE WORLD“ wurde der Festakt beendet.

Rückblick und Ausblick der Organisatoren


Das letzte Wort sollen die Organisatoren Nicole Tröger und Mattias Oidtmann haben:

"Die tollen Ergebnisse und die positive Rückmeldung von SchülerInnen und KollegInnen, Kooperationspartnern und Eltern zeigen uns, dass sich die viele Arbeit im Vorfeld gelohnt hat. Wir hoffen, alle anderen Beteiligten sind genauso zufrieden mit dem Verlauf der Woche wie wir. Wer auf den Geschmack gekommen ist und sich auch über die drei Tage hinaus mit den Themen der Projektwoche auseinandersetzen will, ist herzlich eingeladen, die AG zu besuchen. Sprecht uns an und achtet auf aktuelle Aushänge!"
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