Kegelklub „Unter einem Hut“ blickt auf 100 Jahre zurück

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Bereits in den Sechzigern konnte der Brackeler Kegelklub „Unter einem Hut“ auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken. 2013 wurden die 100 Jahre voll. (Foto: Unter einem Hut)
 
Die aktuellen zehn Mitglieder werden sicherlich nicht die letzte Generation sein, die die Tradition des Klubs fortleben lassen. (Foto: Unter einem Hut)
Dortmund: Restaurant Cheyenne |

Auf eine 100-jährige Tradition kann längst nicht jeder Verein zurückblicken. Um so ungewöhnlicher ist es, wenn ein Kegelklub dieses Jubiläum erreicht: Der Verein „Unter einem Hut“ macht 2013 das Jahrhundert voll.

Die Geschichte des Kegelklubs „Unter einem Hut“ ist eng verbunden mit dem Lokal „Zum Bürgerkrug“ am Bahnhof Brackel in der Schimmelstraße. Der Bürgerkrug wurde im Jahre 1912 von August Niemeyer erbaut und 1913 eröffnet. Schon damals war der Name das Motto des Klubs. „Wichtig war und ist die Gemeinschaft und die Toleranz untereinander“, erklärt Präsident Kurt Nickel. „Wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, kommen alle ‚unter einem Hut‘ zusammen.“

Seit 1913 wird „Unter einem Hut“ gekegelt

Mit der Eröffnung dieser Gaststätte wurde im Mai 1913 auch der Kegelklub von den Lehrern Emil Wiese, Dietrich Schulze, dem Drogisten Emil Heuser und dem Bergmann Otto Hoppenheil gegründet. Die Gründer konnten nicht ahnen, dass der Verein viele Generationen und sogar zwei Weltkriege überdauern würde. Der Vereinsname „Unter einem Hut“ hat seit Gründung Bestand und ist noch immer das Motto des Vereins.

Der Verein ist einer der ältesten Kegelclubs in Dortmund und sicher der älteste in Brackel. Der Chronist Kurt Nickel konnte aus vielen vorhandenen Aufzeichnungen und mündlichen Berichten vom langjährigen Mitglied Horst Schmidt (er ist schon 49 Jahre dabei) eine über 100-seitige Chronik erstellen, die auch ein Stück Zeitgeschichte darstellt.

Bedingt durch den 1. Weltkrieg war 1914 bis 1918 die erste Unterbrechung. Ohne Verluste kamen alle Kegelbrüder zurück. Von 1920 bis 1939 konnte man von der Blütezeit des Kegelns sprechen. 12 Kegelbrüder trafen sich wöchentlich zum Kegeln und hängten ihre Sorgen und die Mühen des Alltags mit der Jacke an den Haken. Fröhliche Geselligkeit wurde gepflegt durch Wort und Witz.

In den Wirren des 2. Weltkrieges wurde die Kegelbahn zum Lager und Vorratsraum eingerichtet. Die Kegelbrüder waren in alle Winde zerstreut. 1947 wurde im Lokal „Zum Bürgerkrug“ ein neuer Anfang gestartet und bis heute rollt die Kegelkugel. Allerdings nicht mehr im Bürgerkrug, der 1982 geschlossen wurde.

Nächste Generation hielt Tradition aufrecht

In den 100 Jahren wurden aus der Familie, dem Bekanntenkreis und Arbeitskollegen immer wieder neue Kegelbrüder gewonnen, die die Tradition aufrecht erhalten haben. Bis in die Sechziger musste man einen Leumund vorbringen um aufgenommen zu werden.

Kegelbrüder kommen aus ganz Dortmund

Heute bilden den Verein die zehn Kegelbrüder Horst Schmidt, Kurt Nickel, Ulrich Gockel, Franz Müller, Norbert Richter, Rainer Vollmer, Detlef Wilberg, Mario Bouman, Dietmar Schmidt und Manfred Kalina. Die aktuellen Mitglieder sind zwischen 37 und 85 Jahren und kommen aus Brackel, der Innenstadt, Brambauer, Asseln und Berghofen. Ein Nachfahre der Gründungsmitglieder ist nicht mehr dabei.

Alle 14 Tage freitags treffen sich die zehn zu einem vergnügten Abend mit sportlichem Ehrgeiz im Restaurant Cheyenne in der Flughafenstraße 16. Darüber hinaus wird die Gemeinschaft auch in großer Runde mit den Ehefrauen gepflegt. „Wichtig ist uns neben der sportlichen Betätigung vor allem die Geselligkeit und der Spaß“, beschreibt Nickel die Abende. „Bei uns wird nicht ernst und stur gekegelt.“

Bis Ende der Sechziger war es Brauch, dass zur Weihnachtszeit der Nikolaus in Begleitung von Knecht Ruprecht auf der Kegelbahn erschien. Er schimpfte, rügte, lobte, sagte wer unartig und wer brav war bei diesem Kegelklub „Unter einem Hut“. Die Kegelbrüder waren dabei sehr verwundert über die umfangreichen Erkenntnisse, teils auch aus dem familiären Bereich, die der Nikolaus aus seinem Buch vorlas. Des Rätsels Lösung: Heimlich hatte der Nikolaus bei den Ehefrauen der Kegelbrüder Erkundungen eingezogen. Die Frauen haben den Nikolaus nicht verraten.(tewe)

Es ist noch Platz unterm Hut. Wer Interesse hat, kann sich unter Tel. 122181 oder 454426 melden. Mehr über den Verein unter www.untereinemhut.jimdo.com.
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