Neubau nicht vom Tisch: Investor hält an Plänen für die Kolonie Landwehr fest

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Die „Ehemalige Zeche Zollern II/IV“ samt Siedlung steht unter Denkmalschutz. Foto: Denkmalbehörde/Wertz
Dortmund: Zeche Zollern |

Wohnen am Kulturdenkmal – so warb ein Investor über Wochen für geplante Neubauten am Rande der denkmalgeschützten Zeche Zollern und sorgte damit bei Bürgern und Politikern für helle Aufregung. Inzwischen sind die Angebote im Internet zwar nicht mehr zu finden. Doch vom Tisch sind die Pläne damit noch lange nicht.

Auf den einschlägigen Immobilienportalen im Internet wurde das Wohnen in historischer Lage präsentiert. Eigentumswohnungen am Rhader Weg, Größe, Zuschnitt und Preise inklusive, inmitten der alten Kolonie Landwehr. Und genau hier liegt der Haken: Der Bereich rund um die Zeche Zollern samt der Siedlung ist denkmalgeschützt.

Moderne Neubauten also direkt neben den alten Zechenhäusern? Kein schöner Gedanke für die Anwohner – und eine überraschende Entwicklung für die Bezirksvertretung Lütgendortmund. Die Politik ließ an ihrer Ablehnung keinen Zweifel, zeigte sich vor allem aber irritiert, nicht informiert worden zu sein.
Des Rätsels Lösung: Von einer Baugenehmigung für seine Häuser ist der unbekannte Bauherr noch meilenweit entfernt. Im Gegenteil: Die am Verfahren beteiligte Denkmalbehörde legte ihr Veto ein und versagte die denkmalrechtliche Erlaubnis.

Gespräche zwischen Antragsteller und Verwaltung


Wer allerdings gehofft hatte, die Pläne seien damit vom Tisch, hat sich getäuscht. Die Stadt hatte dem Investor eine Frist eingeräumt, sich zu der Ablehnung zu äußern – und dieser nahm den Gesprächsfaden auf. „Der Bauantrag befindet sich im Anhörungsverfahren“, bestätigt Stadt-Sprecherin Heike Thelen. „Derzeit finden Gespräche zwischen Antragsteller und Verwaltung statt.“

Was dabei herauskommt, ist zurzeit noch offen. Der Bauherr könnte seinen Antrag doch noch zurückziehen, er könnte seine Pläne abändern oder er könnte die Gründe für die bisherige Ablehnung entkräften. Letzteres erscheint zwar ausgesprochen unwahrscheinlich, doch das Bangen der Bewohner in der alten Zechenkolonie geht vorerst bis auf unbestimmte Zeit weiter. „Wann eine Entscheidung über den Bauantrag getroffen wird, hängt vom Ergebnis der Gespräche ab und kann zeitlich noch nicht abgesehen werden“, so Heike Thelen.

Immerhin: Beworben wird das „Wohnen am Kulturdenkmal“ in den Immobilienportalen im Internet zurzeit nicht weiter. Die entsprechenden Seiten sind nicht mehr aufrufbar.

INFO:
Der Verwaltung liegt ein Bauantrag für die Errichtung zweiter Mehrfamilienhäuser mit insgesamt zwölf Wohneinheiten vor.
Gebaut werden soll auf dem Grundstück am Rhader Weg 8/10.
Dieses Grundstück ist Teil des Denkmals „Ehemalige Zeche Zollern II/IV“, zu dem auch die Zechensiedlung Kolonie Landwehr einschließlich Beamtenhäusern, Straßenraum und Platzanlage gehört.
Die Bezirksvertretung wird erst in die Planung einbezogen, wenn der Bauantrag Aussicht auf Genehmigung hat.
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