Buchbesprechung: Bomben auf Duisburg

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Zeitzeugenbörse Duisburg (Hrsg.): Bomben auf Duisburg; Sutton Verlag Erfurt 2012; 128 Seiten; ISBN: 978-3-95400-107-1

Duisburg ist schon lange ein Handels- und Wirtschaftszentrum am Zusammentreffen von Rhein und Ruhr. Kein Wunder also, daß die Stadt ab 1940 das Ziel ungezählter Luftangriffe der britischen Royal Air Force war. Die Bombardements im Rahmen der „Operation Hurricane“ am 14. und 15. Oktober 1944 bildeten damals den traurigen Höhepunkt.

Der vorliegende Bildband gehört zur „Reihe Archivbilder“. Rund 150 Schwarzweißfotographien, die aus privaten wie öffentlichen, nationalen wie internationalen Beständen stammen sollen, sind in dem Buch vertreten

Offiziell ist die Zeitzeugenbörse Duisburg die Herausgeberin des Buches. Faktisch war es aber wohl eher Harald Molder, der das Bildmaterial über viele Jahre zusammengetragen und wohl jetzt erst einen Verlag gefunden hat, der bereit war, sich des Themas anzunehmen.

Dafür, daß das Buch zu der Archivbilder-Bildbandreihe des ostdeutschen Verlages gehört, gibt es erschreckend viel Textteil. Es wirkt fast so, als habe es trotz aller gegenteiligen Beteuerungen am Ende doch nicht genügend Bildmaterial gegeben, um ein so umfangreiches Werk zu füllen.

Die Ausführungen sind sicherlich gut recherchiert. Es muß auf jeden Fall viel Arbeit gewesen sein, die vielen Daten und Fakten zusammenzutragen, zumal etliche Quellen im Ausland ansässig waren und diverse Stadtteil westlich des Rheins und nördlich der Ruhr erst deutlich nach dem 2. Weltkrieg in Duisburg eingemeindet wurden.

Eine Frage sei hier allerdings schon erlaubt. Was ist die Zielrichtung des Buches? Der 2. Weltkrieg spielt schon lange Zeit keine Rolle mehr im öffentlichen Leben Duisburgs. Die Zahl der Zeitzeugen, die die Kampfhandlungen noch am eigenen Leibe zu spüren bekommen haben, nimmt kontinuierlich ab. Wer es da bei diesem Thema nicht besser gewesen, den Bildband in ein geschichtswissenschaftliches Fachbuch umzuwandeln, bei dem die Bilder den Textteil ergänzen?
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