AWO-Duisburg erinnerte an Wiedergründung am 27. Oktober 1946

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  Eine Feier gibt es nicht zum 70. (Wieder-) Geburtstag der AWO - Duisburg. Manfred Dietrich, Vorsitzender des Wohlfahrtsverbandes mit mehr als 3.000 Mitgliedern und über 800 Beschäftigten.

Und er machte deutlich: „Wir konzentrieren uns auf die aktuellen Aufgaben.“

Ohne Erwähnung wollte Manfred Dietrich den 27. Oktober 2016 allerdings nicht vorübergehen lassen:

"Damals wie heute sind wir das starke Herz in unserer Stadt.“


Im Rahmen eines Pressegesprächs erinnerte die AWO - Duisburg nun daran, dass sie sich vor genau 70 Jahren während einer Delegiertenversammlung in der Meidericher Hollenbergschule offiziell wiedergründete.

Bereits 1919 war die Arbeiterwohlfahrt von Marie Juchacz ins Leben gerufen worden, um gegen die sozialen Härten nach dem Krieg durch Hilfe zur Selbsthilfe anzugehen. In Duisburg gründete sich diese um 1920.

Die Nazis versuchten, nach der Machtergreifung die Arbeiterwohlfahrt gleichzuschalten. Das gelang nicht. Deshalb verboten sie die Organisation.

Bereits unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die AWO - Mitglieder ihren Dienst wieder auf.

„Sie organisierten unter anderem die Schwedenspeisung, verteilten Care - Pakete und versorgten Bedürftige mit Kleidung“, erinnerte der AWO - Vorsitzende, Manfred Dietrich, an die Anfänge in Duisburg.

Gisela Döntgen, Vorsitzende des Ortsvereins Rheinhausen, sagte über den Einsatz der AWO in der damals noch selbstständigen Stadt Rheinhausen:

„Ganz wichtig waren auch die Kinderfreizeiten, die die Arbeiterwohlfahrt anbot. Der pädagogische Wert wurde daran gemessen, wie viel jedes Mädchen oder jeder Junge nach den drei Wochen im Sommer zugenommen hatte.“

Heimliche Treffen vor dem Kriegsende


Der zupackende Start begann bereits im Mai 1945.

„Einige AWO - Mitglieder hatten sich während der Nazizeit heimlich getroffen und sich auf den Neuanfang vorbereitet“, erklärte Manfred Dietrich.

Die offizielle Gründung als

„Ortsausschuss Duisburg“


erfolgte dann aber erst am 27. Oktober 1946.

„Auch damals hatte man offenbar zunächst den Einsatz für die Menschen im Blick“
, sagt Manfred Dietrich augenzwinkernd.

Julius Frentsch wurde 1946 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Etwa 5.000 Mitglieder hatte der Verband damals.

Gisela Döntgen zieht eine weitere ernstere Parallele:

„Damals wie heute war die AWO in der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Flüchtlingsarbeit engagiert. Die Protokolle aus der Nachkriegszeit dokumentieren, wie sich die Arbeiterwohlfahrt da in die Pflicht nehmen ließ.“

Von der Mütterschule zur AWO-Familienbildung


Weitere bis heute bestellte Tätigkeitsfelder wurden vor allem ab 1948 unter der Vorsitzenden Herta Brünen - Niederhellmann erschlossen.

Aus der „Mütterschule“ von einst wurde die AWO - Familienbildung, aus der „Hauspflege“ wurden die ambulanten Dienste der AWOcura.

Seit den 1990er Jahren betreibt die AWOcura eigene Seniorenzentren und hat Seniorenwohnungen in Wanheimerort und Homberg gebaut. Nur die Jugendgerichtshilfe hieß damals wie heute „Jugendgerichtshilfe“.

Integrationsarbeit seit den 1960er Jahren


AWO - Geschäftsführer Wolfgang Krause machte deutlich, wie sich der Verband im Laufe der 70 Jahre neue Aufgaben erschloss:

„Die Verantwortlichen haben sich an sozialen Herausforderungen orientiert. Zum Beispiel kümmerte sich die Arbeiterwohlfahrt bereits in 1960er Jahren um die Gastarbeiter und stellte einen türkischen Mitarbeiter ein. Die AWO - Integration heute stellt sich der Verantwortung der interkulturellen Öffnung und beschäftigt dabei ein multinationales Team mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus elf Ländern.“

Verbindung von Ehrenamt und Hauptamt


Manfred Dietrich: „Beim Rückblick fällt auf: Wir waren und sind da, wo wir gebraucht werden. Wir verbinden ehrenamtliches Engagement mit professionellem Können. Wir leben Solidarität und ermöglichen Hilfe zur Selbsthilfe.“

Gisela Döntgen ergänzte: „Wir sind unseren Prinzipien immer treu geblieben und haben uns deshalb verändert und angepasst. Denn Probleme gibt es nach wie vor, nur sind sie zum Teil andere als vor 70 Jahren.“

Und zum Thema „Feiern“ sagt Manfred Dietrich.

„Für 2019 planen wir ein größeres Fest. Dann wird die Arbeiterwohlfahrt 100 Jahre alt oder 100 Jahre jung. Denn wir werden nach wie vor gebraucht.“
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