Verantwortung nach der Loveparade-Tragödie ernst nehmen: Stiftung "Duisburg 24.07.2010" gegründet

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Ein neues Denkmal erinnert an der Unglücksstelle an die 21 Todesopfer der Loveparade 2010. Dieses besteht aus zwei Stahlplatten, die von ThyssenKrupp Steel Europe und HKM zur Verfügung gestellt wurden. (Foto: Frank Preuß)
Auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit Hinterbliebenen sowie Verletzten und Traumatisierten verkündete die Betroffenen-Initiative LoPa 2010 e.V. am Nachmittag for dem Jahrestag ihre Auflösung und die Gründung der Stiftung „Duisburg 24.07.2010“.

Die neue Stiftung will langfristige Hilfe unter anderem durch die Vermittlung von Therapieplätzen sicherstellen, sich darüber hinaus um die Gedenkstätte und die Organisation der Gedenktage kümmern.

„Ziel ist eine adäquate, fachliche Nachsorge aller Betroffenen“, erklärt Jörn Teich von der Betroffenen-Initiative LoPa 2010 und einer der fünf Stiftungsgründer. Für das Startkapital von 50.000 Euro wird um Spenden geworben. Die Stadt Duisburg wird sich ebenfalls finanziell beteiligen. Stiftungsvorsitzende sind Pfarrer Jürgen Widera, bisher Ombudsmann der Stadt für die Angehörigen und Betroffenen, sowie Birgit Nellen vom städtischen Referat für Politik, Verwaltung und Repräsentation, ständige Ansprechpartnerin der Betroffenen.

„Mit der langfristigen, fachlichen Nachsorge ist Duisburg Vorreiter, setzt ein starkes Zeichen“, lobt Jörn Teich. Ein Zeichen, wie es weder das Land, noch gar der Veranstalter gesetzt habe. Die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht, ihre Verantwortung sehr ernst genommen.

Langfristige Hilfe für alle Betroffenen


„Oberbürgermeister Link ist sehr aktiv, uns Türen zu öffnen“, so Jörn Teich. In Kürze will man die Mitglieder des Stiftungsbeirates benennen.

Die ausstehende juristische Aufarbeitung der Loveparade-Tragödie, das unendliche Warten auf den Beginn des Prozesses, wenn es denn überhaupt dazu kommt, waren weitere Themen der Pressekonferenz. Auch die Frage, wer denn Verantwortung für das Unglück zu tragen habe.
Für die Angehörigen seit nunmehr fünf Jahren ein unerträglicher Zustand: nach der Tragödie die zweite Katastrophe.
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