Landesergebnis lässt CDU und FDP jubeln, Enttäuschung bei SPD und Grünen, Linke zittern: Alle 4 Duisburger Wahlkreise in SPD-Hand!

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  Duisburg: Rathaus Duisburg | Sonntag, 14. Mai, 18 Uhr: Duisburg hat gewählt. Im Wahlinformationszentrum im Duisburger Rathaus heißt es für die hier versammelten Vertreter aus Politik und Gesellschaft Warten. Wer macht für Duisburg das Rennen? Welche Direktkandidatinnen und -kandidaten ziehen in den Landtag ein? Wie sehen die ersten Prognosen und Hochrechnungen für NRW aus?

Eins steht bereits vorab fest: Die Wahlbeteiligung liegt in Duisburg deutlich höher als bei der letzten Landtagswahl. Stand 17 Uhr lag sie bei 59,86 Prozent und damit zehn Prozentpunkte höher als 2012 (49,6 Prozent).

Die Stimmung bei der SPD kurz vorher "nervös und angespannt", wie Partei-Geschäftsführer Jörg Lorenz zugibt. "Die Umfragen der letzten Wochen waren eher besorgniserregend als hoffnungsstimmend." Er soll Recht behalten.

18.02 Uhr: Jubel im Wahlzentrum bei der CDU, Enttäuschung bei der SPD bei der ersten ARD-Wahlprognose auf Landesebene: 34,5 Prozent für die CDU, 30,5 Prozent für die SPD. Die Grünen liegen demnach bei 6,0 Prozent, die FDP bei 12,0, die Linke bei 5,0 und die AfD bei 7,5 Prozent.

18.12 Uhr: die erste Hochrechnung auf Landesebene bestätigt die bittere Pille für die Genossen. Demnach kommt die CDU auf 34,3 Prozent, die SPD auf 30,6 Prozent, die Grünen auf 6,0 Prozent, die FDP auf 12,2 Prozent, die Linke auf 5,0 Prozent, die AfD auf 7,7P Prozent und die Piraten auf magere 1,1 Prozent.

Frank Börner (SPD-MdL) dazu weiter kämpferisch:


"Der Schulz-Zug fährt mit Vollgas in Richtung Berlin und hat in Düsseldorf nicht gehalten."

18.22 Uhr: Hannelore Kraft tritt angesichts des Ergebnisses mit sofortiger Wirkung als Landesvorsitzende und stellv. Bundesvorsitzende zurück.

18.30 Uhr: Auch Stadtdirektor Reinhold Spaniel (SPD) ist geschockt: "Das ist schon ein Hammer. Ich sag' mal so: Bei Rüttgers hab' ich das auch schon einmal erlebt. Das Leben geht weiter. DIe SPD ist über 150 Jahre alt. Wir stehen wieder auf!"

Freude bei CDU-MdB Volker Mosblech: "Ich bin richtig happy, dass die CDU und Armin Laschet gewonnen haben. Frau Kraft hat ja schon gratuliert. Das ist die dritte Landeswahl hintereinander, bei der wir vorne liegen. Mal schauen, welche Koalitionsperspektiven sich nach der Sitzverteilung ergeben."


18.37 Uhr: Bürgermeister Manfred Osenger (SPD): "Das tut mir furchtbar leid für Hannelore Kraft. Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Sie hat eine gute Arbeit hingelegt."

18.41 Uhr: erste Zahlen für Duisburg (sechs von 369 Schnellmeldungen). SPD bei den Zweitstimmen bei 38,95 Prozent, CDU bei 19,24 Prozent, FDP bei 6,45 Prozent, AfD bei 12,7 Prozent, Grüne bei 4,92 Prozent.

18.57 Uhr: Bärbel Bas, MdB (SPD): "Wir wussten, dass es knapp wird. Wir haben unser Wahlziehl deutlich nicht erreicht. Armin Laschet ist der Gewinner. Hannelore Kraft hat die Verantwortung übernommen. Wir müssen jetzt analysieren, woran es gelegen hat."

Das Ergebnis seiner FDP ist für Holger Ellerbrock, der sich als Landtagsabgeordneter nicht mehr zur Wahl gestellt hatte, vor allem eine "sehr gute Mannschaftsleistung" und nicht alleine einer Person, sprich Christian Lindner, zu verdanken.

Nicht mehr im Landtag vertreten sein wird die grüne Abgeordnete Dr. Birgit Beisheim, die beim letzten Mal über die Landesliste eingezogen war. "Wir sind enttäuscht, obwohl wir vorher die Prognosen kannten. Besonders enttäuscht uns der Rechtsruck, dass es die AfD in den Landtag geschafft hat. Die Stimmen für Tierwohl und Naturschutz werden leiser werden in den nächsten fünf Jahren. Die Schlagkraft aus der Opposition heraus für faire Arbeit, faire Löhne, faire Bedingungen ist nicht mehr so groß. Ich hoffe, dass das Thema Klimaschutz trotzdem weiter trägt."

Für Bürgermeister und OB-Kandidat Erkan Kocalar (Die Linke) hält die Zitterpartie seiner Partei an. "Schade, dass es so knapp ist". Er hofft, dass sich die 5 Prozent stabilisieren, "damit auch in Zukunft linke und soziale Themen in NRW eingebracht werden." Doch schon wenig später heißt es 4,9 Prozent.


19 Uhr: "Da gibt es nichts zu beschönigen: eine klare Niederlage für die SPD im Land", sagt Duisburgs OB Sören Link (SPD). "Da kann man nur der CDU und Armin Laschet gratulieren. Für Duisburg scheint es sich zu bestätigen, dass die SPD alle vier Wahlkreise gewonnen hat. Ich freue mich für die Vier, dass sie weiter im Landtag und dort für Duisburg arbeiten können."

15. Mai, 1.00 Uhr:
Lange, sehr lange hat es gedauert, jetzt liegt das Gesamtergebnis der Zweitstimmen für Duisburg (369 von 369 Schnellmeldungen) vor: Die SPD kommt auf 37,58 Prozent, die CDU auf 23,59 Prozent, die FDP auf 9,49 Prozent, die Grünen auf 4,95 Prozent, die Linke auf 5,96 Prozent, die AfD auf 11,46 Prozent und die Piraten auf 1,08 Prozent.

Der aktuelle Stand der Duisburger Auszählung

Text: Sabine Justen, Andreas F. Becker
Fotos: Frank Preuß
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1 Kommentar
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Frank Nohl aus Duisburg | 14.05.2017 | 21:41  
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