Denkmalschutz braucht Unterstützer: Essener Konsens engagiert sich bei Schlossumbau

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Den heutigen Freitag, 21. November 2014, haben Liebhaber Alter Musik fest im Blick. Im Schloß Borbeck ist an diesem Abend Musica Amphion zu Gast. Auf dem Programm des 1993 gegründeten Ensembles stehen Cembalo-Konzerte von Carl Philipp Emanuel Bach.

Den Konzertabend im Residenzsaal des erstmals im 9. Jahrhundert erwähnten Schlosses, lange Zeit Sitz der Essener Fürstäbtissinnen, zeichnet der WDR auf. Übertragen wird der Mitschnitt aus Borbeck, der ganz im Zeichen des 300. Geburtstags des Komponisten steht, am Samstag, 20. Dezember, ab 18.05 in der WDR III-Reihe „Vesper“.
Inzwischen sind derartige Konzertübertragungen oder -aufzeichnungen alltäglich für das Team des Kulturzentrums Schloß Borbeck. Die besondere Akustik wissen auch die Radiomacher zu schätzen. Möglich wurde die durch die aufwändige Renovierung des Wasserschlosses im Jahr 2004. „In nur eineinhalb Jahren wurde damals unter Federführung des Essener Architekturbüros Klapp-Brüning das doch recht marode Schloss in seinen heutigen Zustand versetzt“, erinnert sich Institutsleiter Dr. Bernd Mengede.

2,3 Millionen Euro für umfangreiche Schlossrenovierung

2,3 Millionen Euro betrug die Investitionssumme. „Die umfangreiche Renovierung des Schlosses war nur möglich, weil wir mit der Essener Arbeit eng kooperiert haben“, verweist Mengede auf die Verbindung mit dem Essener Konsens. „Manchmal wird Denkmalschutz erst durch eine derartige Kooperation möglich.“
Von Oktober 2004 bis März 2006 hatten die Handwerker im Schlossinneren das Sagen. Kein leichter Job für alle Beteiligten. Zum einen lief der Betrieb mit Standesamt, Kapelle, Gastronomie und Kursen wie gewohnt weiter. Zum anderen war ein schwieriger Spagat zu meistern.

Alte Bausubstanz und moderne Architektur

„Der zwischen den historischen Anforderungen des Gebäudes als ein Zeugnis der Essener Geschichte und den vielfältigen Aufgaben durch die aktuelle Nutzung“, weiß Birthe Marfording, Mitarbeiterin des Kulturzentrums. So weit wie möglich wurde die alte, noch vorhandene Bausubstanz bewahrt. „Teilweise konnten historische Elemente freigelegt und wieder herausgestellt werden“, verweist Marfording auf den imposanten Kamin, der nun wieder in voller Pracht im Trauzimmer des ehemaligen Renaissancebaus zu bewundern ist.

Besondere Akustik

Gleichzeitig wurde ganz bewusst aufgezeigt, was nichts mehr mit der ursprünglichen Architektur zu tun hat. „Nach dem Krieg wurde das Schloss leider kernsaniert“, bedauert Marfording. Bis auf die historischen Grundmauern und das Kellergewölbe sei nichs mehr stehen geblieben. „Zudem war hier im wahrsten Sinne des Wortes der Holzwurm drin.“ Das Ergebnis des Umbaus, die Mischung aus historischer Bausubstanz und moderner Architektur, beeindruckt noch heute. Von der besonderen Akustik des zwölf Meter hohen Residenzsaals können sich die Konzertbesucher bei den regelmäßigen Veranstaltungen im Schloss selbst überzeugen.
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