Minenspiele und Dreieckswelten in der Alten Cuesterey

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Peter Schmatolla und Wolfgang Marsching (v.l.) stellen ab Sonntag, 17. Juni, in der Alten Cuesterey in Borbeck aus. Foto: Debus-Gohl

Wolfgang Marsching und Peter Schmatolla haben viele gemeinsame Interessen. Beide sind langjährige Mitglieder des Kultur-Historischen Vereins Borbeck, auch in der Künstlergruppe „die kurve“ sind die beiden aktiv. Und dass sie einen Teil ihrer Rentenzeit dazu nutzen, ihrer künstlerischen Kreativität freien Lauf zu lassen, kann man ab 17. Juni eindrucksvoll in der neuen Ausstellung "Minenspiele und Dreieckswelten" in der Alten Cuesterey in Borbeck sehen.

Mit seinen Minenspielen begann Marsching Anfang der 70er-Jahre. Wahrhaft spielerisch geht der gelernte Schaufenstergestalter mit seinem damaligen Arbeitswerkzeug, dem Bleistift, um. „Bis 1980 habe ich mich mit schwarz-weißen Bleistiftkritzeleien beschäftigt“, schmunzelt er.
Eine unzutreffende Beschreibung, strahlen die Zeichnungen doch Harmonie und Leichtigkeit aus und begeistern den Betrachter immer wieder mit ihren fließenden, oft organisch anmutenden Formen.

Schauen, was sich ergibt

Die Farbe in seinen Arbeiten kam 2005 ins Spiel. Tochter Karin, Giraffenliebhaberin, bat ihren Vater, ihr doch auf seine Art eines der langhalsigen Tiere zu zeichnen. Mit Buntstiften setzte Marsching den Wunsch um und die Giraffe ist eines der wenigen Bilder, bei dessen Herstellung er das gewünschte Thema schon vorher im Kopf hatte. „Ich fange meist mit drei Querstrichen oder drei Kreisen an, löse das auf und ergänze es mit Spielereien. Dann kommen weitere Zufälligkeiten dazu, ich sehe etwas darin, arbeite damit weiter und schaue, was sich daraus ergibt“, verrät Marsching. Und die Ergebnisse sind erstaunlich.
Ganz bewusst lässt er seine Arbeiten ohne Titel. „Ich lasse mir gerne von den Besuchern erzählen, was sie in meinen Bildern sehen. Das ist spannend, da jeder etwas anderes darin entdeckt.“
Peter Schmatolla arbeitet mit unterschiedlichsten Materialen, Techniken und Themen. Der in Klausberg (Polen) geborene, gelernte Maler und Lackierer hat schon in der Schule mit seinen Arbeiten an vielen Malwettbewerben teilgenommen. Später war er Mitglied der Malkunst-Amateurgruppe im Kulturhaus des Bergbaus Zeche Zabrze in Polen, wo er auch seine ersten Ausstellungen hatte. In Borbeck zeigte er in den vergangenen Jahren Serien aus unterschiedlichen Themenbereichen. "Zechen", "Borbecker Motive", "Umwelt" waren zu sehen. "Sportmotive" kann man noch bis Mitte Juli in der Stadtbibliothek Borbeck betrachten.

Alles im Dreieck

Für die Ausstellung in der Alten Cuesterey hat sich Schmatolla ein Thema ausgesucht, auf das er 2011 fast zufällig gestoßen ist. In seinen "Dreieckswelten" ist alles, was zu sehen ist, aus Dreiecken zusammengesetzt. Menschen, wie die Tirolerin, Tiere, die Himmelskörper Sonne, Mond und Mars oder personifizierte Himmelsrichtungen – virtuos setzt Schmatolla sie mit Dreiecken in Szene.
Doch angefangen haben die geometrischen Arbeiten mit Bilderrahmen. „Ich habe eine Serie von Bilderrahmen selbst hergestellt. Die dreieckigen Endstücke davon, eigentlich Abfall, haben mich dazu inspiriert, Skulpturen aus ihnen herzustellen. So sind meine stereoskopischen Objekte entstanden“, erzählt der seit 2016 in Mülheim lebende Künstler, die in der oberen Ausstellungsetage die Besucher mit ihrer Formenvielfalt überraschen. Auch der nächste Schritt war für Schmatolla klar: „Das muss ich malen.“ So hat er die Objekte in unterschiedlichen Farbkombinationen in Öl gemalt. Daraus haben sich dann die Dreieckswelten aus den unterschiedlichen Lebensbereichen entwickelt.

Rahmenprogramm

- Ausstellung: Die Präsentation läuft vom 17. Juni bis 1. Juli 2018 in der Alten Cuesterey, Weidkamp 10, Borbeck
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
- Ausstellungseröffnung: 17. Juni, 16 Uhr
- Veranstaltungen: 20. Juni, 18 Uhr, Konzert und Dichterlesung mit Ulrich Walter, Klavier, Dr. Karl Andreas Walz, Viola und Birgit Lengert, Gesang und Lesung.
- Gedichte: 27. Juni, 18 Uhr, Renate Puffe trägt eigene humorvolle Gedichte vor.
- Eintritt zur Ausstellung und zu den Veranstaltungen frei

Text: Doris Brändlein
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