Erinnerungen pur - Reuenbergschule feiert ihren 150. Geburtstag

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Gruppenbild mit zwei Ehemaligen: Essens ehemaliger Oberbürgermeister Reinhard Paß und Ralph Sina, Leiter des WDR/NDR Studios in Brüssel, besuchten als Kinder die Reuenbergschule. Das Fest zum 150-jährigen Bestehen der Schule nutzen sie zu einem Besuch der alten Wirkungsstätte. Erinnerungen an die gemeinsame Zeit sind da natürlich vorprogrammiert. (Foto: Debus-Gohl)
 

'Bauunternehmer H. Schemmann zu Frintrop begann im Jahre 1865 den Bau des Schullokals, welcher im Frühjahr des Jahres 1866 fertig gestellt und dem Gebrauche übergeben wurde', so ist es in der handschriftlichen Schulchronik der Reuenbergschule nachzulesen.

150 Jahre ist die Übergabe des Schulgebäudes nun her. Ein nicht alltägliches Jubiläum, ein Geburtstag, der gebührend gefeiert werden musste. Deshalb hatte die Schule jetzt zu einem bunten Geburtstagsfest eingeladen. Nicht nur Schüler, Eltern und Kollegiumsmitglieder. Auch Ehemalige waren herzlich eingeladen, noch einmal an ihrer alten Schule vorbeizuschauen. Und die Resonanz war groß.
Gut fünfzig Jahre ist es her, dass zwei „Ehemalige“ hier in einer Klasse die Schulbank gedrückt hatten und es war für beide selbstverständlich, dass sie diesen besonderen Geburtstag mitfeiern.
Reinhard Paß, Oberbürgermeister a.D., erinnert sich: „ Meine Eltern sind 1962 mit mir von Borken nach Essen gezogen und von 1963 bis 1966 habe ich die Reuenbergschule besucht“. Am Anfang sei ihm der Wechsel von einer ländlichen, ruhigen Gegend in die große, damals schmutzige Industriestadt, nicht leicht gefallen. Da die Schulkameraden aber sehr aufgeschlossen waren, hat er sich schnell eingewöhnt. „Ich war zurückhaltend und eher schüchtern als Kind und wie man an meinem Zeugnis sieht, ein sehr durchschnittlicher Schüler“, schmunzelt er. Seine, von ihm zur Verfügung gestellten, Zeugnisse aus den Jahren 64/66 sind in der kleinen historischen Ausstellung in der Schule zu sehen.
„Erinnerst du dich an Rektor Marré“, fragt Ralph Sina, der zweite Ehemalige, und sofort fühlen sich die Beiden in alte Zeiten zurückversetzt.
Ralph Sina, Leiter des WDR/NDR Studios in Brüssel, erinnert sich noch genau an seinen ersten Schultag in der Reuenbergschule. „Angezogen mit einem hellen Mäntelchen und die Schultüte im Arm, war ich doch etwas aufgeregt“.
Und eines hat ihn während seiner langjährigen Korrespondentenzeit in Afrika und Washington und jetzt auch in Brüssel immer begleitet – sein Klassenarbeitsheft der Reuenbergschule. „Wenn man so weit weg von Zuhause lebt, hat man doch immer gerne ein Stück Heimat dabei – mir geht es jedenfalls so“. Ein Spruch aus dem Arbeitsheft ist ihm lebhaft im Gedächtnis geblieben: Welches Tier bringt Fleisch und Würste, und auch Haare für die Bürste? Den hat er dann auch gerne an seine Kinder weitergegeben.
Nachdem Schulleiterin Dorothee von der Stein die zahlreich erschienen Gäste begrüßt und sich bei Oberbürgermeister Thomas Kufen für das schöne Wetter, das er mitgebracht hatte, bedankte, spielte ein Ensemble der Folkwang Musikschule.
In seiner Glückwunschrede stellte Thomas Kufen sofort eines klar: „Der Oberbürgermeister von Essen ist für zwei Dinge nicht zuständig - für das Wetter und für den Tabellenstand von RWE“.
Er lobte, dass die Schule großen Wert auf die Arbeit und den Umgang mit Medien lege und ist der festen Überzeugung, "dass ein guter Start für die Kinder schon der halbe Weg zum Erfolg ist."
Dorothee von der Stein beantwortete Fragen der Schüler, „wie es denn früher in der Schule war“, und führte damit noch einmal vor Augen, wie sehr sich die Zeiten verändert haben.
"Von Zeit zu Zeit sind die Kinder an die Verhaltungsangaben bei Fliegergefahr zu erinnern. In dieser Zeit des Fleischmangels ist die Kleintierzucht nur zu empfehlen; doch muß dabei auch auf die Kinder eingewirkt werden, dass sie sich das nötige Futter nicht von den Feldern und aus den Gärten anderer holen." So ist es in einer Empfehlung aus der Schulkonferenz vom 14. Juli 1916 nachzulesen.
Ein historisches Kettenkarussell, Planwagenfahrten und jede Menge Spielstände sorgten dafür, dass sich die heutigen Schulkinder rundum wohlfühlten. Und auch die Erwachsenen kamen nicht zu kurz. Im „Café damals“ trafen sich ehemalige Schüler und Lehrer zu Kaffee und Kuchen und natürlich auch, um Erinnerungen auszutauschen.

Text: Doris Brändlein
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