Ganz ohne Kommerz: Weihnachts-Markttag lockt hunderte Besucher

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Weihnachtsmarkttag Borbeck, Dionysiuskirchplatz und Borbecker Platz Vor dem Stand der Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V.
 
Weihnachtsmarkttag Borbeck, Dionysiuskirchplatz und Borbecker Platz Auftritt der Kinder der Bischof-von-Ketteler-Schule

Immer am ersten Adventssonntag laden der Borbecker Bürger- und Verkehrsverein (BBVV) und der Initiativkreis Centrum Borbeck (CeBo) zu einem alternativen, nicht kommerziellen Weihnachtsmarkt ein. Zum 23. Mal hatten über 40 Gruppen, Vereine, Verbände und Einrichtungen aus dem Borbecker Raum ihre Stände auf dem Borbecker Markt und dem Dionysiuskirchplatz aufgebaut.

Auch der erste Schnee dieses Winters hielt viele Borbecker und Besucher aus den umliegenden Stadtteilen nicht davon ab, über den etwas anderen Markt zu bummeln und das eine oder andere Weihnachtsgeschenk zu erstehen. Die Entscheidung fiel oft schwer, die Auswahl war riesig.
Die drei Klassen der Jahrgangsstufe 7 des Don Bosco Gymnasiums haben mit Eltern und Klassenlehrern seit Oktober in ihrer Freizeit gebastelt, gesägt, gefräst, gefeilt, geschnitten, geklebt und gebacken. Die Ergebnisse präsentieren sie stolz an ihrem Stand. Mit viel Phantasie und professioneller handwerklicher Arbeit haben sie ihre Ideen verwirklicht. Aus Blechdosen sind Teelichthalter in Krönchenform entstanden, aus alten Notenblättern filigrane Tannenbäume und aus Holzbrettern fröhlich bemalte Heilige Drei Könige. In Glasflaschen haben sie selbst zusammengestellte Kuchen- und Brotbackmischungen abgefüllt und bei den Plätzchen kann man zwischen Shortbread, Makronen, Berliner Brot und Spritzgebäck wählen.
„Bei uns sind jedes Jahr die siebten Klassen für die Bestückung des Weihnachtsmarkttages zuständig“, erzählt Gregor Theren, „während sich die Achter um den Weihnachtsbaumverkauf kümmern.“ Der beginnt ab 11. Dezember auf dem Schulhof des Gymnasiums. Die Erlöse des Baumverkaufes und des Weihnachts-Markttages fließen in das Projekt "Werkzeug für Haiti". Theren ist Mitbegründer des seit 30 Jahren laufenden Projektes und an der Schule Koordinator aller Aktionen. Mit dem Projekt soll bedürftigen Jugendlichen in Haiti die Chance gegeben werden, sich weiterzuentwickeln und zu bilden, so wie es bei uns in Deutschland für selbstverständlich gilt.

Neues Gemeinschaftsprojekt

Auch bei den "Kreativen Könnern", ehrenamtliche Unterstützer des Cosmas und Damian Hospizes, ist die Auswahl groß. „Neben unseren Mitgliedern bringen auch immer wieder Menschen, die gerne etwas Gutes tun möchten, selbstgemachte Sachen bei uns vorbei“, erzählt Heidi Merk. Genähte Kinderschürzen und -einkaufstäschchen, gestrickte Schals, Socken und Mützen, selbst eingekochte Marmeladen und Gelees, phantasievoll gestaltete Glückwunschkarten, da ist für jeden Käufer etwas dabei.
Das Team der Kreativen Könner sucht händeringend Nachwuchs, „gerne mit Ideen, aber auch zur Unterstützung beim Verkauf bei Basaren, Pfarrfesten und anderen Veranstaltungen.“
Ein ganz neues Gemeinschaftsprojekt des BBVV und CeBo stellen die jeweiligen Vorsitzenden Susanne Asche und Klaudia Ortkemper im Forum vor. „Wir wollen zeigen, dass wir gerne Borbecker sind.“ Um das auch nach außen zu demonstrieren, gibt es ab sofort eine „Borbeck-Tasche“. Die blau-schwarze, mit dem "Borbeck-b" bedruckte Tasche soll auch über Borbecker Geschäfte vertrieben werden.
Um auch den virtuellen Auftritt des Ortsteils in Essen zu verbessern, wurde die Seite www.essen-borbeck.de ins Netz gestellt. „Allen, die in Borbeck Angebote machen, wollen wir damit die Möglichkeit geben, sich mit uns zu verlinken“, erklärt Asche.

Holz wird bevorzugt

Horst Rummels hat im Beruf viel mit Metall gearbeitet. „Seit ich in Rente bin, bevorzuge ich Holz“, schmunzelt er. Für die Essener Elterninitiative für die Unterstützung krebskranker Kinder e.V. hat er seiner Kreativität freien Lauf gelassen. Ehrenamtlich stellt er für die Initiative Engel, Sterne, Rentiere, Nikoläuse und andere weihnachtliche Holzfiguren her. Beim Weihnachtsmarkt in Borbeck sind die sehr gefragt. „Wir haben Interessenten, die jedes Jahr wieder an unseren Stand kommen und nach neuen Holzfiguren schauen“, freut sich Christine Künzel vom Vorstand.
Der Erlös aus dem Verkauf trägt dazu bei, die Arbeit der Initiative weiterführen zu können. Die Familien krebskranker Kinder werden vor, während und nach der Behandlung begleitet. Im "Elternhaus", dessen zweite Erweiterung gerade entsteht, finden die Familien Ruhe und Geborgenheit – ein Zuhause auf Zeit - und werden individuell unterstützt.
Nach dem Bummel über den Markt, nutzten viele Besucher noch die Möglichkeit, sich bei Kaffee und Kuchen in der Alten Cuesterey wieder aufzuwärmen. Dort konnte man dann auch noch die mehr als 200 Krippen aus aller Welt in der Weihnachtsausstellung bestaunen. Jede Menge Selbstgemachtes gab es am Sonntag auf dem Weihnachts-Markttag zu bestaunen. Wie immer waren es Vereine, Schulen, Kitas und Institutionen aus dem Ortsteil, die ihre Stände auf dem Borbecker Platz und dem vor der Dionysius Kirchplatz aufgebaut hatten.

Text: Doris Brändlein, Fotos: Renate Debus-Gohl
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