Gefährliche Abkürzung über die Gleise in Dellwig

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Gefährliche Abkürzung über die Gleise am Bahnhof Dellwig. (Foto: Winkler)

„Eigentlich ist an den Bahnhöfen alles ausdrücklich beschildert“, weiß Ulrich Schulte-Wieschen, SPD-Fraktionsvorsitzender in der BV IV. Er meint die Verbote, die Gleise nicht zu betreten. Daran halten sich viele Fahrgäste aber leider nicht, speziell in Dellwig.

Vermehrt beobachten Anwohner dort Menschen, teilweise mit Fahrrädern oder gar Kinderwagen, welche die Gleisbrücke umgehen und stattdessen den direkten Weg zu den Bahnsteigen nehmen - quer über die Gleise nämlich. „Das war schon immer ein Problem, aber momentan wieder ein extremes“, hat beispielsweise Lokalkompass-Bürgerreporter Gottfried Czepluch beobachtet.
Ingrid Ohde aus dem SPD-Ortsverein Dellwig kann die Grundproblematik bestätigen, auch sie habe schon oft Zugreisende auf den Gleisen gesehen. „Da gibt es kleine Treppen“, weiß sie.
„Ich kann derzeit nicht sagen, welche Maßnahmen man treffen könnte“, kann Schulte-Wieschen, der selbst großen Respekt vor dem teils rasant durchfahrenden Zugverkehr hat, nur an die Vernunft der Bürger appellieren. Ein Ansprechen der Täter aber habe bisher nur Schulterzucken oder gar keine Reaktion hervorgerufen, so Ohdes Erfahrungen.

Bundespolizei kennt das Problem in Dellwig

„Vielleicht könnte man die Treppen abbauen“, sammelt man Ideen. Eine solche Maßnahme liegt jedoch im Entscheidungsbereich der Bahn. Vermehrte Kontrollen durch die Polizei seien darüber hinaus wohl das einzig mögliche Mittel.
Zuständig ist die Bundespolizei, und die kennt das Problem am Bahnhof Dellwig.
„Vermehrte Kontrollen wird es in jedem Fall geben“, erklärt Volker Stall, Pressesprecher der Bundespolizei gegenüber dem Borbeck Kurier. „Wichtig ist es, die Leute für die besondere Gefahrensituation zu sensibilisieren. Der Aufenthalt im Gleisbereich ist lebensgefährlich, im schlimmsten Fall mit tödlichen Folgen verbunden.“ Der Pressesprecher nennt in diesem Zusammenhang die Nutzung der Gleise durch den Güterverkehr. „Diese Züge sind nirgendwo angeschlagen, es gibt somit keine Info, zu welchen Zeiten eine mögliche Durchfahrt erfolgt.“

Züge haben einen langen Bremsweg

Durch die deutlich verbesserte Dämmung seien die Züge häufig auch erst spät zu hören. „Oftmals leider eben auch zu spät“, appelliert Stall. Ein Zug, der mit 100 Stundenkilometern unterwegs sei, habe einen Bremsweg von 1.000 Metern. „Der kann nicht mal eben abbremsen.“
Der Pressesprecher der Bundespolizei räumt ein, „dass die Situation in Dellwig schwierig sei.“ Deshalb werde die Bundespolizei vor Ort weiterhin kontrollieren und wenn notwendig Bußgelder verhängen.
„In der Regel sprechen wir von einer Ordnungswidrigkeit. Die wird mit einem Bußgeld von 25 Euro bestraft“, so Stall weiter. Komme es allerdings zu einem betriebsstörenden Eingriff in den Bahnverkehr, seien durchaus Bußgelder im fünfstelligen Bereich möglich. Ein solcher Eingriff gilt zudem als Straftat und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet werden.
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