Essener Tollitäten: "Wir sind positiv bekloppt!"

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Freuen sich auf den Rosenmontag: die Essener Tollitäten.
Essen: Rüttenscheid |

Für das Essener Karne-valsprinzenpaar Wolfgang I. und Nicole II., die mit bürgerlichem Nachnamen Heiliger heißen, beginnt jetzt die heiße Phase. An diesem Wochenende müssen noch über 40 Termine wahrgenommen werden. Der STADPIEGEL ESSEN sprach mit den beiden Chef-Narren zwischen zwei Auftritten:

Wie wird man Prinz und Prinzessin des Essener Karnevals?

Wolfgang I.: Wir haben uns bereits vor drei jahren beim Festkomitee des Essener Karnevals (FEK) beworben und für dieses Jahr die Zusage bekommen.

Ist damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen?

Nicole II.: Aber natürlich. Es gibt nichts schöneres für einen Karnevalisten, als in seiner Stadt auch einmal Prinz oder Prinzessin gewesen zu sein. Wir sind eben „positiv bekloppt“!

Wie viele Auftritte haben Sie als Tollitäten?


Wolfgang I.: Alles in allem sind wir auf zirka 250 Veranstaltungen gewesen. Zum Endspurt hin stehen wir teilweise von morgens 10 Uhr bis abends 22 Uhr auf den Beinen. Da kommt man nicht vor 24 Uhr ins Bett.

Wie lange sind Sie schon mit dem Karneval verbunden?



Nicole II.: Meine Laufbahn als Karnevalist begann im Alter von acht Jahren bei der Karnevalsgesellschaft „Völl Freud“. Hier spielte ich Trompete im Fanfarencorps. 1982 war ich mit meinen Bruder Marcus das Essener Kinderprinzenpaar. Heute bereite ich die Kinderprinzenpaare auf ihre Auftritte vor.
Wolfgang I.: In meiner Geburtsstadt Bonn kam ich im Alter von 10 Jahren mit dem Karneval in Berührung. Nach dem Umzug in die Stadt Duisburg trat ich hier 1999 den Marxloher Jecken bei, mischte in einer Parodisten-Truppe mit und fuhr 2001 das Duisburger Kinderprinzenpaar zu ihren Auftritten. 2012 zog ich zu meiner jetzigen Frau und Prinzessin Nicole nach Essen um. Selbstverständlich trat ich sofort der KG Völl Freud bei und betätigte mich beim Fanfarencorps als Trommler. Seit 2014 mische ich auch beim 11-er Rat mit.

Sie sind erst seit kurzem verheiratet?

Nicole II.: Das stimmt. Wir haben uns über das Internet kennengelernt. Wolfgang hat mich dort als Karnevalistin gesehen...

Wolfgang I.: ... und habe mich sofort in sie verliebt. Das Ja-Wort haben wir uns dann - wie kann es bei Vollblut-Jecken schon anders sein?- im vergangenen Jahr am 11.11. um 11.11 Uhr gegeben.

Was macht das Essener Prinzenpaar im beruflichen Leben?

Wolfgang I.: Ich arbeite als Disponent bei Thyssen Krupp und Nicole ist Teamleiterin im Service Center einer Autovermietung.

Wie kann man die vielen Auftritte und das Berufsleben unter einen Hut bekommen?

Nicole II.: Mein Mann hat sich zwei Monate Urlaub genommen und ich habe meine Tätigkeit auf ein paar Stunden an drei Tagen in der Woche reduziert. Wir sind sehr froh, dass unsere Arbeitgeber da mitspielen.


Was ist das für ein Gefühl, Tag für Tag in Essener Sälen zu stehen und vom Narrenvolk bejubelt zu werden?

Wolfgang I.: Da steigt natürlich der Adrenalinspiegel in bis jetzt unerreichte Höhen. Man ist stolz und freut sich, dass man Freude unter den Menschen verbreiten kann.

Was war für Sie der Höhepunkt dieser Session - mal von dem kommenden Rosenmontagszug ganz abzusehen?


Nicole II.: Sehr imposant war die Kulisse bei der Galasitzung des Essener Karnevalsvereins (EKV) in der Grugahalle. Ich bekomme jetzt noch ein Kribbeln im Bauch, wenn ich daran denke, vor über Tausend Jecken auf der Bühne gestanden zu haben.

Viele Vereine klagen über Nachwuchssorgen. Wie sieht es bei den Karnevalisten aus?

Nicole II.: Wir können uns
nicht beklagen. In unserer Karnevalsgesellschaft Völl Freud zum Beispiel schaffen wir es, unseren Nachwuchs für den Karneval zu begeistern. Unsere Mini-Tanzgarden sind sehr gut besucht. Wir fördern die Jugend, nehmen mit ihnen an Tanzturnieren teil und so bleiben sie am Ball.

Sie engagieren sich während Ihrer Session für einen guten Zweck?

Nicole II.: Während unserer Auftritte sammeln wir Spenden für das „Hundertwasserhaus“ im Grugapark. Dieses Haus der McDonald‘s Kinderhilfe Stiftung ist ein Zuhause auf Zeit für die Familien schwer kranker Kinder, die im benachbarten Universitäts-Klinikum behandelt werden. Die Familien können hier einige Zeit leben, um sich vom belastenden Klinikalltag zu erholen. Wir finden es wichtig, dass man auch Hilfsorganisationen in seinem unmittelbaren Umfeld unterstützt.


Was wünschen Sie sich für den Rosenmontagszug?


Wolfgang I.: Wir hoffen, dass viele Narren den Rosenmontagszug besuchen, mit uns feiern und viel Spaß haben. Toll wäre es natürlich, wenn die Sonne scheinen und es trocken bleiben würde...

Nicole II.: .... aber eigentlich spielt das Wetter gar keine Rolle. Da haben wir Gott sei dank sowieso keinen Einfluss drauf. Wir wollen, dass die Jecken viel Spaß haben - bei welchem Wetter auch immer.
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