Gesundheitsgefahr und Rattenplage: EBE beseitigt schlimme wilde Müllkippe in Altenessen

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  Wilde Müll-Ablagerungen sind leider Alltag jeder Großstadt, auch in Essen. Aber jetzt ist eine neue Grenze nach unten erreicht: Eine illegale Kippe in Altenessen zog massenweise Ratten an, durch den Sperrmüll schimmerten unter anderem Fäkalien durch. Diesen Ekel-Haufen zu entfernen, schrammte hart an der Zumutbarkeit entlang.

Dirk Bockholt und Uwe Krause vom Beschwerdemanagement der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) mussten sich mit Schüppe und Besen durch den Mist quälen, um ihn aufzuladen. Sie konnten es kaum fassen, was zutage trat: Sperrmüll, Hausmüll, Essensreste, Fäkalien, schmierige Bündel, lebende Ratten. Tote Ratten lagen im Gebüsch. Anwohner berichteten, dass alle paar Tage Transporter Sperrmüll ausladen und manchmal Müllbeutel aus den Fenstern fliegen. Und hier soll nebenan demnächst eine Kinderbetreuung eröffnen. „So kann es nicht weitergehen“, sagt Stephan Tschentscher, Geschäftsführer der EBE. „Der Aufwand, den wir mit der Entfernung wilden Mülls haben, wird größer. Das unterläuft unser bürgernahes Entsorgungssystem, und zwar auf den Schultern aller Bürgerinnen und Bürger, die das am Ende über ihre Gebühren mit bezahlen müssen.“ Gerade im Jahr der Grünen Hauptstadt sei dieses rücksichtslose Verhalten untragbar.

Doch das Geld ist nicht das einzige Thema. In vielen Fällen werden die Ablagerungen zu einer Gesundheitsgefahr. So auch bei der jüngsten Stelle in Altenessen: Anwohner berichteten, dass sie ihre Türen und Fenster aufgrund der vielen Ratten geschlossen halten – es sei unzumutbar geworden. Loser, stinkender Haushaltsmüll lag neben einer Vielzahl an Teppichen und sonstigem Sperrmüll. Einem Mitarbeiter des EBE-Sperrmüll-Teams, das die Sachen bereits Tage zuvor einladen wollte, schlugen Geruch und Anblick auf den Magen. Der Mann, kein Neuling, sondern ein erfahrener Kollege, der schon viel gesehen hat, musste sich übergeben. „Das geht eindeutig zu weit“, findet auch Birgit Papenstein, stellvertretende Leiterin der EBE-Abfallabfuhr. „Die Gesundheit meiner Mitarbeiter muss geschützt werden. Solche Dinge dürfen in Deutschland doch nicht einfach auf der Straße landen.“

Die Entsorgungsbetriebe Essen müssen schon lange zusätzliche Kräfte zur normalen Straßenreinigung mit ihren 220 Mitarbeitern einsetzen, um illegale Kippen zu entfernen. Das ist teuer: Jährlich kostet es eine mittlere sechsstellige Summe extra und manchmal einiges an Überwindung, selbst für alte Hasen. Denn die EBE-Mitarbeiter müssen die abgelegten Dinge ja persönlich (zum Teil per Hand) ins Fahrzeug laden. „Die Situation belastet auch die Lebensqualität in Essen“, konstatiert Geschäftsführer Stephan Tschentscher. „Für eine Veränderung brauchen wir Partner, eine Art konzertiertes Vorgehen“, schlägt er vor. „Wir räumen an Hunderten Stellen in Essen regelmäßig illegalen Müll weg“, beschreibt Birgit Papenstein den EBE-Alltag. „Wir tun, was wir können und müssen. Aber das alleine reicht nicht, wenn immer wieder ganz schnell neue Ablagerungen entstehen. Das ist für die Mitarbeiter und Anwohner gleichermaßen frustrierend. Es braucht Hilfe und Verstärkung auf anderer Ebene. Wir wünschen uns, dass man den Verursachern begegnet und sie zur Rechenschaft zieht.“

An der Karlstraße haben Dirk Bockholt und Uwe Krause die stinkenden Hinterlassenschaften fürs erste eingeladen, fort gebracht und hinterließen einen sauberen, wenngleich riechenden, Gehweg – fürs Erste.
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2 Kommentare
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Andrè M. Pietroschek aus Essen-Ruhr | 11.07.2017 | 07:10  
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Elisabeth Hamacher aus Essen-Nord | 13.07.2017 | 21:04  
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