Rote Karte für Müllsünder: In Altenessen werden Verstöße demnächst geahndet

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Der Altenessener Thomas Sterner wirkt an der Umsetzung eines Pilotprojekts mit, um Müllsünder aufzuspüren. Foto: Marjana Kriznik
 
Thomas Sterner befreite gemeinsam mit dem Quartierhausmeister Stefan Maaß sowie den Schülern Paul und Mohammed den Parkplatz und das umliegende Gelände am „Schweinemarkt“ von illegal abgelegtem Müll. Fotos: privat
Altenessen soll sauberer werden findet Thomas Sterner. Der 46-Jährige initiierte kürzlich eine Müllsammel-Aktion am „Schweinemarkt“ Altenessen, die sechs Kubikmeter illegal entsorgten Mülls erbrachte. Im Sommer soll ein Pilotprojekt folgen, bei dem Müllsünder zur Kasse gebeten werden.

An zwei Tagen hat Thomas Sterner gemeinsam mit dem Quartierhausmeister Stefan Maaß sowie den Schülern Paul und Mohammed den Parkplatz und das umliegende Gelände am „Schweinemarkt“ von wild abgelegten Müll befreit.

Sogar Möbel waren darunter

„In den Säcken befanden sich Glasflaschen, haufenweise Tapetenreste, bündelweise abgeschälter Kupfer-Ummantellung, Essensreste mit wimmelnden Maden und sogar Möbel haben wir aufgefunden!“, erinnert er sich. Die Hinterlassenschaften ihrer Mitbürger entsorgten die rührigen Akteure kostenfrei beim Recyclingshof der EBE, Lierfeldstraße. „Das sind haltlose Zustände“, zeigt sich Sterner, der sich im Rahmen der Altenessener Konferenz engagiert, fassungslos.

Dort stand kürzlich „Sicherheit“ als Thema im Fokus (wir berichteten). „Je sauberer ein Stadtteil, desto höher das Sicherheitsgefühl“, ist Sterner überzeugt. Seit Oktober engagiert er sich im neuen Gremium „Wohnumfeldverbesserung“ der Altenessener Konferenz. Sterner: „Wir haben gesagt: Jetzt machen wir was, um Altenessen aus der Schusslinie bringen.“ Da alle über Müll reden und es sich nicht bessert im Stadtteil, möchten die Akteure nach den Sommerferien, gemeinsam mit dem Ordnungsamt und der Polizei, ein Pilotprojekt starten, bei dem Müllsünder geahndet werden. Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt werden vier Wochen lang auf Streife gehen, um Müllsünder auf frischer Tat zu ertappen. Angelehnt an den Bußgeldkatalog geht es Müllsündern an’s Portemonnee.

Vermüllung kann bis 5.000 Euro kosten

Es werden Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen, dass Vermüllung bis zu 5.000 Euro kosten kann. „Für Zigarettenkippen wegwerfen wird üblicherweise ein Bußgeld von 15 bis 25 Euro fällig. Wir werden 25 nehmen, dass es wirkt“, berichtet Sterner. Außerdem wolle man die Roten Karten wieder einführen. Nach dem Projekt erfolgt die Auswertung und gegebenenfalls eine nachhaltige Ausdehnung. Thomas Sterner: „Wir wollen herausfinden, inwieweit sich das Bild durch die Maßnahme verändert.“

Der Unternehmer dazu, wie er sich das wachsende Müll-Problem erklärt: „Irgendwann hat einer begonnen, an Containerstandorten Müll abzuladen. Die Leute wissen nicht, dass es kein Geld kostet, die Sachen am Recyclingshof zu entsorgen oder finden es einfacher, Müll irgendwo abzuladen, als sich um Entsorgungswege zu kümmern. Wilde Müllentsorgung ist eine Respektlosigkeit gegenüber Mitbürgern.“ Die Akteure haben auch Gewerbetreibende angesprochen. „Wir dürfen Plakate für das Pilotprojekt in den Schaufenstern anbringen und Flyer auslegen“, freut sich Sterner.

Last but not least sind auch noch Baumbeet-Patenschaften geplant. „Diese Beete dienen auch oft als Müllablage“, weiß Thomas Sterner und fährt fort: „Wir stellen das Budget und die Pflanzen zur Verfügung und Bürger können die Verantwortung übernehmen.“ An einer Beet-Patenschaft Interessierte melden sich unter thomas.sterner@web.de oder tanja.rutkowski@uni-due.de

Kostenlose Müllabgabe:

Kostenlos abgegeben werden können (haushaltsübliche Mengen) an folgenden Recyclinghöfen: Altenessen, Lierfeldstraße 49, Altenessen-Süd, Pferdebahnstraße 32 sowie in Frillendorf, Elisenstraße 76: Elektrogroßgeräte, wie Elektroherde, Waschmaschinen, Elektrokleingeräte, wieToaster, Unterhaltungselektronik, Kühlschränke (mit Kühlsystem), Ölradiatoren, Sperrmüll, also bewegliche, sperrige Wohnungseinrichtungsgegenstände sperrige Gegenstände aus Kunststoff, die mindestens so groß sind wie eine Getränkekiste (z. B. Kinderrutsche, Sandkasten, großes Plastikspielzeug, Gartenmöbel, Wäschekorb), Schrott, Medikamente, Papier, Pappe und Kartons, Flaschen, Konservengläser, Schuhe und Textilien, Kabel, CDs, DVDs, Kork, Batterien (Auto- und Kleinbatterien), Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren sowie Wand- und Deckenfarben, max. 5 Eimer (ausschließlich am Recyclinghof Altenessen und am Schadstoffmobil). Weitere Infos auf www.ebe-essen.de und unter Telefon 0201/8542222
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