Spaziergänger auf der Schurenbachhalde ärgern sich über Vermüllung

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Müll im Teich, Hundetraining im Teich - das Biotop auf der Schurenbachhalde hat einiges zu erdulden.

Allmählich scheint die Welt sich aufzuteilen in zwei Gruppen von Menschen: die eine schmeißt den Müll in die Gegend, die andere räumt ihn weg. Ein Musterbeispiel dafür aus dem Essener Norden ist die Schurenbachhalde.

Im Norden ganz oben, aber nicht hoch genug, denn etliche Zeitgenossen schleppen ihren Sperrmüll extra auf die Halde. Dabei wäre ein Anruf bei den Entsorgungsbetrieben doch viel bequemer und noch dazu legal.

Ärgerliche Reste einer Veranstaltung


Das macht Spaziergänger wütend. Insa R. (Name von der Redaktion geändert) gehört dazu, gehört aber auch zu den Menschen, die nicht nur schimpfen, sondern zupacken: „Ich habe schon des öfteren Müll von der Halde entsorgt.“ Allerdings geht es ja immer noch schlimmer, und so wunderte sich Insa R. am Samstagvormittag, 18. April, über Autos, die bis zum Biotop am Haldengipfel fuhren. Offenbar wurde eine Veranstaltung vorbereitet. Zwei Tage später fand die Spaziergängerin die Reste des Events: „Kronkorken, zerbrochene Bierflaschen und Flaschen jeglicher Art, jede Menge Tempos mitsamt der Exkremente“.
Durch eigene Recherchen, so berichtet Insa R., stieß sie auf den Organisator der Veranstaltung, fand Fotos und Videos im Internet. Sie informierte den Regionalverband Ruhr (RVR), der für Halden zuständig ist. Jens Hapke, RVR-Sprecher, betont, die Veranstaltung am 18. April sei nicht genehmigt gewesen. Man ermittele nun in der Sache, den Müll habe der RVR beseitigt.

Nicht jeder Event ist vom RVR genehmigt


Nicht nur die Abfälle der anderen sind eine Sorge, die Insa R. umtreibt. Immer wieder, so erzählt sie, könne man beobachten, wie Hunde auf der Halde trainiert würden: „Eine ganze Labrador-Gruppe wird durchs Schilf geschickt, um einen Enten-Dummy zu apportieren.“ Sie habe eine Frau, die zu den Trainern gehörte, angesprochen und die Erklärung bekommen, es handele sich um die Ausbildung von Jagdhunden.
Für die hat Jens Hapke Verständnis. Auch für Jagdprüfungen sei eine Genehmigung erforderlich, die normalerweise erteilt werde. Diese Prüfungen seien Ausnahmesituationen, normalerweise müssten Hunde auf der Halde angeleint werden.

Ansprechpartner fürs Wochenende gesucht


Nicht nur Insa R. kann bestätigen, dass die Praxis oft ganz anders aussieht: „Gerade jetzt, wo die Kröten gelaicht haben und die Libellenlarven im Schilf sitzen, sollte dieses Areal geschützt werden.“ Aber wie, „wenn schon ‚normale‘ Hundebesitzer Bälle in dieses stehende Gewässer werfen und damit große Unruhe in die Teichbewohnerschaft bringen“.
Eine Lösung für die Problematik ist schwierig. So etwas wie ein Wachdienst wäre unbezahlbar. Insa R. hat aber einen anderen Vorschlag: „Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass wir Haldengänger, die wir solche Aktionen bemerken, jemanden vom RVR anrufen, auch am Wochenende. In so einem Fall könnte die Sachlage direkt vor Ort geklärt werden.“
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