Jubilarehrung im SPD-Ortsverein Gerschede - Justizminister und Ex-OB überreichen Urkunden und Ehrennadeln an SPD-Jubilare

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Bild von links: Ulrich Schulte-Wischen, SPD-Fraktionssprecher der Bezirksvertretung Borbeck, Thomas Kutschaty, MdL und Justizminister, die Jubilare Jürgen Probhardt, 40 Jahre SPD, Eleonore Drese, 50 Jahre SPD und Helmut Brandes, 40 Jahre SPD, Ratsherr Thomas Osterholt, Otto Reschke, ehem. MdB, OB i.R. Reinhard Paß, Hans-Werner Nitz, Vorsitzender SPD Gerschede und Mitglied der BV Borbeck.
 
Aufmerksame Zuhörer waren zwei Frauen: Die beiden ältesten Gerscheder SPD-Mitglieder - von links: Waltraud Schneiders (87) und Marianne Staudinger (82).
Zur Jubilarehrung hatte der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Gerschede Werner Nitz viel Prominenz eingeladen, aber vor allen Dingen viele SPD- Mitglieder, die die Geschichte der SPD Essen während ihrer langen Mitgliedschaft gestaltetet und geprägt haben. Der neue Vorstand der Gerscheder SPD kann das Jahr 2015 mit einem Mitgliederzuwachs abschließen.

Die Festrede hielt der ehemalige Borbecker Bundestagsabgeordnete Otto Reschke. In seiner Festrede ermahnte er die SPD daran zu denken, dass die SPD sich immer als Volkspartei verstanden hat; ihr Verfassungsauftrag sei, eine Gestaltungsmehrheit in den Parlamenten zu erreichen.

Otto Reschke: „Eine Volkspartei zu sein heißt, mitten im Volk sein. Eine große Stärke der SPD war und muss bleiben die tiefe Verankerung in vielen gesellschaftlichen Bereichen, in Vereinen, Verbänden, den Initiativen. Wir gewinnen die Menschen für die SPD nicht nur mit Botschaften aus Brüssel, Berlin oder Düsseldorf, sondern durch unser konkretes Tun vor Ort, in den SPD- Ortsvereinen und in den Stadtteilen. Wir werden über unsere ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder oder der SPD-Mandatsträger und über konkrete Verbesserungen der Lebensverhältnisse vor Ort wahrgenommen.“

Bezogen auf die heutige Zeit regte Otto Reschke an:
“Über Demokratie sprechen“
“Was sie uns bedeutet. Was sie ermöglicht. Wie sie funktioniert. Was sie gefährdet. Was sie stärkt. Und über das Recht und die Pflicht zur Teilhabe und zur Teilnahme an der Demokratie. Über Zukunftschancen, die sich für den Einzelnen und für das Land mit der Entwicklung der Demokratie verbinden.
Über Gerechtigkeit, die sich aus der demokratischen Verfassung, aus dem Rechtsstaat und dem Sozialstaat ergibt.

Demokratie ist ein Prinzip, die Organisationsform unseres Staates, und darf nicht statisch sein, deshalb sei die deutsche Demokratie nach 1949 eine Erfolgsgeschichte. Nicht perfekt, aber – alles in allem und besonders vor dem Hintergrund der Zeit davor – eine gelungene Sache, auf die wir alle stolz sein dürfen. Viele haben daran mitgewirkt. Wir Parteien, aber nicht nur wir mit unserem Verfassungsauftrag, sondern auch und besonders die Zivilgesellschaft. Wir dürfen allerdings nicht die Augen davor verschließen, dass unsere Demokratie in einer Phase der Bewährung steht: Das Desinteresse an Wahlen, die Missachtung demokratischer Institutionen, die Politikverdrossenheit, die Diffamierung von Parteien und die Demokratieferne haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen.“ "Wir Sozialdemokraten müssen dazu beitragen, Deutschland zu erneuern und zusammenzuhalten. Unsere Demokratie zu stärken ist Aufgabe und Ziel zugleich", so Otto Reschke zu den Jubilaren und Mitgliedern der SPD-Gerschede.

Auf Bundesgartenschau in Borbeck verzichtet und 14 Natur- und Grünflächen geschaffen

Auf Grund der aktuellen Diskussion über Wohnungsbaustandorte in Naturschutzgebieten erinnerte Otto Reschke daran, „dass alle Fraktionen des Rates Anfang der 70er Jahre sich mit einer Bewerbung für eine Bundesgartenschau 1983/84 in Borbeck beschäftigt haben.
Statt einer Bundesgartenschau in Borbeck hat der Rat entschieden, die 'Grüne 14' ins Leben zu rufen. Über dieses Programm sind Millionen von Quadratmetern Grün geschaffen und noch vorhandenes entwickelt und geschützt worden. Dieses Erbe gilt es heute zu schützen und zu bewahren und nicht leichtfertig als freie Flächen zu bebauen. Die Flächen haben eine hohe ökologische und klimatische Funktion für alle Essener Stadtteile, deshalb sind sie geschaffen und unter Schutz gestellt worden. Beim Denkmalschutz sind alle schnell dabei, aber unwiederbringliche Ursprünglichkeit der Natur ist zu schützen und zu erhalten.“

Justizminiter Thomas Kutschaty, Borbecker MdL, überreichte gemeinsam mit dem ehemaligen OB Reinhard Paß den Jubilaren für ihre lange aktive Mitgliedschaft die Ehrennadeln der SPD in Silber, Gold und Platin sowie die Urkunden für die 25-, 40- und 50-jährigen Mitgliedschaften in der SPD.

Nicht ohne Stolz wies Otto Reschke darauf hin, dass Marianne Staudinger (s. unteres Bild) seit 1953, seit 62 Jahren Mitglied der SPD ist. Schon als 12-jähriges Mädchen war Marianne Staudinger voll in den Aufbau der Partei und demokratischer Strukturen in Essen und in allen Essener Stadtteilen einbezogen. Ihr Vater, Karl Kuhn, hat unmittelbar nach dem Kriegsende 1945 das SPD-Sekretariat in Essen aufgebaut und die Wiedergründung der Essener SPD-Ortsvereine in allen Stadtteilen eingeleitet. 1953 konnte Marianne Staudinger dann auch der SPD beitreten. Wie ein Märchen klingt es heute für die junge Generation, dass ein Eintritt in die SPD erst mit der Volljährigkeit, damals mit 21 Jahren, möglich war. Heute geht das schon als Schülerin oder Schüler.
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