Trotz Blindheit mit am Ball!

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Essen: Sportplatz Mentingsbank |

Am Donnerstag dem 26.03.2015 stand für die Jugendspieler von Teutonia Überruhr eine ganz besondere Trainingseinheit auf dem Programm. ANSTOSS! – Die Telekom Fussballinitiative war zu Gast auf der Sportanlage Mentingsbank.

In einer 90 minütigen Trainingseinheit bekamen die Jugendspieler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren ein Gefühl dafür, wie es ist dem Lieblingssport Fußball trotz Blindheit erfolgreich nachzugehen. Simuliert wurde die ganze Aktion durch blickdichte Skibrillen.

Teamgeist, Zusammenhalt und Vertrauen standen im Fokus der drei Trainingseinheiten an diesem Tag. Als erstes sollten die Spieler durch eine Polonaise das Vertrauen und die Orientierung ohne Augenlicht bekommen. Dabei führte ein Spieler den Tross über das Spielfeld und koordinierte die Polonaise aus 12 Spielern, nur durch bloßes Tippen auf die Schultern. Die Aufgabe schien leicht, doch berücksichtigt man die Reaktionszeit vom hintersten Spieler zum vordersten, der die Richtung einschlägt, musste der Führungsspieler schon drei Schritte weiter denken. Wie im echten Spiel.

Zur zweiten Trainingseinheit gehörten die einfache Ballführung, das Dribbling und der Torschuss, wobei sich alle Aktionen ausschließlich auf Kommandos eines Spielleiters stützen. Beim Blindenfußball verwendet man ein Ball der Größe 4, der durch innenliegende Rasseln zu finden ist. Bei dieser Übung hörten die Spieler zum ersten Mal das Wort „Voy“, dieses kommt aus dem Spanischen und bedeutet so viel wie „Ich komme“. Durch diese Art der Kommunikation zwischen den einzelnen Spieler sollen Unfälle vermieden, aber auch jedem die Chance gegeben werden sich an die Situation anzupassen.

Um die erlernten Fähigkeiten auch umzusetzen, fand am Ende ein Trainingsspiel statt. Die ganze Aktion wurde durch eigens Mitgereiste Übungsleiter geführt. Besonders beeindruckte Daniel Hoß die ca. 50 Zuschauer und Spieler. Der 28 jährige, der von Geburt an blind ist, spielt beim PSV Köln in der Blindenfußball-Bundesliga und zeigte sein Können gerne. Im abschließenden Gespräch versuchte er aber auch den Spieler der Teutonia Überruhr den Sport aus seiner Sicht zu erklären, und dass man trotz körperlicher Beeinträchtigung ein relativ normales Leben führen kann, und jeder etwas aus seinem Handicap machen kann.

Für die Spieler und Trainer und Zuschauer war es ein besonderer Tag, den sie bestimmt so schnell nicht vergessen werden
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