Kirchturmbrand in der Gemeinde St. Hubertus

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Der Brand des Turms der St. Hubertus Kirche beschäftigt auch nach Tagen noch immer die Menschen. Ohne Kreuz und mit deutlich verkürzter Spitze steht der höchste Kirchturm Essens derzeit da und wartet auf seine Restaurierung.

„Der Löschschaum floß aus dem Hauptportal heraus, die Treppen herunter und auf die Straße“, erinnert sich Pastor Ludger Toups an die Nacht von Freitag auf Samstag, in der er kein Auge zumachte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war ein Blitz die Ursache für das Feuer im Kirchturm.
„Eine junge Frau rief gegen halb neun abends die Feuerwehr. Leider habe ich sie hinterher nicht mehr gesehen, nachdem die Feuerwehr eintraf“, bedauert Toups. Die umliegenden Gebäude wurden evakuiert und die Feuerwehr leistete ganze Arbeit. Bilder und Kunstgegenstände aus der Kirche wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.
„Wir konnten erst am nächsten Morgen wieder zurück in die Häuser“, erzählt Toups. „Viele Helfer brachten uns warme Wollsachen und warme Getränke“, freut er sich. Auch Diakon Ludger Höller war viele Stunden vor Ort und freute sich über warme Socken gegen kalte Füße. Ein Bus der EVAG diente allen in der Nacht als Behelfsdach über dem Kopf.
„Die Unterstützung aus der Gemeinde war und ist groß“, resümiert Pastor Toups seine Erfahrungen. Die Samstagsmesse musste zwar ausfallen, doch bereits am Sonntag konnte wieder ein Gottesdienst stattfinden, der sehr gut besucht war und natürlich nur ein Thema hatte. Auch in der Predigt wurde das Feuer thematisiert. „Das Kreuz hat den Blitz auf sich gezogen und größeren Schaden abgewendet“, ist sich Toups sicher.
Viele fleißige Helfer beteiligten sich an den Aufräumarbeiten, beseitigten Löschschaum und -wasser, räumten verkohlte Balken weg. Auch die Feuerwehr hat solch einen Einsatz nicht alle Tage.
„Es kommt schon selten vor, dass unsere 30-Meter-Drehleiter einem so klein erscheint“, erklärt Feuerwehrsprecher Mike Filzen. Bedingt durch stürmische Böen und die Turmhöhe von 74 Metern gestalteten sich die Arbeiten alles andere als einfach. Immerhin handelt es sich an der Huttropstraße um den höchsten Kirchturm Essens.
Angefordert wurde zunächst ein Teleskopmast aus Dortmund, der sich aber mit 50 Metern als zu kurz erwies. „Zudem verhinderte der Wind das gezielte Aufbringen von Wasser“, so Filzen. Schließlich fand sich ein Privatunternehmer aus Düsseldorf, der einen 84-Meter-Mast zur Verfügung stellte. Eine noch geeignetere 100-Meter-Variante durfte aufgrund ihrer Schwerlast nicht über die Mintarder Brücke nach Essen fahren.
„Das war alles schwer zu organisieren. Wir brauchten ja auch jemanden, der den Teleskopmast bedienen konnte. Und das in der Nacht zum Wochenende ...“, betont Filzen. Mit Polizei-Eskorte wurde schließlich der Mast gegen 0.45 Uhr von Düsseldorf über die A 52 nach Essen transportiert, vor Ort aufgebaut und endlich konnte - mit Schwankungen von jeweils zwei Metern in beide Richtungen - in luftiger Höhe gelöscht werden.
Die Wartezeit auf die geeignete Aufstiegshilfe wurde von Feuerwehrmännern überbrückt, die beherzt in den Turm und bis in die Kirchturmspitze kletterten, um in einer Höhe von circa 68 Metern das Feuer von unten in Schach zu halten. Erst gegen sechs Uhr in der Früh wurden am Samstag die letzten Glutnester gelöscht.
„Solche Brände sind sehr selten“, erklärt Mike Filzen. Trotz Blitzableiter hat es den Turm erwischt. „Das Kreuz, das wir abmontiert und nach unten gebracht haben, hätte im ungünstigsten Fall durch das Kirchenschiff in die Orgel stürzen können“, überlegt der Feuerwehrsprecher. So hielt sich trotz des Schreckens der Schaden in Grenzen.
Wie es nun weitergeht und wie hoch der Schaden letztendlich ist, wird derzeit geprüft. Das Bistum hat für solche Notfälle Rücklagen, die dann greifen. Der Bischof sicherte eine finanzielle Unterstützung bereits zu. Auch die Gemeinde will ab sofort nach den Gottesdiensten im Rahmen einer Türkollekte sammeln, erklärt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Altfrid Norpoth.
Dafür, dass der Funkenflug erst eine Stunde nach Brandausbruch bemerkt wurde, ist es glimpflich abgegangen für St. Hubertus. Darüber ist sich nicht nur Pastor Ludger Toups im Klaren.

Spendenkonto für den Turm von
St. Hubertus:

Kath. Pfarrgemeinde
St. Lambertus
Bank im Bistum Essen
Kto. 66 350 029
Stichwort: Turmsanierung
BIC: GENODED1BBE
IBAN:DE 24360602950066350029
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