Fisch für den Zappelphilipp? Essener Professor erforscht Zusammenhang von Ernährung und psychischer Auffälligkeit

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Konzepte für die Ernährung von jugendlichen Patienten mit psychischen Auffälligkeiten will Lars Libuda entwickeln. (Foto: UDE)

Hyperaktiv, unkonzentriert, depressiv, essgestört: In Deutschland sind über 20 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen psychisch auffällig. Einen Grund dafür sieht Dr. Lars Libuda (37) in ihrer Ernährung.

Er besetzt die neu eingerichtete Juniorprofessur für Prävention und Therapie psychischer Störungen des Kindes- und Jugendalters durch Ernährung am LVR-Klinikum Essen/an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Um mögliche Ursachen zu untersuchen, plant Professor Libuda verschiedene Studien. Die erste soll der Frage nachgehen, wie die sogenannten Omega-3-Fettsäuren (n-3 LC-PUFA) und das Vitamin D gegen die psychischen Störungen helfen. Beide sind vor allem in fettreichem Fisch wie Lachs oder Hering enthalten und sollen besonders gegen Depressionen helfen.

Die zweite Untersuchung wird sich mit Fettsäuren für Jugendliche mit ADHS beschäftigen. Es soll überprüft werden, ob die zusätzliche Nährstoff-Gabe auch jungen depressiven Patienten hilft. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, werden die Probanden jeweils nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und in zwei Gruppen eingeteilt (randomisierte kontrollierte Studie).

Wenn die Nährstoffe wirken, wird Libuda neue Konzepte für die Ernährung und Mahlzeiten der Patienten entwickeln. Dann wird Fisch voraussichtlich häufiger auf dem Speiseplan von Kindern und Jugendlichen mit ADHS oder Depressionen stehen.

Lars Libuda studierte Ökotrophologie an der Universität Bonn (1999 bis 2005). In seiner Promotion (2009) untersuchte er, wie Erfrischungsgetränke die Ernährung und Gesundheit von Kindern beeinflussen. 2010 arbeitete er u.a. am Gesundheitscampus Nordrhein-Westfalen und leitete bis 2013 zwei multidisziplinäre Ernährungsstudien am Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE). Bevor er an die UDE kam, verantwortete er den Arbeitsbereich „Ernährung und Kognition“ am FKE (2014 bis 2015). Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet.
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