In einer anderen Rolle - Zwei Schülerinnen und ihr Hobby, das Theaterspielen

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Katharina Rübertus (18) und Nadine Lapczyna (18), beide sind Schülerinnen des Mädchengymnasiums Essen-Borbeck. Sie machen nächstes Jahr ihr Abitur, fühlen sich auf der Theaterbühne pudelwohl und opfern gerne ihre Freizeit für dieses Hobby.


Von Jessica Zimmermann


„Im Theater eine Rolle zu spielen macht super viel Spaß. Es ist toll, ein Projekt mit anderen Leuten auf die Beine zu stellen.“, so Nadine. „Außerdem finde ich es spannend, in andere Rollen zu schlüpfen. Bei einem Stück hat meine Mutter mich erst gar nicht erkannt, weil ich so verändert war.“, erklärt Katharina. Im folgenden Interview erzählen die Beiden etwas über ihr Hobby und ihre Erlebnisse beim Theaterspielen.

Wie seid ihr zur Schauspielerei gekommen?
Nadine: „2009 war bei uns in der Schule ein Aushang vom Theater Courage. Sie haben Schülerinnen gesucht, die Lust auf ein Theaterstück haben. Unser Interesse war geweckt, so dass wir uns das mal angucken wollten.“

Wie oft habt ihr Proben?
Katharina: „Normalerweise treffen wir uns einmal in der Woche. Vor der Premiere haben wir dann mehr Proben, auch viele Durchlaufproben, bei denen man das ganze Stück durchspielt und Szenen intensiv probt, die noch nicht sitzen.“

Fällt es euch leicht, die Texte zu lernen?
Nadine: „Mir fällt es leicht, die Texte auswendig zu lernen.“ Katharina: „Ich brauche etwas mehr Zeit. Es kommt immer darauf an, wie anspruchsvoll der Text ist. Es kann immer mal passieren, dass man bei der Aufführung den Text vergisst, aber dann macht es mir total viel Spaß zu improvisieren. Einmal habe ich einen Teil von einem Kollegen übernommen, weil er seinen Text vergessen hat. Das ist das Spontane, was ich am Theaterspielen so mag.“

Was ist die Herausforderung beim Theater?
Nadine: „Die größte Herausforderung für mich ist es, bei der Aufführung alles richtig zu machen.“
Katharina: „Man möchte das Publikum nicht enttäuschen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn das Stück den Leuten gefällt.“

Hilft euch das Spielen im Privatleben weiter?
Nadine und Katharina: „Uns hilft es besonders bei Referaten in der Schule weiter. Dort steht man ja sozusagen auch vor einem Publikum.“

Katharina, du hast auch schon in Filmen mitgespielt. Wo liegt der Unterschied hinter der Kamera zu sein und live vor einem Publikum zu spielen?
Katharina: „Beim Film lernt man den Text Szene für Szene und er muss exakt stimmen. Außerdem wird mehr auf Details geachtet. Natürlich sind auch mal Promis dabei. Ich habe zum Beispiel mit Jürgen Vogel, Armin Rohde und Florian David Fitz gedreht. Das ist dann natürlich ein Highlight! Vor einem Publikum zu stehen, gibt mir aber mehr Adrenalin.“

Welche Rollen hast du beim Film schon gespielt?

Katharina: „Bisher stand ich als Komparsin, Kleindarstellerin oder in einer kleinen Rolle vor der Kamera und habe dann z.B. einen Hochzeitsgast, eine Polizistin oder eine Unfallfahrerin gespielt.“

Möchtet ihr später euer Hobby zum Beruf machen?

Katharina: „Ich würde gerne Schauspielerin werden, aber leider ist es sehr schwierig, große Rollen zu bekommen und dauerhaft in dem Beruf erfolgreich zu sein.“
Nadine: „Nein, ich denke nicht. Als Hobby macht es mir super viel Spaß, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das hauptberuflich machen werde.“

Welche Rollen spielt ihr lieber, böse oder freundliche Charaktere?
Katharina: „Ich mag böse Rollen lieber. Dann kann ich in eine ganz andere Rolle schlüpfen.“
Nadine: „Ich bevorzuge freundliche, auf Anhieb eher sympathische Rollen, weil ich mich mit ihnen besser identifizieren kann.“

Kann man sich beim Theater bewerben?
Katharina: „Viele Theater haben Jugendgruppen, bei denen man mitspielen kann. Meistens steht das auf den Internetseiten der Theater.“

Welche Tipps habt ihr für Neueinsteiger?

Nadine: „Das Wichtigste ist, dass man mit Spaß an die Sache ran geht.“

Katharina, du spielst im Moment im Stück „Das Arche-Noah-Projekt“ von Wolfs Reviertheater mit. Um was geht es in diesem Stück?

Katharina: „Es geht um fünf schwer erziehbare Jugendliche mit krimineller Vergangenheit, die Zusammen mit drei Sozialarbeitern auf eine einsame Insel fahren, um dort neue Werte vermittelt und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Doch auf der Insel geht dann alles schief. Ich spiele eine Kickboxerin, die aus ihrem Verein geflogen ist, weil sie ihrer Trainerin den Kiefer gebrochen hat und sich einer Bande Kleinkrimineller angeschlossen hat, bevor sie beim Arche-Noah-Projekt mitmacht, um ihr Leben zu ändern.“

„Das Arche-Noah-Projekt“ von Wolfs Reviertheater wird am
Mittwoch, 16. und
am Donnerstag, 17. Januar 2013, jeweils um 20 Uhr, in der Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, aufgeführt. Tickets gibt es unter anderem bei der Hotline: 0180 / 5040300 und an der Zeche Carl unter Tel.: 0201 / 8344410
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 14.12.2012 | 16:54  
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